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Wurzen Parken in Wurzen – Experten raten zu Gebühren am Markt und Leitsystem
Region Wurzen Parken in Wurzen – Experten raten zu Gebühren am Markt und Leitsystem
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09:42 20.04.2018
Das Parkhaus in der Franz-Mehring-Straße: Obwohl hier 200 Stellflächen zur Verfügung stehen, bleibt das Objekt meist leer. Das soll sich mit dem neuen Parkregime in Wurzen allerdings ändern. Quelle: Klaus Peschel
Wurzen

Mit Lob sparten weder Stadträte noch die Besucher des Technischen Ausschusses im Ratszimmer 151 des Stadthauses. Gerade einmal 25 Einwohner folgten am Mittwochabend der Einladung zur Bürgerinformation, um aus erster Hand etwas über die Ergebnisse einer Analyse des Dresdener Ingenieurbüros für Verkehrsanlagen und -systeme (IVAS) zum künftigen Parkregime in der Muldestadt zu erfahren. Das parlamentarische Gremium hatte bereits Ende 2016 die Experten damit beauftragt, da ein zuvor erstellter Reformansatz aus der Kommunalverwaltung bei den Volksvertretern scheiterte.

Für weitaus weniger Diskussionsstoff sorgte indes das umfangreiche Datenpaket der IVAS, welches die beiden Diplomingenieure Dirk Ohm und Hannes Lemke vortrugen. Die Zielvorgaben seitens der Stadt waren dabei: die Untersuchung der gegenwärtigen Situation, das Erarbeiten eines Parkraumkonzeptes, die Vermeidung einer Überlastung in betroffenen Straßenzügen sowie eine insgesamt höhere Wirtschaftlichkeit. Zudem beschäftigten sich die Fachleute mit dem Parkhaus in der Franz-Mehring-Straße, das seit der Einweihung im Januar 1997 und trotz 200 Stellplätzen von Autofahrern gemieden wird.

1291 Parkplätze sind ausreichend

Der IVAS-Expertise nach verfügt die Wurzener Altstadt über 1291 Pkw-Stellflächen und 906 im Zusatzbereich (Rudolf-Breitscheid-, Kleist-, Kant-, Karl-Liebknecht-, August-Bebel- und Hermann-Ilgen-Straße), ferner über 400 bis 450 Plätze für privates Parken in den Hinterhöfen. Aus Sicht von Lemke sei die Anzahl angesichts eines Motorisierungsgrades in der Kernstadt von 475 Kfz pro 1000 Einwohner, der Abnahme der Bevölkerung sowie einer Zunahme des Durchschnittsalters vollkommen ausreichend.

Ein Viertel der Stellflächen sind kostenpflichtig

Allein auf 31,7 Prozent der Stellflächen in der Altstadt lasse sich ohne Kosten das Fahrzeug parken. Den Bewohnern stehe der geringste Anteil von 2,2 Prozent zu. Gebührenpflichtig seien 25,4 Prozent und zeitlich begrenzt 18,1 Prozent. Kunden- sowie private Parkplätze umfassen 22,7 Prozent.

Situation ist „sehr entspannt“

Ebenso prüfte das Büro den Auslastungsgrad. Selbst während der Stoßzeiten von 9 bis 15 Uhr blieb der Wert stets unter 80 Prozent – also „sehr entspannt“, wie Lemke sagte. Letztlich formulierte er noch vier Leitlinien eines möglichen Konzeptes: die stärkere Öffnung der Altstadt für Kunden und Besucher, Sicherung des Parkangebotes für Bewohner, die Konzentration von Beschäftigten-Kfz in akzeptabler Reichweite und die Verbesserung der Angebote für Touristen.

Vorschläge für Gebühren am Markt

Aufgrund der Ergebnisse schlug IVAS vor, auf eine zeitliche Beschränkung des Parkens in der Altstadt zu verzichten und Gebühren zu erheben – am Markt mit 50 Cent pro halbe Stunde (maximale Parkdauer zwei Stunden) höher und mit 25 Cent pro halbe Stunde (drei Euro am Tag) niedriger in der Altstadt (darunter auf dem Domplatz, Jacobsplatz, in der Schweizergartenstraße, August-Fleischer-Straße und den beiden Parkplätzen Schuhgasse und Crostigall). Daneben müsse das Parkhaus Franz-Mehring-Straße reaktiviert werden. Zum Beispiel für das Parken der beiden unteren Decks (50 Stellplätze) ohne Schranke, mit einfachem Parkscheinautomaten und geringen Ticket-Gebühren sowie die restlichen Decks (150 Stellplätze), gesichert mit Rolltor, Türen und Gittern, für Dauermieter sowie Beschäftigte oder Berufsschüler. Überdies, so Lemke, bedarf es eines Parkleitsystems mit Zusatzschildern, auf denen Altstadt, Ringelnatzhaus oder Dom/Schloss geschrieben steht, und vor allem verstärkter Kontrollen.

Ideen gefragt

Im Anschluss des Vortrages nutzten einige der Gäste der Ausschusssitzung die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Ideen einzubringen. Jene Hinweise, betonte Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD), seien für den jetzigen Diskussionsprozess wichtig, der schon deswegen fortgeführt werde, um eine breite Öffentlichkeit beim Thema Parken einzubinden. „Wir haben noch alle Möglichkeiten für Änderungen.“ Eines aber ist dem Stadtoberhaupt klar: „Wir können es nicht allen Recht machen.“

Von Kai-Uwe Brandt

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