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Wurzen Pläne für Privat-Klinik in Machern
Region Wurzen Pläne für Privat-Klinik in Machern
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12:23 30.11.2011
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Das Vorhaben eines Klinikbetreibers aus Baden-Württemberg trifft die Kommune etwas unvorbereitet. Seit Jahren unternimmt Machern große Anstrengungen, um sein Ortszentrum zu entwickeln. Mit erheblichen Fördergeldern wurde ein Marktplatz aus dem Boden gestampft, Straßen saniert, Einkaufsstätten und Wohnungen angesiedelt, ein Ärzte- und ein Rathaus errichtet. In die Sanierung des Barockschlosses floss viel Geld, der Landschaftspark wurde zum touristischen Aushängeschild. Nun, so wird befürchtet, könnte eine Klinikansiedlung die Entwicklung des Ortszentrums in eine nicht gewünschte Richtung lenken.

Erstmals kamen die Pläne Ende September im engsten Kreis zur Sprache. Auf Einladung des Wirtschaftsförderungsvereins wurde das Vorhaben Mitgliedern der CDU-Fraktion vorgestellt.

Für die Etablierung der Klinik ist das Kavalierhaus in unmittelbarer Nähe von Schloss und Park im Gespräch. Die Immobilie wird derzeit als Hotel genutzt. Auch die Einbeziehung von Teilen des Schlosses selbst können sich die Investoren offenbar vorstellen. Obwohl das Vorhaben bislang noch nicht mal Thema im Gemeinderat war, schlagen die Wellen bereits hoch. Einige fühlen sich vor vollendete Tatsachen gestellt. Und offenbar sind die Pläne der Interessenten bereits weit gediehen. „Seit Ende letzter Woche liegt dem Bauaufsichtsamt des Landkreises eine Bauvoranfrage für ein privates Fachkrankenhaus vor", erklärte Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes, gegenüber LVZ. „Die Investoren wollen klären, ob ihr Vorhaben überhaupt genehmigungsreif ist." Genau genommen handele es sich um zwei Bauvoranfragen, die sich auf zwei Objekte im Macherner Ortskern beziehen, ergänzte Laux auf Nachfrage. Zu weiteren Details wollte sich das Landratsamt aus Datenschutzgründen nicht äußern. Die Genehmigung einer solchen Klinik obliege dem Freistaat. Grundlage sei der sächsische Krankenhausplan, so Laux.

Mancher ist nicht glücklich, wie sich die Dinge entwickeln. Obwohl es dazu keine offizielle Information gibt, wird vermutet, dass Kaufabsichten für den ehemaligen Konsum mit dem Klinik-Projekt zusammenhängen. Wie LVZ berichtete, wird der Markant-Markt zum Jahresende schließen, weil der Insolvenzverwalter für das Objekt – nur einen Steinwurf vom Kavalierhaus entfernt – einen Erwerber gefunden hat. Da wolle wohl jemand Fakten schaffen, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Zu den vielen offenen Fragen, die zu klären sind, zählt unter anderem die Zukunft des Schlosses. Es müsse unbedingt abgewogen werden, ob sich ein Klinikbetrieb und ruhebedürftige Patienten mit Hochzeiten und Feiern im benachbarten Schloss vertragen, geben Gemeinderäte zu bedenken. Diskutiert werden müsse insbesondere die Frage, ob eine Klinik in dieser zentralen Lage zur strategischen Ausrichtung der Kommune passe. Man sei seit Jahren bemüht, sich als attraktiver Wohnstandort vor den Toren Leipzigs zu etablieren. „Ob es uns weiter gelingen wird, Grundstücke zu verkaufen und damit den Macherner Schuldenberg abzutragen, wenn der Klinik-Plan wahr wird, wage ich zu bezweifeln", äußert Vize-Bürgermeister Robert Steinbauer (CDU). Der Unternehmer hat inzwischen seinen Austritt aus dem Wirtschaftsförderungsverein erklärt und droht damit, vom Aufsichtsratsposten der Gerichshainer Bau- und Wohnungsgesellschaft zurückzutreten.

Frank Lange erklärte, noch liege der Gemeinde nichts Schriftliches vor. Wenn dies der Fall sei, werde das Thema selbstverständlich im Rat behandelt. Es gehe, so Lange, um eine weitreichende Entscheidung. „Wir müssen das Vorhaben sorgfältig prüfen unter Abwägung aller Aspekte." Die Eigentümer des Kavalierhauses waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Simone Prenzel

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