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Polenzer Hoffest mit Musik und Fotografie

Polenzer Hoffest mit Musik und Fotografie

Viele, viele bunte Klänge, eine Sonne, die ihrem Namen Ehre macht, ein altes Bauerngut, eine fotografische Reise durch die Region und ein engagierter Verein - das Musikalische Hoffest zog am Sonntag wieder Hunderte begeisterte Besucher und Kunstfreunde aus allen Himmelsrichtungen nach Polenz.

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Verbreitet einfach gute Laune: der Afrikachor "Jabulani" bei seinem Auftritt in Polenz.

Quelle: Ingrid Hildebrandt

Brandis/Polenz. Wenn Mozart und Bach auf afrikanische Lieder treffen, Amateure neben Berufsmusikern spielen, ist Hoffest in Polenz. Es gibt so viele Arten Musik zu machen - warum sich also beschränken auf einen Stil, sagte sich der Polenzer Verein Einigkeit 4 und lud zu klassischen Klängen, freier Improvisation oder deutschen und internationalen Chorliedern: Wie man das alles sinnvoll erklingen lässt? Ganz einfach: nacheinander. Wozu hat der historische Dreiseithof verschiedene Räume: Kuhstall, Bauernküche oder Hof bildeten die Kulisse für ein musikalisches Fest ohne Grenzen. Ob Polenzer Männer- und Frauenchor, ob Naunhofer, Macherner, Polenzer oder Leipziger Musiker - alle vereinte die Freude am Musikmachen, an der Schönheit von Klängen. "Freut Euch" - der Chor "Jabulani" aus Leipzig trägt das Motto sogar im aus dem Zulu entlehnten Namen: Musikalisch geht die Sonne auf, wenn die Sängerinnen und Sänger traditionelle Songs anstimmen und ausgelassen über das Hofpflaster tanzen. Mal wird, wie in "Mamaliye", die "Mutter Afrikas", mal ein Ahne geehrt: "Wenn in einem Dorf ein alter Mann stirbt, ist es, als wenn ein alter Baum stirbt. Die jungen Vögel haben nichts mehr, worauf sie sich setzen können."

"In den afrikanischen Liedern gehören Musik und Bewegung zusammen", erzählt Chorleiterin Juliane Müller. Überhaupt sei diese Musik mehr rhythmuszentriert. "Musik ist auch eine körperliche Erfahrung. Da darf man keine Scheu haben, die Hüften zu bewegen." Nach Polenz fährt "Jabulani" gern: "Hier fühlen wir uns verstanden. Es kommt eine gute Energie rüber."

"Man hört ihnen die Musizierfreude an", geben Christel und Jochen Lahrius das Kompliment zurück. Doch dies gelte für alle Mitwirkenden am Hoffest: "Hier lebt die Musik. Vor Jahren waren wir zum Tag der offenen Tür erstmals hier, seitdem kommen wir immer wieder und erleben Gutes", erzählt das Naunhofer Ehepaar. "Alles ist wunderbar entspannt, kein aufgesetztes Gehabe." "Vom total schönen Flair" ist auch Tina Maiwald angetan. Die gebürtige Bennewitzerin kam mit ihren Söhnen Lukas und Johannes und Janet Kullrich, einer Freundin aus Kindertagen, nach Polenz. "Es ist ursprünglich und international zugleich", lobt auch Irina Salewski die Initiative des Künstlerehepaares Mariko Mitsuyu und Adam Jones und des Polenzer Vereins Einigkeit 4. Auch die Sonderausstellung des freischaffenden LVZ-Fotografen Klaus Peschel ist für die Brandiserin ein Grund die Polenzer Kulturstätte zu besuchen. "Gesichter und Geschichten - Reportagefotografie aus Beucha, Brandis und Polenz" heißt die Schau, die fotografische Geschichten aus zehn Jahren erzählt. "Die Menschen ruhen in sich, sind angekommen", weist Irina Salewski auf Fotos von Polenzern. "Es sind ehrliche Porträts", findet Franz-Josef Wallossek. Der Zweenfurther kann es einschätzen: "Ich habe viele Jahre im Brockhaus-Verlag gearbeitet; Tausende Fotos sind durch meine Hände gegangen." Und Georg, ein junger Hobby-Fotograf aus Leipzig, staunt über "die vielen unterschiedlichen Motive: Sehr abwechslungsreich". Passend zum Musikalischen Hoffest.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.07.2013

Simone Prenzel

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