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Wurzen Panitzscher Parkbühne wird zum Leben erweckt
Region Wurzen Panitzscher Parkbühne wird zum Leben erweckt
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19:17 02.07.2018
Könnte wieder ein Veranstaltungsort werden: die Parkbühne im Panitzscher Gutspark hinter der Grundschule. Quelle: Ines Alekowa
Borsdorf/Panitzsch

Beschattet von den hohen Bäumen des Gutsparkes, lag die alte Parkbühne in Panitzsch lange Zeit im Dornröschenschlaf. Der Verein „Panitzsch(er)leben – gestern-heute-morgen“ will sie mit Veranstaltungen wieder wach küssen und geht damit sein erstes großes Projekt an. Bei einem Arbeitseinsatz haben die Mitglieder schon mal das Dorngestrüpp aus dem Weg geräumt.

Der Verein Panitzsch(er)leben hat sich zum Ziel gesetzt, die Parkbühne in Panitzsch wieder zum Leben zu erwecken.

„Wir wollen ausprobieren, ob dieser Ort auch heute noch diese Magie hat und ein charmanter Veranstaltungsort sein kann“, sagt Vereinsvorsitzende Kerstin Dittrich. „Panitzsch(er)leben“ lädt deshalb alle Panitzscher und Gäste am 25. August, 18 Uhr, zur „Sommernacht an der Parkbühne“ ein. „Die Besucher werden einen kleinen Einblick erhalten, was alles an diesem Ort möglich sein könnte“, macht Dittrich neugierig. Sie erleben Erna mit ihren Neuigkeiten, Parkbühnen-Geschichten, Musik mit der Liedertafel, Paulin am Klavier und andere Künstler. Sobald die Nacht heraufzieht, sind alle eingeladen, einen Kultfilm unterm Sternenhimmel zu sehen. „Die Sommernacht an der Parkbühne ist eine Premiere, die man nicht verpassen sollte.“

Vereinsmitglieder und Freunde organisieren Arbeitseinsatz

Für erste Vorbereitungen hatte der Vorstand dieser Tage die Vereinsmitglieder zusammengetrommelt. Die kamen nicht nur mit Schubkarren, Schaufeln, Harken und guter Laune zur Parkbühne, sondern hatten auch gleich noch Verstärkung aus der Familie mitgebracht. Der Bauhof hatte zudem einen Gitterwagen für den Grünschnitt und so manches nützliche Gerät bereit gestellt. Jede Hilfe war willkommen, sollte doch aller Dreck von der Bühne und das Laub aus den Büschen verschwinden. „Es war erstaunlich, wie die Laubberge anwuchsen und unzählige Schubkarren geleert wurden“, erzählt Dittrich. Im Gegenzug wurden die Treppen am Bühnenende mehr und mehr sichtbar. Zum Vorschein kam dabei auch eine scherzhaft „Souffleusenkasten“ genannte Vertiefung. „Wir würden gern ihr Geheimnis lüften“, sagt Dittrich.

Verein sucht alte Fotos und Dokumente zur Parkbühne

Überhaupt wisse man noch viel zu wenig über die Geschichte der mehrstufigen Parkbühne mit ihren Pfosten und Brüstungsmauern aus Bruchstein und dem halbrunden Abschluss. „Deshalb suchen wir alte Fotos und Dokumente“, bittet die Vereinschefin um Mithilfe. In der Liste der sächsischen Kulturdenkmale steht als Entstehungsjahr 1962. Doch in Gesprächen mit „Ur-Panitzschern“ entdeckten die Historiker des Vereins – Peter Reinicke, Andreas Damm und Sylvia Stein – dass durchaus schon in den 50er-Jahren Veranstaltungen an diesem Ort stattfanden.

Förderung aus dem Leader-Programm angepeilt

Nach drei Stunden Einsatz und einer kleinen Stärkung zwischendurch nahmen alle auf der sauberen Parkbühne Aufstellung fürs Foto. „Das soll in die Dorfannalen eingehen – als der Beginn der Revitalisierung der Parkbühne“, sagt Dittrich. Doch zunächst soll eine Machbarkeitsstudie deren Bauzustand untersuchen und Nutzungsmöglichkeiten ausloten. Im Verein spielt man mit der Idee, zur Ko-Finanzierung der Studie das Leader-Förderprogramm anzuzapfen. „Es gibt viele positive Stimmen“, freut sich Dittrich, dass der Verein mit seinem Vorhaben offenbar einen Nerv der Panitzscher getroffen hat.

29 Mitglieder freuen sich über Verstärkung

Die sind eingeladen, den Verein bei diesen und anderen Aktivitäten zu unterstützen, vielleicht sogar durch eine Mitgliedschaft. Immerhin sind aus den 23 Mitstreitern zur Gründung im Januar bereits 29 geworden. „Wir haben außerdem inzwischen noch einmal unsere zur 750-Jahr-Feier aufgeführte Revue gezeigt, haben eine eigene Webseite gestaltet und dürfen in der Alten Schule die Räume der Kinderkirche nutzen“, zieht Dittrich eine Zwischenbilanz.

Von Ines Alekowa

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