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Panitzscher springen mit dem Time Warp durch die Zeit

Historische Revue zur 750-Jahr-Feier Panitzscher springen mit dem Time Warp durch die Zeit

„Zeitsprünge“ heißt die historische Revue, die 17 Panitzscher am Donnerstag in der Grundschule in Panitzsch auf die Bühne bringen. Das 19 Uhr beginnende Stück ist Teil der bis 10. September laufenden Festwoche, mit der Borsdorf und Panitzsch gemeinsam den 750. Jahrestag ihrer Ersterwähnung feiern.

Die Historische Revue Panitzsch präsentiert: ‚Zeitsprünge’ - 750 Jahre Borsdorf und Panitzsch. Hier bei der Hauptprobe in der Panitzscher Grundschule.

Quelle: Andreas Döring

Borsdorf/Panitzsch. „Zeitsprünge“ – so heißt die historische Revue, die 17 Panitzscher am Donnerstag in der Grundschule in Panitzsch auf die Bühne bringen. Das 19 Uhr beginnende Stück ist Teil der Veranstaltungen in der Festwoche vom 1. bis 10. September, mit der Borsdorf und Panitzsch gemeinsam den 750. Jahrestag ihrer Ersterwähnung feiern.

Die Idee hatten Kerstin Dittrich und Matthias Schwarzmüller, die sich auch im Organisationsteam für den Panitzscher Teil der 750-Jahr-Feier engagieren. Beiden sind die Bretter, die die Welt bedeuten, nicht fremd. Dittrich ist Mitglied der Laienspielgruppe Die TheaterMacher(n), die Geschichte des Muldentals erlebbar macht, Schwarzmüller schärft seine Zunge gelegentlich im Leipziger Kabarett Sanftwut. „Wir wollten Panitzscher Geschichte szenisch aufbereiten, sind aber inhaltlich nicht weitergekommen, weil wir beide Zugezogene sind“, bekennt Dittrich. Sie holten sich Hilfe bei Peter Reinicke und Gerhard Otto, die hobbymäßig besser in der Vergangenheit bewandert sind. Ersterem gefiel die Idee einer Revue so, dass er sich entschloss, selbst mitzumachen. Herausgekommen ist ein Dutzend Geschichten, die mit Sicherheit im Publikum viel Heiterkeit auslösen werden. „Es sind alles historisch verbürgte Begebenheiten, die auf einer dem Programm beigefügten Karte von Panitzsch verortet sind – allerdings sind manchmal einige Gerüchte beigemischt“, betont Dittrich. Da treibt der Teufel auf dem Friedhof sein Unwesen, „Pfeffer im Arsch“ spielt – wo auch sonst? – auf der Pferderennbahn, in der Langen Straße geschieht ein Mord, und aus der Badeanstalt wird Klatsch und Tratsch unters heutige Publikum gespült. Dass die Panitzscher, also die im 16. Jahrhundert, ihren Durst nicht nur mit Parthewasser stillten, zeigt die Story über das Pfingstbier. Dass es bei dem Dorffest, das auch in Panitzsch gefeiert wurde, hoch herging, zeigt die Verordnung von Kurfürst August aus dem Jahr 1590, aus der der Leipziger Historiker Heinz Quirin in „Panitzsch. Eine Heimatgeschichte“ 1937 zitierte: „Es ist eine sehr schändliche Gewohnheit eingerissen auf den Dörfern, daß die Bauern auf den hohen Festen ... ihre Sauferein bald abends des Festes anfangen und die Nacht über treiben und morgens die Predigt entweder gar verschlafen oder trunken in die Kirche kommen und drinnen wie die Säue schlafen und schnarchen...“ Das Ganze wird nicht chronologisch erzählt, sondern die Darsteller, fast alles Erwachsene, – neben Dittrich, Schwarzmüller und Reinicke auch Andreas Damm, Kerstin und Paul Tätzner – springen, wie der Titel der Revue schon sagt, in der Zeit. Und wie könnte das besser funktionieren als mit dem Time Warp, dem Tanz aus dem Musical The Rocky Horror Show, der schon in der Verfilmung von 1975 – The Rocky Horror Picture Show – zur Initiierung eines Zeitsprungs dient. Jim Sherman als Regisseur konnten die Panitzscher zwar nicht engagieren, aber Roland Friedel vom Landesverband Amateurtheater Sachsen. Den Sängern Armin Dittrich, Matthias Herrmann, Dieter Joneleit und Bodo Scholz gibt Ronald Weißenborn, Chef der Parthe-Plautzer, den Takt vor, während sich Rainer Schöppe als DJ um die Konservenmusik und Beleuchtung und Kai Hakl – im Nebenberuf Gymnasiumsleiterin – um die Bild-Technik kümmern. Eigentlich kann da nichts schiefgehen – und sollte das Gedächtnis des ein oder anderen den Zeitsprung trotz vieler Proben nicht folgen können, gibt es ja auch noch Souffleuse Stephanie Reinicke. Einen Platz in der Panitzscher Geschichte reservieren sich die Akteure allemal.

Von Ines Alekowa

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