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Püchaer Runde ehrt Leipziger Universalgenie

Püchaer Runde ehrt Leipziger Universalgenie

Püchau. Der Geist Molitors wehte dieser Tage durch Schloss Püchau. Zum fünften Mal hatte Schlossherrin Benita Goldhahn zum „Lebendigen Tafelkunstwerk" eingeladen, um im opulent geschmückten Marmorsaal über einen Künstler zu disputieren, dem im Museum der Bildenden Künste in Leipzig eine Ausstellung gewidmet ist.

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 Der Püchauer Kreis huldigte in diesem Jahr Grafiker, Maler und Bildhauer Mathieu Molitor (1873-1929), der unter anderem die Figurengruppe zu Goethes Faust am Eingang von „Auerbachs Keller" schuf. Bernhard Rothenberger, Chef des Kellers, äußerte an der Tafel: „Manchmal sind die Kunstwerke bekannter als der Künstler selbst" – und philosophierte weiter über die Leipziger Jahre des Bildhauers. Benita Goldhahn überbrachte der Tafelrunde eine Grußbotschaft des Direktors des Goetheinstituts Ulrich Sacker. Während einer Städtepartnerschaftsreise nach Lyon lernte sie den Germanisten kürzlich kennen und stellte fest, dass auch er in einem Pariser Schloss eine Lebende Tafel kreiert hat.

 „Es gibt den Ort Pickließem…" ließ Uta Reinshagen den Geburtsort Molitors in gewohnt genialer Weise in ihre Limericks einfließen, während Michael Hametner den aufmerksamen Zuhörern eine Dankesrede des Bildhauers an die Stadtoberen bescherte, was die bisherige These, Molitor sei ein Alleingänger gewesen, ziemlich widerlegte. Lange hatte er dafür in Archiven gewühlt.

 Künstlerin Britta Schulz verknüpfte in ihrer Rede Mythologie und Freimaurertum und flocht erkennbare Freimaurerzeichen auf Schloss Püchau ein.Während sich die illustre Tafelrunde weiteren Betrachtungen hingab, band sich die Künstlerin eine Malerschürze um und hielt die Parlierenden auf der Staffelei fest. Günter Neubert, Komponist und Präsident der Grieg-Begegnungsstätte, bescherte den Tafelnden wundervolle Musikstücke der Molitorschen Zeit. Schülerinnen des Reclam-Gymnasiums erfreuten ebenso mit ihrem Gesang. Die Vielschichtigkeit des Geehrten veranschaulichte Birgit Hartung, virtuos und mit quellenklarer Stimme die Tochter Molitors verkörpernd. Im wahren Leben schreibt die Kunstwissenschaftlerin derzeit ihre Doktorarbeit über das Universalgenie.

 Kunstsammler Bodo Pientka, einige echte Molitorsche Werke besitzend, äußerte lapidar, eines davon könne er eigentlich anlässlich der Tafelrunde dem Leipziger Bildermuseum stiften. Die Schlossherrin griff die Idee sofort auf und stellte Verbindlichkeit her. Eine Bronzeplakette, von Molitor einst für die Leipziger Firma Bremer geschaffen, wird nun bald der Öffentlichkeit zugänglich sein.

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