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Parkplätze sind Mangelware: Pendler-Ärger an der S-Bahn in Gerichshain

Stellplatz-Problem Parkplätze sind Mangelware: Pendler-Ärger an der S-Bahn in Gerichshain

Weil die wilde Parkerei überhand nahm, richtete die Gemeinde Machern jetzt in Gerichshain-Süd ein eingeschränktes Halteverbot ein. Zahlreiche Pendler nutzen den nahen S-Bahn-Haltepunkt und haben oft Mühe, die letzte freie Parklücke zu finden.

Wer einen Parkplatz nahe der S-Bahn finden will, muss am besten Frühaufsteher sein.

Quelle: Thomas Kube

Machern/Gerichshain. Jeden Tag das gleiche Bild: In Gerichshain-Süd ist der gut beraten, der sich frühzeitig auf den Weg macht. Besonders Brandiser haben Gefallen am dortigen S-Bahn-Haltepunkt gefunden. „Allerdings stellt sich die Suche nach einem Parkplatz immer wieder als Problem dar“, berichtet der Brandiser Jakob Wilbert. Das Angebot hinkt der Nachfrage oft hinterher. Die Gründe sind seit langem bekannt: Zahlreiche Pendler stellen ihr Auto in Gerichshain ab und fahren von dort mit der S-Bahn nach Leipzig. Sehr zum Leidwesen der Anwohner.

„Es ist schon vorgekommen, dass jemand sein Auto früh irgendwo abgestellt hat und es am Nachmittag auf dem Grünstreifen wiederfand“, berichtet Wilbert. Ein Abschleppdienst hatte in der Zwischenzeit ganze Arbeit geleistet. Wilbert findet, dass die Politik auch etwas tun muss, um den Bürgern den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu erleichtern. „Ich möchte mein Auto ja gern stehen lassen und mit dem Zug in die Großstadt fahren. Denn dort findet man auch bloß keinen Parkplatz.“ Aber die Bedingungen müssten dafür auch stimmen, findet der Brandiser. Gerichshain ist beliebt, weil es im Gegensatz zu Machern bereits in einer anderen Tarifzone liegt. Deshalb würden sich sogar einige Macherner erst ins Auto setzen, dann nach Gerichshain fahren, um dort in die S-Bahn zu steigen. Obwohl Machern über einen eigenen Haltepunkt verfügt.

Gemeinde richtet eingeschränktes Halteverbot ein

Nachdem Klagen von Anwohnern über zugeparkte Einfahrten zunahmen, sah sich jetzt die Gemeinde Machern zum Handeln veranlasst. „Wir haben eine Befragung in Gerichshain-Süd durchgeführt“, erklärt Bürgeramtsleiter Frank Rübner. Über 88 Prozent der Betroffenen sprachen sich demnach für eine verkehrsrechtliche Regelung aus. Mancher hatte zuletzt aus der Not eine Tugend gemacht und seinen nicht genutzten Carport Pendlern zur monatlichen Miete angeboten.

Das Rathaus steuert gegen: Die wilde Parkerei wird seit kurzem in geordnete Bahnen gelenkt. Dafür richtete die Gemeinde Machern eine eingeschränkte Halteverbotszone ein. Geparkt werden jetzt darf nur noch innerhalb der gekennzeichneten Flächen am Fahrbahnrand. „Die Situation hat sich aus unserer Sicht seitdem entspannt“, zieht Rübner ein erstes Fazit. „Von den Anwohnern sind uns bisher keine Klagen zu Ohren gekommen. Auch für den Entsorgungs – und Lieferverkehr hat sich die Lage deutlich verbessert. In der Vergangenheit war oft kein Durchkommen für die größeren Fahrzeuge, weil die Autos der Pendler kreuz und quer standen.“ Knöllchen seien bisher noch keine verteilt worden. Die Autofahrer würden sich an die neuen Vorschriften halten.

Das Beste wäre natürlich, wenn es eine Busverbindung von Brandis Richtung S-Bahn gebe, wünscht sich Jakob Wilbert. „Das würden viele begrüßen, da Brandis bekanntlich über keine Zugverbindung mehr verfügt.“ Zwar existiere am Beuchaer Bahnhof ein neuer und für viel Geld ausgebauter Park-and-Ride-Platz. „Aber was nützt der“, fragt Wilbert, „wenn die Verbindung eben nicht so günstig ist wie von Gerichshain aus.“ In Beucha würden die vorhandenen Stellflächen oft verwaist sein.

Von Simone Prenzel

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