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Parkteich: Machern will neuen Pachtvertrag aushandeln

Teichwirtschaft Parkteich: Machern will neuen Pachtvertrag aushandeln

Über einen neuen Pachtvertrag zur Nutzung des Park- und Mühlteichs in Machern möchte die Kommune mit der Teichwirtschaft Machern verhandeln. Ziel ist eine bessere Pflege des Gewässers, das zentral im Macherner Landschaftsgarten liegt.

Der Agnes-Tempel steht am Nordufer des Macherner Parkteichs.

Quelle: Thomas Kube

Machern. Binnenfischer Heiko Walther bewirtschaftet 80 Hektar Teiche zwischen Trebsen und Eilenburg. Doch kaum einer steht so im Fokus wie der Macherner Parkteich. Inmitten des über 200 Jahre alten Landschaftsgartens gelegen, prallen hier verschiedene Interessen aufeinander. Während der Kommune als Teicheigentümer und Parkherr an touristischen Belangen gelegen ist, sieht der Ingenieur für Binnenfischerei das Gewässer mit anderen Augen. „Für uns erfüllen der Park- und der benachbarte Mühlteich in erster Linie die Aufgabe, dass sich daraus unsere Hälteranlagen speisen und dass wir sie als Aufzuchtteiche nutzen.“ Walther erläuterte im jüngsten Verwaltungsausschuss Details zur Bewirtschaftung der zwei zentralen Macherner Gewässer.

Besonders nachdem immer wieder Kritik am ungepflegten Zustand des Parkteichs laut wurde, bestand in Gemeinderat und Verwaltung das Bedürfnis, mit dem Pächter ins Gespräch zu kommen. Noch bleibt etwas Zeit. Das bisherige Vertragsverhältnis endet am 31. Dezember 2019. „Wir möchten frühzeitig darüber reden, zu welchen Konditionen die Zusammenarbeit verlängert werden sollte“, brachte es Steffen Funke, amtierender Bürgeramtsleiter, auf den Punkt. Eins steht für ihn fest: Die Erwartungen an das Gewässer sind äußerst unterschiedlich. „Der Tourist, der unseren Park besucht, soll sich durch einen ordentlichen Zustand angesprochen fühlen.“ Für die Binnenfischerei wiederum sei dieser Aspekt eher unerheblich. „Wir wollen versuchen, die Vorstellungen der Gemeinde und die des Pächters unter einen Hut zu bringen“, so Funke. Als neuralgischer Punkt gilt dabei unter anderem die Höhe des Wasserstandes. „Der Gemeinde“, so Funke, „kann nicht daran gelegen sein, dass der Teich ein halbes Jahr leer steht.“ Heiko Walter wiederum führte an, dass ein regelmäßiges Ablassen der Teiche zwingend erforderlich sei. „Die Teiche müssen unter Frost geraten, um den Aufwuchs von Wasserpflanzen einzudämmen.“ Um die Algen in Schach zu halten, habe er in diesem Jahr auch erstmals Graskarpfen ausgesetzt.

Zudem gilt es als Glücksspiel, wie der Parkteich gefüllt ist. „Es handelt es sich um einen sogenannten Himmelsteich“, erläuterte Walther. „Er hat keinen natürlichen Zu- oder Abfluss.“ Zu DDR-Zeiten seien die Abwässer aus den Klärgruben der Umgebung hier zusammengeflossen, da habe es nie Probleme mit zu wenig Wasser gegeben. „Heute hingegen sind wir auf Niederschläge und die Schneeschmelze im Frühjahr angewiesen, damit sich der Parkteich überhaupt füllt.“

Petra Puttkammer, Sprecherin der CDU-Fraktion, gab einmal mehr das Risiko für den historischen Baumbestand zu bedenken, das durch das Auf und Ab des Wasserspiegels entstehe. „Es kann für die alten Bäume nicht gut sein, wenn ihre Wurzeln lange dem Frost ausgesetzt sind.“ Warum erst vor wenigen Wochen wieder eine stattliche Eiche umgestürzt ist, wurde kontrovers diskutiert. „Bei Westwind wird das Nordufer immer weiter ausgespült, deshalb haben die Bäume keinen Halt mehr“, vermutete der Teichpächter. „Sie wachsen außerdem zum Licht hin und neigen sich schon deshalb gen Wasser.“ Auch Enten und andere Wasservögel würden dazu beitragen, das Ufer zu destabilisieren. Puttkammer vermutete hingegen, dass das Ablassen des Wassers den Baumriesen auf Dauer zusetzt.

„Jetzt wissen wir erst einmal, welche Probleme die Binnenfischerei bewegen und welche Erwartungen wir haben“, resümierte Funke. Man verblieb mit der Absicht, einen neuen Vertrag auszuhandeln. Dieser soll den Pächter auch in Sachen Pflege stärker in die Pflicht nehmen. Auch über den Pachtzins will das Rathaus reden.

Von Simone Prenzel

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