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Wurzen Poesie der Muldenauen
Region Wurzen Poesie der Muldenauen
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05:00 06.08.2011
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. Der Maler Wolfgang Oeconomo verbringt viel Zeit in der Natur. Seine Ausstellung „Malerei und Grafik – ein Querschnitt aus vier Jahrzehnten" erzählt davon. Neben Landschaften gehören auch Menschen, Stillleben und Stadtansichten zu den bevorzugten Motiven des Künstlers. 60 seiner Bildwerke sind jetzt im Brandiser Rathaus zu sehen.

Die Muldentaler Landschaft ist für Entdecker vorgesehen: ein Fluss, der in Orange glüht und hin zu einer sanftblauen Hügelkette fließt – ist das die Mulde? Und die Auen, die von Grün- und Blautönen überflutet werden, sind das die Wiesen bei Höfgen? Aber ja, man muss nur genau hinschauen! Denn was in vertrauter Farbigkeit erscheint, kann sich schnell ändern – die Natur selbst ist es, welche die Landschaft fortwährend umgestaltet. Aber manchmal haben wir das Sehen eben verlernt. Doch mit den Augen von Malern kann man wieder neu wahrnehmen. „Ich möchte den Betrachtern die Schönheit der heimatlichen Umgebung mitteilen", sagt Wolfgang Oeconomo. „Ihre Poesie, ihre stille Herbheit, das Friedvolle und Harmonische." Eingefangen hat der Künstler aber auch jene Stimmungen, wo noch Tag ist, aber auch schon ein bisschen Nacht und die tausendmal gesehene Mulde schön und geheimnisvoll zugleich erscheint. Und auch die Jahreszeiten werden zur Realität auf seinen Bildern. Denn selbstverständlich lässt sich der Herbst mit dem Maler ebenfalls neu erkunden: von wegen Abschied! Ein bisschen Fröhlichkeit hält hier mit den warmen Farben Einzug. Auf einem weiteren Herbstbild schaffen die feinen Nuancen von Rosa einen eigentümlichen Zauber. „Natürlich fließt auch immer die eigene Stimmung, das Lebensgefühl in die Arbeiten ein", weiß der Künstler. „Ausgangspunkt ist stets das bildnerische Erleben der Natur. Man bedient sich dann sichtbarer Gegenstände als Transportmittel."

Wolfgang Oeconomo ist in der Muldentaler Region kein Unbekannter: Lange leitete der mittlerweile in Mutzschen lebende Kunstpädagoge einen Mal- und Zeichenzirkel für Kinder in Grimma. Und seit vielen Jahrzehnten gehört er dem Kunst – und Fotoverein der Muldestadt an, wo er den Arbeitskreis „Bildnerisches Gestalten" führt. Gemalt hat Wolfgang Oeconomo schon als kleiner Junge gern, später studierte er in Leipzig; die Maler und Grafiker Peter Schnürpel und Günther Albert Schulz waren dabei Lehrer und Vorbilder zugleich. Nachdem Oeconomo über Kunsttheorie promovierte, lehrte er bis 1992 am Institut für Kunstpädagogik der Universität. Nach einigen Jahren der Selbstständigkeit folgte eine Tätigkeit an der Leipziger Musikschule Johann Sebastian Bach, wo der Pädagoge im Fachbereich Bildende Kunst mit Kindern und Jugendlichen arbeitete. „Leider gibt es diesen Bereich nicht mehr", bedauert Oeconomo. Wurzener Grundschulkinder sind es jetzt, die – im Rahmen der Ganztagsangebote – begeistert mit ihm malen.

Und auch er selbst will sich nun wieder stärker seinen künstlerischen Arbeiten widmen. Überzeugend ist schon der Querschnitt der Brandiser Schau, die noch bis 23. September zu sehen ist: Ausgestellt sind Arbeiten in Öl, Pastelle und Aquarelle oder Blätter, die mit Pittkreide, Bleistift und Tusche entstanden sind. Farblinoldrucke (Hängebrücke mit Gattersburg – „eine Riesenarbeit!") und Kaltnadelradierungen befinden sich ebenfalls darunter. Doch warum sind es genau 60 Werke? „60 Jahre – 60 Werke", schmunzelt der Maler. Wolfgang Oeconomo darf sich auf seinen sechzigsten Geburtstag im Oktober freuen: Mehr Zeit für seinen Garten, für das Malen und das Streifen durch die Muldentaler Natur.

Ingrid Hildebrandt

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