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Wurzen Platzmangel auf dem Brandiser Friedhof
Region Wurzen Platzmangel auf dem Brandiser Friedhof
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20:09 12.09.2018
Friedhof in der Waldstraße: Der Jägerzaun, der sich an das neue Tor anschließt, ist verschlissen. Quelle: Ines Alekowa
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Brandis

Darf ein Grabkreuz in Höhe und Breite die anderen Grabmale auf dem Brandiser Friedhof überragen? Einen entsprechenden Antrag beantwortete der technische Ausschuss jetzt mit nein. Das Abstimmungsergebnis – drei Ja-Stimmen und drei Enthaltungen – und die vorangegangene ausführliche Diskussion der Frage allerdings offenbarten, dass dringend Handlungsbedarf besteht. Und nicht nur hier.

Grabmahle aus Natur- und Kunststein

Die Brandiser Friedhofssatzung macht einige Vorgaben für Grabmale. Sie sieht angesichts der dicht nebeneinander liegenden Grabstellen eine maximale Breite von 50 Zentimetern vor. Und auch Holz, wie in dem Antrag gewünscht, soll, weil es nicht witterungsbeständig ist, nicht verwendet werden, sondern Natur- und Kunststein. Uwe Engel (Linke) befürchtete, bei Zustimmung einen Präzedenzfall zu schaffen. Die Frage sei aber, ob man Individualität zulassen wolle. „Damit wären wir bei einer Grundsatzfrage", so Bürgermeister Arno Jesse (SPD). „Wir könnten sie zum Anlass nehmen, um über unsere Friedhofssatzung nachzudenken." Seiner Meinung nach, sollte man Vielfalt durchaus zulassen, „aber in einem bestimmten Rahmen".

Gebühren werden neu kalkuliert

Mit der Friedhofsgebührensatzung jedenfalls müssen sich die Bürgervertreter bereits in Kürze befassen. Hauptamtsleiter Robert Kröber informierte, dass die Stadtverwaltung die Friedhofsgebühren neu habe kalkulieren lassen. „Das Ergebnis liegt jetzt vor.“

Bauamtsleiterin Kerstin Quandt lenkte den Fokus zudem auf die Einfriedung des Friedhofes. Im Jahr 2013 war das Eingangstor in der Waldstraße ersetzt worden. Das neue ist aus verziertem Schmiedeeisen. Der angrenzende Jägerzaun passt nicht nur optisch nicht dazu, er ist auch stark verschlissen und erneuerungsbedürftig. „Den Zaun schmiedeeisern weiterzuführen, übersteigt allerdings unsere finanziellen Möglichkeiten", stellte Quandt klar.

Neue Einfriedung weiter umstritten

Um eine dem Ort und der Bedeutung angemessene Gestaltung zu erreichen, sei deshalb angedacht, die Bereiche durch Gabionen, das sind mit Steinen gefüllte Drahtkörbe, zu ersetzen und dabei die Höhe des Tores aufzunehmen. Für diese kalte graue Gestaltung allerdings konnten sich die Ausschussmitglieder nicht richtig erwärmen. Diese Variante sei zwar wartungsarm, müsste aber zumindest begrünt werden, zum Beispiel mit Efeu, meinte Engel.

Eine reine Hecke jedoch wurde ebenfalls kritisch gesehen: „Der Bauhof kommt mit der Grünpflege jetzt schon nicht hinterher." Knut Wießner, als sachkundiger Bürger im Ausschuss, lehnte einen offenen Zaun, der wie schon der jetzige Jägerzaun einen ungehinderten Blick auf den Friedhof gewährt, ab. „Hier gehört eigentlich eine richtige Mauer ringsum, um Privatsphäre zu gewährleisten. Wer auf den Friedhof geht, will seine Ruhe haben.“ Er empfahl einen Blick in die Fachliteratur, wie Friedhöfe früher geplant wurden, und warum man dort bestimmte Dinge tut oder lässt. In Brandis jedenfalls fehle ihm die Achtung vor dem Friedhof.

„Wir sind uns bewusst, dass es nicht schön aussieht", räumte Jesse ein. „Vielleicht haben die Fraktionen kreative Ideen. Wir sind für Vorschläge offen."

Von Ines Alekowa

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