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Polo-Schnupperstunden auf der Trabrennbahn in Panitzsch

Grimma Polo-Schnupperstunden auf der Trabrennbahn in Panitzsch

Schnupperstunden bei einem edlen Sport: Beim Osterfeuer auf dem Gelände der Panitzscher Trabrennbahn konnten sich Interessenten am Sonnabend mit der Welt des Polos vertraut machen. Ziel ist ein richtiger Ligabetrieb, dazu wurde die Pololiga Sachsen ins Leben gerufen.

Osterfeuer in Panitzsch: Dabei gab es Schnupperstunden in Sachen Polo.

Quelle: Bert Endruszeit

Panitzsch/Borsdorf. Schnupperstunden bei einem edlen Sport: Beim Osterfeuer auf dem Gelände der Panitzscher Trabrennbahn konnten sich Interessenten am Sonnabend mit der Welt des Polos vertraut machen. Doch wo waren die Pferde? Auf dem Platz fand sich lediglich ein hölzernes namenloses Pferdchen, von dem aus zum Schlag ausgeholt werden konnte.

„Die echten Pferde hätten Angst vor dem Feuer gehabt“, erklärte die Borsdorferin Laura Quiring mit Blick auf das riesige Osterfeuer, das am Nachmittag entzündet wurde. Doch das war kein Problem, schließlich ging es erst einmal darum, ein wenig in die Geheimnisse des Polosports einzutauchen. Quiring betreibt mit der Firma Q Vision GmbH in Grimma eine Poloschule. „Unser Ziel ist ein richtiger Ligabetrieb, dazu haben wir die Pololiga Sachsen ins Leben gerufen.“ Stück für Stück soll nun am Roten Vorwerk in Grimma alles etwas größer werden. „Derzeit haben wir 15 Schüler, es sollen aber locker 50 werden.“ Der Borsdorfer Bürgermeister Ludwig Martin (CDU) zeigte sich sehr angetan – auch wenn er nicht aufs Polopferd klettern wird. „Ich kann mich gut rausreden, denn für diese Pferde bin ich etwas zu schwer. Das können dann die anderen machen.“

Polo ist nicht irgendeine Sportart. „Es ist die älteste Teamsportart der Welt“, erklärt Quiring. Gespielt wird mit zwei Mannschaften mit jeweils vier Reitern, die mit Schlägern den Ball treffen wollen. Dabei kann es richtig schnell werden. „Profis bringen den Ball auf bis zu 250 Kilometer pro Stunde“, weiß Quiring. Deshalb steht die Sicherheit an erster Stelle, ein Helm mit Visier ist da unabdingbar. Die Pferde sind eher kleinere Exemplare mit einem Stockmaß bis 1,60 Meter. „Die müssen mutig und stark im Antritt sein. Und sie dürfen nicht gleich abhauen, wenn da einer angeprescht kommt.“ Für diesen Zweck wurden sogar spezielle Polopferde aus Argentinien geholt. Bis Jahresende sollen in Grimma dann bis zu zehn Tiere trainieren.

Derzeit gibt es in Grimma drei verschiedene Trainingsgruppen, je nach der reiterischen Erfahrung der Spieler. Spitzen-Reiter müssen Polospieler aber nicht unbedingt sein. „Es gibt Leute, die können toll reiten, kommen aber mit den Schlägern nicht so gut zurecht – und umgekehrt.“

Polo ist in Deutschland ein sehr exotischer Sport, alles in allem dürfte es derzeit etwa 500 Aktive geben. In Sachsen ist Grimma der einzige Trainingsort. „Wir wollen Polo zu einem Breitensport machen, und das zu günstigen Preisen, ohne dabei pleite zu gehen“, beschreibt Quiring ihr Anliegen. Ziel sei auch die Etablierung von Schulmannschaften, am Freien Gymnsium in Borsdorf gibt es bereits drei Spieler, in Grimma eine Schülerin. „Wir suchen also noch Interessenten.“ Ein anspruchsvoller Sport sei es so und so. Von Silvester Stallone stammt folgender Ausspruch: „Polo ist wie Golf spielen bei Erdbeben.“

Die 15-jährige Josephine Krüger ist seit Mitte Januar dabei. „Reiten wird dabei fast zur Nebensache, denn man muss sich ja auf das Spiel konzentrieren.“ Sie kam übers Westernreiten zum Polo und erzählt: „Ich habe ganz schnell Blut geleckt“

Von Bert Endruszeit

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