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Palliativstation im Krankenhaus Wurzen eröffnet

Medizin Palliativstation im Krankenhaus Wurzen eröffnet

Nach einjähriger Bauzeit konnte Freitag im Krankenhaus Wurzen die Palliativstation eröffnet werden. Die besteht aus 6-Einbett-Patientenzimmern sowie Aufenthalts- und Diensträumen für Fachpersonal. Heute kann sich die Station beim Tag der offenen Tür angesehen werden.

Schlüsselübergabe auf der neuen Palliativstation in Wurzen: Hannelore Dietzschold, Staatsministerin Barbara Klepsch, Prof. Stephan Schickel, Michael Keitel, Jörg Christian Langner (v.l.)
 

Quelle: Frank Schmidt

Wurzen.  Freitagnachmittag ist im Krankenhaus Wurzen im Beisein von Sachsens Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Barbara Klepsch (CDU) und Landrat Henry Graichen (CDU) sowie von Vertretern des Landtages, der Stadt und Muldentalklinik eine neue Palliativstation eingeweiht worden. Damit, so die Klinikleitung, „wird die medizinische Versorgung des Landkreises Leipzig qualitativ wesentlich erweitert.“ Den symbolischen Schlüssel für die zweite Palliativstation im Landkreis – die erste befindet sich im Bornaer Sana Klinikum – übergab Architekt Michael Keitel an den verantwortlichen Chefarzt, Prof. Stephan Schickel, und sein Team.

Das besteht für eine 24-Stunden-Betreuung aus zwei Ärzten, Seelsorger, Sozialarbeitern, verschiedenen Therapeuten und derzeit neun Schwestern. Hinter den Türen der für etwa 2,2 Millionen Euro umgebauten Station wurden sechs wohnliche Einzelzimmer eingerichtet, um unheilbar erkrankte Menschen mit einer optimalen Versorgung körperlich und seelisch zu stabilisieren. Bevor am Montag bereits die ersten drei Patienten ihre Zimmer beziehen werden, besteht am Sonnabend für die Öffentlichkeit im Rahmen eines Tages der offenen Tür die Möglichkeit die neue Palliativstation im ersten Stock des Wurzener Krankenhauses zwischen 10 und 16 Uhr zu besichtigen.

Dieses neue medizinische Angebot soll „eine familiäre und angenehme Atmosphäre mit den technisch-apparativen Möglichkeiten verbinden“, sagte Geschäftsführer der Muldentalkliniken Jörg Christian Langner. Denn neben seiner ruhigen Lage und Blick auf den Park verfügt die neue Palliativstation über Physio- und Ergotherapie, Musiktherapie, psychologische Betreuung und Seelsorge sowie soziale Dienste. Chefarzt Schickel ist überzeugt, „dass mein Team und ich hier unheilbar kranke Mitmenschen ganzheitlich und auf dem neuesten Stand der Forschung begleiten und betreuen können.“

Im Mittelpunkt stehen dabei die Lebensqualität zu verbessern und Symptome wie Schmerz, Übelkeit, Luftnot, Appetitlosigkeit oder Angst zu lindern. Zur umfassenden Betreuung gehöre auch, so der Mediziner, „frühzeitig und sorgfältig medizinische, seelisch-geistige, soziale und kulturelle Bedürfnisse der Patienten sowie der Angehörigen zu erkennen und zu berücksichtigen.“ Und nach einer stationären Therapie hat das multiprofessionelle Team der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) Muldental alle Möglichkeiten, eine anschließende Betreuung in der häuslichen Umgebung zu unterstützen. Staatsministerin Klepsch weitete den Blick für die Palliativmedizin. „Sie bewegt sich auf einem schmalen Grad zwischen bewusster Lebensbejahung und Sterben als einen natürlichen Prozess zu verstehen.“

Graichen erinnerte an den gesetzlichen Anspruch, die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu sichern. „Das ist unsere Pflicht. Die Kür besteht aber darin, diese Leistungen auf hohem Niveau und mit viel Engagement zu erbringen. Die neue Palliativstation ist da nur ein positives Beispiel“, lobte der Landrat. Während Superintendent Matthias Weismann von einer „ethischen Herausforderung“ sprach, wünschte Wurzen Oberbürgermeister Jörg Röglin dem Team der Palliativstation „die kleinen Erfolge, die man braucht, um nicht zu resignieren.“

Von Frank Schmidt

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