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Plötzliche Konkurrenz: Zwei Planer wollen Belgershainer Turnhalle bauen

Gemeinderat Plötzliche Konkurrenz: Zwei Planer wollen Belgershainer Turnhalle bauen

Für den Bau der neuen Belgershainer Sporthalle steht jetzt ein zweiter Bewerber auf dem Plan. Im Gemeinderat stellte vorgestern Abend Rainer Kretschmer von der gleichnamigen Industriebau GmbH Döbeln sein Projekt vor. Die Räte müssen sich nun entscheiden müssen, ob sie ihm oder dem Entwurf des Borsdorfer Architektenbüros Strauß den Zuschlag geben.

Nach der Idee von Planer Rainer Kretschmer könnte die neue Belgershainer Sprothalle von der Straße aus so aussehen.

Quelle: Rainer Kretschmer

Belgershain. Für den Bau der neuen Belgershainer Sporthalle steht jetzt ein zweiter Bewerber auf dem Plan. Im Gemeinderat stellte vorgestern Abend Rainer Kretschmer von der gleichnamigen Industriebau GmbH Döbeln sein Projekt vor. Die Abgeordneten werden sich nun entscheiden müssen, ob sie ihm oder dem Entwurf des Borsdorfer Architektenbüros Strauß den Zuschlag geben.

Den zweiten Planer haben Sportler vom SV Belgershain ins Spiel gebracht. „Wir wollten noch ein Angebot, um vergleichen zu können“, sagt Kay Grimm, Sektionsleiter Leichtathletik. Und Nachwuchskoordinator Jan Pischer erklärt: „Bei der ersten Präsentation der Strauß-Architekten fiel die Halle zu klein aus für die Sportarten, die in unserer Gemeinde praktiziert werden, zum Beispiel Fußball und Volleyball.“ Schließlich handle es sich nicht nur um eine Schulsporthalle.

Während die Sportler im Internet nach einer Alternative suchten und mit Kretschmer fanden, änderte sich jedoch der Entwurf der Strauß-Architekten. „Sie haben vieles eingearbeitet, was wir gewünscht haben“, erläutert der stellvertretende Bürgermeister Bernd Weisbrich (Freie Wählervereinigung). „Unter anderem ist die Halle auf eine turnierfähige Größe angewachsen.“

Der Gemeinderat hatte schon mit der Strauß’schen Planung geliebäugelt. Nun aber legte Kretschmer eine Alternative auf den Tisch, die das Parlament nicht einfach vom Tisch wischen kann. Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) gestattete dem Döbelner Büro, seine Ideen vor versammelter Mannschaft zu präsentieren.

„Ich bin seit einigen Jahren für Astron, einen führenden europäischen Hallenbauer, tätig“, erläutert Kretschmer. Diese Firma arbeite mit höherfestem Stahl, dadurch ließen sich mit schlankeren Stützen größere Spannweiten erreichen. Das eingesetzte Material würde den Aufwand für spätere Reparaturen und Instandhaltungen so gering wie möglich halten.

Die Halle solle den ästehetischen und technischen Anforderungen gerecht werden, ohne einen architektonischen Schönheitspreis zu gewinnen. In die Fassaden würden farbige Blechelemente eingesetzt. „Es muss ja nicht das lebensbejahende Grau mancher Industriebauten sein“, scherzt Kretschmer. Viele Fenster sollen das Tageslicht einfallen lassen.

Im Inneren biete die Halle Platz für ein 20 mal 40 Meter großes Handballfeld oder für ein Volleyballfeld in Turniergröße oder für drei kleine Basketballfelder, die zu einem großen zusammengelegt werden könnten. Seitlich schließe sich der Sozialbereich an. Er bestehe aus einem Gang, von dem eine begrenzte Anzahl von Zuschauern das sportliche Geschehen beobachten könnten, Toiletten, Duschen und Umkleideräumen, je nach Geschlecht getrennt und zum Teil behindertengerecht. Außerdem gebe es ein Lehrerzimmer für den Schulsport, einen Putzmittel- und einen Sanitätsraum. Auf der gegenüberliegenden Seite der Turnhalle ließen sich im Anbau die Sportgeräte verstauen. Alles in allem also ein Grundriss, wie er nicht nur der bisherigen Halle ähnelt, sondern auch den Vorstellungen der Strauß-Architekten.

Im Preis, so Vize-Bürgermeister Weisbrich, liegt Kretschmer allerdings etwas günstiger. Das Döbelner Büro berechnete für eine Halle mit einer Fläche von 955 Quadratmetern 1,443 Millionen Euro. Einschließlich Abriss der alten Halle, Gestaltung des Außenbereichs mit integrierter Weitsprunganlage und Baunebenkosten kämen 2,061 Millionen Euro zusammen. Würde eine 1395 Quadratmeter große Halle gewünscht, lägen die Kosten für den Neubau bei 1,714 Millionen Euro und für alles zusammen bei 2,383 Millionen Euro. Die nächstgelegene Astron-Sporthalle steht laut Kretschmer in Lützen, die Gemeinderäte könnten sie gern in Augenschein nehmen.

Der Preis ist für Weisbrich nicht allein entscheidend. „Wir müssen auch die Details beachten“, sagt er. „Bei den Strauß-Architekten sind zum Beispiel die Zuschauerbereiche und die Umkleideräume größer.“ Außerdem würden die Abgeordneten ihr Gefühl einfließen lassen, welche Halle für Belgershain besser ist, wenn sie zur nächsten Gemeinderatssitzung eine Entscheidung fällen. „Noch lässt sich nicht sagen, wer am Ende den Zuschlag erhält“, betont der stellvertretende Bürgermeister.

Von Frank Pfeifer

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