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Wurzen Projekt Geopark-Bahnhof in Wurzen kommt wieder in Fahrt
Region Wurzen Projekt Geopark-Bahnhof in Wurzen kommt wieder in Fahrt
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16:55 25.10.2018
Der Bahnhof Wurzen soll umgebaut werden. Quelle: privat
Wurzen

Utz Leischnig will nun selbst die Weichen für das Projekt Geopark-Bahnhof Wurzen stellen. Wie Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) jetzt im Kulturausschuss des Stadtrates mitteilte, habe ihm der Besitzer der Immobilie versichert, die Initiative zu ergreifen und somit die bauliche Basis für ein künftiges Besucherinformations- und Tourismuszentrum zu schaffen. Am Mittwoch erfolgte dazu zwischen Leischnig und dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) ein erstes Gespräch in Bezug auf mögliche Fördergelder.

Noch vor vier Wochen stand das Thema unter weitaus schlechteren Vorzeichen, sodass Stadträtin Hannelore Dietzschold (CDU) unlängst Dampf abließ – „wir müssen hier endlich mal zu Potte kommen“. Immerhin liegen die Pläne in Form einer 48 790 Euro teuren Machbarkeitsstudie bereits seit Monaten vor. Den Unterlagen zufolge soll das Einfallstor an den Gleisen als Werbebotschafter für den Geopark Porphyrland sowie das Sächsische Burgenland dienen und zugleich die Wurzener Tourist-Information beherbergen. Zum Service in der 180 Quadratmeter großen Gepäckhalle gehören dann auch der Verkauf von Veranstaltungstickets, Literatur, Souvenirs und regionalen Produkten. Gastronomie, ein Regional- und Reisemarkt sowie ein Fahrradverleih inklusive Schließanlagen komplettieren die angedachte Angebotspalette.

Hürden vor Beginn des Projekts

Allerdings forderte die Landesdirektion vor dem eigentlichen Startpfiff klare Eigentumsverhältnisse, ansonsten könnten keinerlei finanzielle Hilfen fließen. Demnach müsste die Kommune entweder Eigentümer des Objektes sein oder sich die Verfügungsgewalt per Erbbaupachtvertrag sichern. Die dritte Option, so Röglin zur aktuellen Tagung des Gremiums, wäre eine Vermietung an die künftigen Nutzer. Und genau darauf setzt Utz Leischnig. Er nahm übrigens kurz nach der Rede des Stadthauschefs an der Sitzung teil und stellte sich den Fragen der Ausschussmitglieder. „Wie das Gespräch mit dem ZVNL ausgeht, werden wir sicherlich demnächst erfahren“, sagte Röglin mit Blick zum Bahnhofsbesitzer, der den Hinweis mit einem Nicken bestätigte. Insbesondere Dietzschold zeigte sich über das unverhoffte Abfahrtssignal erfreut und bat die Stadtverwaltung, das Vorhaben zu unterstützen, um dank des Touristenbahnhofs „ein Aushängeschild zu haben“.

Beträchtliche Investition für Eigentümer des Bahnhofs

Das Heft des Handelns liegt nunmehr in den Händen Leischnigs und vor ihm eine beträchtliche Investitionssumme. Denn in der Vorab-Expertise gehen die Autoren von 615 000 Euro für den Um- und Ausbau der Station aus. Darüber hinaus verankerten sie im Papier eine feste Terminkette – Beginn der Arbeiten 2020 und die Eröffnung des Besucherzentrums drei Jahre darauf.

Zugleich würden sich aber ebenso für die Betreiber die avisierten Betriebs- und Personalkosten ändern – nämlich aufgrund der zu zahlenden Miete. Bis dato schrieb die Machbarkeitsstudie Ausgaben von insgesamt 16 120 Euro pro Monat fest, darunter 10 380 Euro fürs Personal, und stellte dagegen Einnahmen von circa 17 000 Euro.

Das heutige Bahnhofsgebäude mit einer Fläche von 1450 Quadratmetern  geht auf einen Vorgängerbau zurück, der 1838/1839 fertiggestellt wurde. Ein erster Umbau erfolgte 1888 und die Erweiterung 1911 mit der Errichtung des Güterbahnhofs. Im April 2013 ersteigerte Leischnig für 43 500 Euro in Berlin das zweigeschossige Haus und betreibt darin einen Kiosk sowie ein Reisecenter mit Postfiliale.

Von Kai-Uwe Brandt

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