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Parkhaus in Wurzen sorgt für viel Frust bei den Bürgern

Vandalismus und Einbrüche Parkhaus in Wurzen sorgt für viel Frust bei den Bürgern

Schmierereien, Vandalismus, Einbrüche: Das Parkhaus in der Franz-Mehring-Straße in Wurzen steht seit langem in der Kritik. Etliche Anwohner nutzten die Stadtratssitzung, um ihrem Ärger Luft zu machen. Das Thema soll demnächst im Technischen Ausschuss erörtert werden – allerdings hinter verschlossenen Türen.

Das Parkhaus in der Franz-Mehring-Straße steht in der Kritik – auch wegen gefährlicher „Mutproben“ von Jugendlichen wie auf diesem Bild.

Quelle: privat

Wurzen. Bislang war Wolf-Rüdiger Jacoby einsamer Rufer in der Wüste, wenn es um den Zustand des Parkhauses in der Franz-Mehring-Straße ging. Seit über fünf Jahren mahnt der CDU-Stadtrat die Stadtverwaltung an, endlich etwas gegen Vandalismus, Einbrüche und Leerstand zu tun. Ohne zählbaren Erfolg! Doch zur jüngsten Sitzung der Parlamentarier am Mittwochabend im Plenarsaal des Stadthauses erhielt der 59-jährige Zahnarzt nunmehr Rückendeckung von Einwohnern, die angesichts des Dauerproblems mit der Immobilie den Kanal voll haben.

Was sich tagsüber, nächtens und an den Wochenenden im Objekt zuträgt, dokumentierte eine Familie am Sperlingsberg sogar per Fotos, übergab diese Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos). Dabei kamen illegale Autorennen zur Sprache, Schmierereien und Lärmbelästigung bis hinein in die frühen Morgenstunden. Zuletzt sorgten Ende voriger Woche wieder einmal Autoknacker für Frust und Unverständnis bei den Betroffenen. Letztere erinnerten deshalb die Stadtverwaltung an ihre Pflicht als Eigentümer des Parkhauses, für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

Der Pkw von Wolfram Gasch zum Beispiel wurde schon dreimal von Chaoten und Dieben demoliert. Fazit der letzten Attacke auf den Wagen – „ein älteres Modell“ – am vergangenen Freitag: wirtschaftlicher Totalschaden. „Ab morgen fahre ich mit dem Fahrrad auf Arbeit“, ließ der Wurzener das Stadtoberhaupt und die gewählten Volksvertreter wissen. Weswegen die Kommunalbehörde über Jahre und trotz mehrfacher Kritiken am Zustand nichts änderte, erklärte Röglin mit einer drohenden Rückzahlung von 700 000 Euro an Fördergeldern, falls das Objekt den eigentlichen Verwendungszweck verliert. Zugleich kündigte er an, dass der Technische Ausschuss demnächst einen aktuellen Sachstand erhalte und Lösungsvorschläge. Jedoch findet das Thema der Tagung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wie die Anrainer des Parkhauses im Nachgang der Versammlung sagten, konnte sie Röglin mit seiner Erklärung nicht überzeugen. Taten seien ihnen wichtiger als viele Worte. Zumal ein Ehepaar mittlerweile seinen angemieteten Stellplatz aufgrund der Sorge um das Auto kündigte. „Wir haben das auch so mitgeteilt.“ Aber selbst jener Einnahmeverlust scheint aus Sicht der Frau, die nicht genannt werden will, keinen im Stadthaus zu bewegen.

Nach gut zehn Minuten brach der Oberbürgermeister das Bürgerbegehren mit der Bemerkung ab: „Wir brauchen das nicht weiter zu vertiefen.“ Den Hinweis jedoch wollte Stadtrat Jacoby nicht akzeptieren. „Sie sind der Chef des Ganzen und können nicht immer für Stadtfeste gelobt werden“, sagte er zum Ende der Sitzung unter Programmpunkt Anfragen der Stadträte und forderte Röglin außerdem auf, „mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen.“

Übrigens wurde das Parkhaus mit 203 Stellflächen am 14. Januar 1997 zur Nutzung übergeben. Beim offiziellen Akt mit dem Generalauftragnehmer des Projektes, der ARV Wohnbau GmbH, verkündete der damalige Oberbürgermeister Anton Pausch: „Jetzt sind unsere Vorstellungen zum ruhenden Verkehr besser gediehen als zum fließenden.“ Wegen mangelnder Akzeptanz senkte die Verwaltung zum 1. Dezember 2000 erstmals die Gebühren. Nach Bränden, zig Einbrüchen und defekten Schranken kündigte Stadtsprecherin Cornelia Hanspach kurz nach der Kommunalwahl im Juli 2014 an, dass eine der ersten Aufgaben des neuen Stadtrates sein wird, ein Parkraumkonzept auf den Weg zu bringen. Dieses Konzept gibt es bis nicht.

Von Kai-Uwe Brandt

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