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Polenzer Eisbären mögen es kalt: Bad im Moritzsee hält den Körper fit

Eisbaden zu Silvester Polenzer Eisbären mögen es kalt: Bad im Moritzsee hält den Körper fit

Baden bei Wind und Wetter hilft gegen Schnupfen, gegen Rheuma und hält den Geist frisch – das wissen die Polenzer Eisbären aus langjähriger Erfahrung. Wer nicht selbst in den Ammelshainer Moritzsee stieg, verfolgte das Geschehen interessiert vom Ufer aus.

Keine Scheu vor vier Grad kaltem Wasser: Die Polenzer Eisbären beschlossen das Eisbadejahr am Silvestertag traditionell bei Bratwurst und Glühwein.

Quelle: Roger Dietze

Naunhof. Einen Hauch Winter hatten die Tage vor Silvester im Gepäck – pünktlich zum letzten Eis-Bad des Jahres der Polenzer Eisbären im Ammelshainer Moritzsee, in dessen Rahmen zwei Dutzend Frauen und Männer ihre Zuschauer am Silvestertag traditionell mit Glühwein und Bratwurst bewirteten. Die Eisbader selbst können auf derartige von innen wärmende Substanzen verzichten, ihre Auseinandersetzung mit dem um diese Jahreszeit empfindlich frischen Nass vollzieht sich vielmehr im Kopf. „Das Wasser ist in der Tat sehr kalt, und auf diese Tatsache muss man seinen Körper mental vorbereiten“, erklärte Günther Friedrich. Er weiß, wovon er redet. Denn der 75-Jährige hat nicht nur die Polenzer Eisbären ins Leben gerufen, die von Anfang der achtziger Jahre bis zur Wiedervereinigung in Vereinsform organisiert waren, er gehört auch zu den Pionieren der hiesigen Eisbader-Szene.

„Ich war viele Jahre beruflich in der Naherholung tätig und sehr viel an den Naunhofer Gewässern unterwegs. Dabei hat sich ergeben, dass ich sommers wie winters meine Bäder in den Seen genommen habe“, so Friedrich. Sei er anfangs von seinen Kollegen mit Spott bedacht worden, hätten alsbald landauf, landab Gleichgesinnte die in der Sowjetunion beheimatete Eisbader-Tradition aufgegriffen. Friedrich selbst stieg vor einem Jahr letztmalig in die kalten Fluten. Mit ein wenig Wehmut, wie der 75-Jährige bekannte, obgleich für ihn kaltes Duschen nach wie vor auf der Tagesordnung stehe. Der Grund dafür liegt auf der Hand: „Erkältung ist für mich ein Fremdwort.“ Wie auch für die übrigen Polenzer Eisbären, denen abgehärtete Männer und Frauen unter anderem aus Taucha, Brandis, Beucha, Leipzig und Beiersdorf angehören. Der älteste aktive Polenzer Eisbär zählt 65 Jahre, der jüngste, Friedrichs Enkel Stefan Matthiae, 27. „Der Großvater war für mich immer Vorbild, dass ich in seine Fußstapfen getreten bin, hat sich folgerichtig ergeben“, so Matthiae, der ihm mittlerweile an der Spitze der Eisbären gefolgt ist.

Bemühungen, deren Altersdurchschnitt deutlich nach unten zu drücken, sind bislang an den Lebensgewohnheiten des Nachwuchses gescheitert. „Wenn wir uns allwöchentlich in der kalten Jahreszeit sonntags um 10 Uhr zum Eisbaden treffen, dann liegt die Jugend noch im Bett“, so Friedrich. Vermutlich nicht an der frühen Uhrzeit scheitern dürfte Margret Hübners ins Auge gefasster Anschluss an die Polenzer Eisbären. Die Brandiserin verfolgte mit großem Interesse das Abschlussbaden. „Bis zehn Grad Wassertemperatur gehe ich mit meinem Mann regelmäßig in den See, ich könnte mir vorstellen, es künftig auch bei um einige Grad kälterem Wasser zu tun“, so die 66-Jährige. Dass die Bäder dem Körper gut tun, könne sie aus der eigenen Erfahrung bestätigen: „Seitdem ich regelmäßig im See baden gehe, hat sich mein Rheuma deutlich abgeschwächt.“

Von Roger Dietze

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