Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Parlament drängt: Noch immer kein Nachfolger für Macherner Bürgeramt
Region Wurzen Parlament drängt: Noch immer kein Nachfolger für Macherner Bürgeramt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 07.09.2016
Mehrere Personalbaustellen gibt es derzeit im Macherner Rathaus. Quelle: Archiv
Anzeige
Machern

Noch immer keinen Nachfolger gibt es für den Macherner Bürgeramtsleiter Frank Rübner, der zum 1. Juli ins Landratsamt gewechselt ist und dort Büroleiter von Landrat Henry Graichen (CDU) wurde. Im vorgestrigen Verwaltungsausschuss herrschte unter den Macherner Gemeinderäten Verwunderung darüber, dass die Stelle noch immer nicht ausgeschrieben wurde.

Gemeindevertreter ließen durchblicken, dass sie diese Aufgabe Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) noch vor der Sommerpause übertragen hatten. Die Ortschefin begründete die Verzögerung damit, dass sie sich erst noch mit dem Gemeinderat ins Benehmen setzen wollte, damit dieser sich nicht übergangen fühle. „Ich habe noch einmal Gespräche mit der B & P Kommunalberatung geführt, die in unserem Auftrag eine Organisationsuntersuchung der Gemeindeverwaltung vorgenommen hat. B + P hat vorgeschlagen, für die Amtsleiterstelle einen Bewerber mit Ingenieurabschluss zu fordern und die Ämter neu zuzuschneiden. Dies wollte ich noch einmal im Rat besprechen.“ Lieder warb am Montagabend für diese Ausrichtung, weil das Thema Bauen und Wohngebiete auf der Verwaltungsseite stärker in den Fokus gerückt werden solle, um die Ortsentwicklung voranzubringen.

Im Rat herrschte dazu fraktionsübergreifend eine andere Auffassung. Nachdem Lieder im Juni bereits mit ihrem Vorschlag gescheitert war, eine Drei-Ämter-Struktur einzuführen, argumentierte der Rat am Montagabend auch erfolgreich dagegen, als Nachfolger von Frank Rübner einen Bauexperten zu installieren. „Uns ist wichtiger, dass auf diesem Posten ein Verwaltungsfachmann sitzt“, erklärte Uwe Richter, Vertreter der Freien Wählergemeinschaft. Petra Puttkammer, Sprecherin der CDU-Fraktion, pflichtete ihm bei: „Ingenieurkenntnisse sind an dieser Stelle weniger von Bedeutung. Der neue Amtsleiter muss vielmehr jemand sein, der Ahnung von Verwaltung hat und über Erfahrung in der Mitarbeiterführung verfügt.“ Puttkammer stellte zudem klar, dass die Gemeinderäte auf eine interne Ausschreibung der Stelle setzen. „Es gibt fünf Mitarbeiter mit höherem Verwaltungsabschuss, die im Rathaus angestellt sind und die von ihrer Qualifikation her dazu in der Lage wären.“ Zeitnah solle geklärt werden, ob sich aus diesem Quintett jemand vorstellen könne, das Bürgeramt zu führen. Kommissarisch nimmt die Aufgabe seit Rübners Weggang Steffen Funke, bisher Stellvertreter des Amtsleiters, wahr.

„Dabei“, so Richter, „müssen wir das Fahrrad nicht neu erfinden.“ Statt teure Telefonate mit externen Experten zu führen, spielte Richter auf den ausgeprägten Beratungsbedarf der Bürgermeisterin an, reiche ein Blick ins Internet. „Die Stadt Bad Düben hat gerade die Stelle eines Bau- und Hauptamtsleiters ausgeschrieben“, berichtete der FWG-Mann. Dort werde ein Abschluss als Verwaltungsbetriebswirt, -fachwirt oder die Angestelltenprüfung II verlangt. „An diese Vorlage kann sich auch Machern halten.“ Die Gemeinderäte erwarten, dass die interne Ausschreibung nun zügig auf den Weg gebracht wird. „Sonst entsteht der Eindruck, dass unser Beschluss vom Juni durch die Hintertür konterkariert werden soll“, bemängelte Valentin Theil (SPD).

Eine weitere Personal-Baustelle tut sich im Bürgermeister-Vorzimmer auf. Eine der zwei dort beschäftigten Mitarbeiterinnen wird längere Zeit krankheitsbedingt ausfallen. wie jetzt bekannt wurde. Dafür soll die derzeitige Sekretärin der Macherner Grundschule in die Bresche springen. Deren Aufgaben wiederum soll die bereits im Ruhestand befindliche ehemalige Schulsekretärin übernehmen. Im Verwaltungsausschuss gab es dazu sieben Ja- und zwei Nein-Stimmen. Abschließend behandelt werden muss die Personalie auf der Gemeinderatssitzung am 26. September.

Von Simone Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Den „1. Muldental Polo Cup“ gibt es am 17. und 18. September in Grimma. Dafür sorgt die Gründerin der ersten Poloschule in Sachsen, Laura Quiring. Ihr gemeinnütziger Verein, Polo Liga Sachsen e.V., ist gegenwärtig dabei, sich auf das Event vorzubereiten. Am 7. September ist Anmeldeschluss.

06.09.2016

Grandioses Wetter und gute Stimmung herrschten am Wochenende zum 160-jährigen Bestehen der Lübschützer Feuerwehr. Die Kameraden hatten unter anderem eine Technik-Parade auf die Beine gestellt, die auch Provokantes enthielt. Denn Zukunftssorgen plagen die Aktiven.

06.09.2016

Mit Flächenrückgaben bis hin zum Auflösen von Sparten will der Muldentaler Regionalverband der Kleingärtner auf den hohen Leerstand reagieren. Das sieht ein Konzept vor, welches der Verband jetzt den Vertretern des Stadtrates präsentierte. Derzeit sind in den 17 Wurzener Anlagen über 500 Parzellen verwaist.

05.09.2016
Anzeige