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Wurzen Premiere für die Trödelmeile beim fünften Parkfest in Großzschepa
Region Wurzen Premiere für die Trödelmeile beim fünften Parkfest in Großzschepa
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00:19 13.09.2017
Flohmarkt-Händler: Die Trödler trafen sich mit Emmi (vorn links) und Florentine sowie Schwein Erna zum Gruppenfoto. Quelle: Bert Endruszeit
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Großzschepa

Ganz groß feiern rund um die Herrenhausruine: Das fünfte Parkfest zog am Wochenende zahlreiche Besucher in seinen Bann. Neben bewährten Dingen wie Festzelt und Kinderspielen gab es auch Neues zu erleben. Einige Flohmarktstände wurden so gewissermaßen zur Großzschepaer Trödelmeile.

Zu verdanken war diese maßgeblich dem Falkenhainer Jochen Bischoff. Seit anderthalb Jahren ist er Mitglied im Großzschepaer Rittergutsverein. „Das gesamte Ambiente hier und der Verein haben mir einfach gefallen“, berichtete er. Und der Flohmarktstand lag bei ihm buchstäblich auf der Hand. „Viele Jahre lang bin ich von Trödelmarkt zu Trödelmarkt gefahren, sogar hauptberuflich.“ Jetzt sei die Beschäftigung mit schönen alten Dingen für ihn nur noch ein Hobby.

„Erstmals seit zwei Jahren habe ich einige Kisten wieder ausgepackt.“ Und darin fanden sich so manche Raritäten. Zum Beispiel Modellautos aus der Frühzeit der DDR. „Dieser Robur beispielsweise hat mal 4,10 Mark gekostet. Heute muss man dafür schon 50 Euro hinlegen.“ Das gelte jedoch nur bei perfekter Erhaltung und bei Vorhandensein der Originalverpackung. Allerdings haben viele vergleichbare Autos lange als Spielzeug gedient, das mindert heute ihren Wert. Doch Jochen Bischof hat vor Jahrzehnten alles richtig gemacht - die kleinen Fahrzeuge entnahm er damals vorsichtig aus der Verpackung und stellte sie als Dekoration auf seine Modelleisenbahnplatte. „So blieben sie bis heute gut erhalten.“

Kaum war diese Geschichte erzählt, zeigte er schon die nächste bunt bedruckte Schachtel. „Was viele nicht wissen: In den späten Fünfzigerjahren gab es in der DDR für Ostgeld sogar noch die echten Matchbox-Autos. Dafür habe ich damals mein Taschengeld gespart.“ Später konnten diese in England hergestellten Autos nur noch gegen Devisen im Intershop gekauft werden. Sind die Fahrzeuge heute ein Renner? „Man muss als Verkäufer viel Geduld haben“, so Bischoff. „Leider gibt es immer weniger richtige Sammler. Ich würde gerne mehr richtig Antikes verkaufen, doch für viele Leute ist das einfach zu teuer. Das Publikum bestimmt nun mal das Angebot.“ In der Praxis heißt das: Oft lasse sich auf dem Trödelmarkt fast ladenneues Spielzeug zum Niedrigpreis viel besser verkaufen als manche teure Rarität.

Eine Seltenheit auf vier Beinen schnüffelte am Sonnabend durch den Großzschepaer Rittergutspark. „Das ist unser Minischwein Erna“, verriet die elfjährige Emmi. „Als sie ganz klein war, haben wir sie noch in der Wohnung gehalten. Jetzt wohnt sie im Stall und rennt im Garten rum.“ Längst ist das possierliche Tier zahm und setzt sich auf Kommando sofort auf die Hinterbacken. Für sonstige Schweinereien ist Erna übrigens nicht zu haben – seit Jahren ist sie stubenrein.

Für viele Großzschepaer und Gäste von auswärts gehört das Parkfest zum alljährlichen Pflichtprogramm. Das war auch bei Ramona Fraatz aus Nischwitz so, die mit ihrer zehnjährigen Enkelin Sophie übers Gelände schlenderte. „Das ist hier eine ganz tolle Veranstaltung, es wird sehr viel für Kinder geboten.“ Gerade die Geschicklichkeitsspiele aus Holz zogen den Nachwuchs magisch an. Und auch der zwölfjährige Timo hatte seinen klaren Favoriten: „Das Entenrennen. Das gibt es nicht überall, und es ist immer sehr spannend. Ich finde aber auch die Schießbude toll.“

Katrin und Niels Horn schlüpften in Gewänder der früheren Rittergutsherrschaften. Quelle: Bert Endruszeit

Von Bert Endruszeit

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