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Wurzen Plädoyer für die Fichte
Region Wurzen Plädoyer für die Fichte
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19:34 09.12.2012
Staatsminister in Aktion: Frank Kupfer (l.) ließ es sich nicht nehmen, assistiert von Andreas Padberg eine Blaufichte für die Kinder des Kindergartens „Regenbogen“ zu schlagen. Quelle: Roger Dietze
Naunhof

Trotz der allseits beliebten, aber zumeist importierten Nordmanntanne will der Sachsenforst in diesem Jahr wieder mindestens 30 000 Nadelbäume aus heimischem Anbau an die Kunden bringen. Landrat Gerhard Gey (CDU) ist viel zu lange im Amt, um in Verlegenheit zu geraten, wenn ihm unverhofft angetragen wird, das Wort in der Öffentlichkeit zu ergreifen. Am Sonnabend zog sich der erste Politiker im Landkreis galant aus der Affäre, indem er im Naunhofer Forst spontan das Weihnachtslied „O Tannenbaum" anstimmte. Dem Anlass angemessen, wurde doch am Blockhaus im Dreiflügelweg die sächsische Weihnachtsbaumsaison eingeläutet. Dabei ließ es sich Staatsminister Frank Kupfer nicht nehmen, Werbung für den einheimischen Nadelbaum zu machen. „Er sorgt nicht nur für gute Stimmung in den heimischen vier Wänden und bleibt lange frisch, sondern man tut zudem mit seinem Kauf auch noch etwas für unser Klima, weil seine Ökobilanz vorbildlich ist", so Frank Kupfer, der selbst mit der Säge Hand anlegte, um für die Kinder des Naunhofer Kindergartens „Regenbogen" eine Blaufichte zu schlagen. „Wir wollen sie im Garten aufstellen, um daran Meisenringe aufzuhängen", so Kita-Leiterin Gundula Rieger. Dafür, so ergänzte Forstdirektor Andreas Padberg des Ministers Ausführungen, eigne sich die Blaufichte vorzüglich. „Neben ihrem pyramidenartigen Wuchs und ihrer schönen Farbgebung ist es nicht zuletzt die Festigkeit ihrer Äste, die sie zum idealen Weihnachtsbaum macht", so Padberg. Zudem sei ihr Anbau auch unter forstwirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll. „Die Fichte ist nicht nur bezüglich des Bodens und des Wasserbedarfes anspruchslos, sondern anders als etwa die Nordmanntanne, die extrem durch Wildbiss gefährdet ist, bedürfen Fichtenschonungen auch keiner Umzäunung." Die am Naunhofer Dreiflügelweg ist die älteste im Forstbezirk Leipzig, in der die Öffentlichkeit zum Weihnachtsbaumschlagen eingeladen wird. „Abgesehen davon, dass für den Sachsenforst ein Einzelverkauf unserer Bäume betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll ist, stellen wir bei Veranstaltungen dieser Art auch das Naturerlebnis in den Mittelpunkt und geben die Möglichkeit, mit dem jeweiligen Revierförster ins Gespräch zu kommen", so der Forstdirektor. Der für den Naunhofer Forst zuständige, Udo Köhler, verheimlichte nicht, dass er in puncto Weihnachtsbaum einen eigenen Geschmack hat. „Ich bevorzuge die Schwarzkiefer, weil mir ihre Wuchsform einen Tick besser als die der Fichte gefällt", so Köhler, der in der Dreiflügelweg-Schonung seit Jahren vom Naunhofer Rentner Rainer Stephan unterstützt wird. „Dass die Blockhütte trotz des allerorts um sich greifenden Vandalismus noch steht, ist auch sein Verdienst", betonte Padberg.

Roger Dietze

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