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Wurzen Programm „Schatzsuche“ soll verborgene Fähigkeiten von Kindern entdecken helfen
Region Wurzen Programm „Schatzsuche“ soll verborgene Fähigkeiten von Kindern entdecken helfen
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00:21 19.08.2017
Die seelische Gesundheit von Kindern steht unter anderem im Mittelpunkt des Elternprogramms „Schatzkiste“. Quelle: Foto: dpa
Landkreis Leipzig

Ausgewählte Kitas in Sachsen werden derzeit zu Eltern-Kind-Zentren ausgebaut. Das Modellprojekt umfasst 31 Einrichtungen. Aus dem Landkreis hatte sich die evangelische Kirchgemeinde Markkleeberg erfolgreich um eine Teilnahme beworben. Darüber hinaus gibt es weitere Angebote der Familienbildung, auf die Eltern in der Region zurückgreifen können.

Die Fraktion der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) im Kreistag interessierte sich dafür, welche speziellen Angebote Erziehungsberechtigen unterbreitet werden. Aufgaben der Familienbildung, wie Elternschulungen oder eine sozialpädagogische Betreuung von Eltern, seien in der Regel nicht von den Erziehern zu leisten, teilte Landrat Henry Graichen (CDU) daraufhin mit. „Die Fachkräfte leisten ihre Arbeitszeit als Kontaktstunden am Kind. Zusätzliche Zeiten für die Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit sind derzeit lediglich dem Geschick der Leiterin bei der Dienstplangestaltung zu verdanken“, heißt es seitens der Kreisbehörde. Im Rahmen von thematischen Elternabenden oder in individuellen Entwicklungsgesprächen würden in der Regel einmal jährlich Möglichkeiten besprochen, das eigene Kind zu fördern. Punktuell würden sich Einrichtungen darüber hinaus in verschiedenen Modellprojekten engagieren. Verwiesen wird zum Beispiel auf das Programm „Ekiz – Sachsen wird familienfreundlicher“. Die Kita Marienkäfer in Markkleeberg sei im Vorjahr dafür ausgewählt worden. Sachsen möchte im Rahmen des Modellvorhabens Kitas zu Eltern-Kind-Zentren entwickeln. Anliegen sei ein stärkerer Austausch mit den Eltern – und wenn nötig auch eine Beratung bei Problemen. „Wir wollen Willkommensorte für Familien schaffen, die einen Austausch ermöglichen und Hilfe anbieten“, hatte Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) zum Projektstart erklärt. Sachsenweit stehen bis Ende 2017 pro Jahr 500 000 Euro für Projekte zur Verfügung. Für den Landkreis besteht der Charme darin, dass die Zentren möglichst viele Eltern aus dem jeweiligen Sozialraum – nicht nur der Kommune selbst – mit unterstützenden Angeboten ansprechen. So könne über die eigentliche Reichweite der Kita hinaus elterliche Erziehungskompetenz gestärkt und die Entwicklung von Kindern gefördert werden, betont Graichen. Welche Effekte erzielt werden, das wolle sich der Landkreis am Beispiel Markkleeberg genau anschauen.

Ein weiteres Programm nennt sich „Schatzsuche“. Daran beteiligt ist aktuell eine Kita im Wurzener Ortsteil Kühren. Das Bild einer abenteuerlichen Schatzsuche ist der rote Faden dieses Eltern-Programms. Mütter, Väter oder andere Bezugspersonen begeben sich dabei auf eine Reise. Sie entdecken Stärken und heben Schätze, die in den Kindern schlummern. Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei das Thema seelische Gesundheit. Sachsenweit nahmen bislang Erzieher von rund 30 Kitas an der Qualifizierung teil. Auch in Kühren erhalten die Erzieher eine Schatzkiste – mit Landkarte, Logbuch und Reisetagebuch. Mit Hilfe dieser Materialien soll es leichter fallen, verborgene Fähigkeiten zu heben. Das Programm Schatzsuche wurde in Hamburg entwickelt und findet in Sachsen unter dem Dach der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung statt. Das Programm ist darauf ausgelegt, die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern zu fördern. Anliegen ist, psychische Erkrankungen bei Kindern gar nicht erst eskalieren zu lassen, sondern ihnen wirksam vorzubeugen. Mit dem Programm werde auf Stimmen aus der Praxis reagiert, teilte die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung mit. Eltern bräuchten bei der Förderung der seelischen Entwicklung ihrer Kinder Unterstützung, Informationen und Austausch.

Ein Ziel, dem sich der Landkreis seit Jahren auch mit dem Netzwerk für Kinderschutz und frühe Hilfen verpflichtet fühlt, wie Landrat Graichen betont. Seit 2007 gibt es das Netzwerk, das vom Bund gefördert wird. Die Begleitung durch Familienhebammen, erweiterte Familienbildungsangebote oder Begrüßungsbesuche bei Neugeborenen sind einige der Standbeine. All dies, so Graichen, sei Teil des präventiven Kinderschutzes im Landkreis. Nicht unerwähnt lässt er, dass zahlreiche weitere Akteure wichtige Hilfen anbieten, darunter zahlreiche ehrenamtlich organisierte Eltern-Kind-Gruppen oder die Familienpaten der Diakonie.

Von Simone Prenzel

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