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Wurzen Püchauer Schlossbesitzer vom Denkmal-Virus infiziert
Region Wurzen Püchauer Schlossbesitzer vom Denkmal-Virus infiziert
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09:35 06.06.2018
Die Schlossbesitzer Benita und Lothar Goldhahn feierten Montagabend ihre 20-jährige Besitzschaft des altehrwürdigen Adelssitzes in Püchau. Zu den Gästen zählte auch Landrat Henry Graichen (l.) Quelle: Thomas Kube
Machern/Püchau

Sie sind vom Denkmal-Virus infiziert, die Leipziger Benita und Lothar Goldhahn. Mit Schloss Püchau hat sich die Unternehmerfamilie nach der Wende ihren Traum von einem eigenen Märchenschloss erfüllt. Am Montagabend hatten die Goldhahns – für ideenreiche Inszenierungen bekannt – eine illustre Runde um sich versammelt. Unter der gusseisernen Decke des prächtigen Marmorsaales galt es, 20 Jahre Schlossherren-Dasein zu feiern. „Es war exakt am 4. Juni 1998, als mein Mann Lothar und ich beim Wurzener Notar Richter saßen, um Schloss Püchau zu verbriefen.“ Es sollte eine schicksalhafte Verbindung werden, die die Käufer eingingen und die seitdem ihr Tagwerk bestimmt.

Magie des Schlosses lässt Goldhahns nicht mehr los

Besucher, die den neogotischen Prachtbau betreten, schwanken immer wieder zwischen Bewunderung und Staunen. Prächtige Säle, die riesige dreiflügelige Schlossanlage, Türme, Zinnen, Balkone, ein Wehrgang, die vorgelagerte Heinrichsburg, der Brunnen – als das will erhalten und konversiert werden. „Warum habt ihr euch das angetan“, werden die Eheleute immer wieder gefragt. Benita Goldhahn spricht dann von der Magie des Ortes, die sie schon bei ihrem ersten Besuch gefangen nahm. In der Zeitung hatte die Immobilienmaklerin damals gelesen, dass ein anderer Interessent den Kaufpreis schuldig geblieben war. Daraufhin habe man den Entschluss gefasst, mit Baby Alfred im Arm in die Muldenaue zu reisen und sich den Herrensitz einmal anzuschauen. „Der Strahlkraft des Anwesens konnten wir uns seitdem nicht mehr entziehen.“

Benita und Lothar Goldhahn feierten mit Gästen auf Schloss Püchau 20 Jahre Schlossherren-Dasein. Im Jahr 1998 hatten sie den prächtigen Tudorbau vom damaligen Muldentalkreis gekauft.

Püchau gilt als der älteste Ort Sachsens

Die Anfänge der Anlage reichen weit zurück. Schon König Heinrich I. suchte in Püchau Zuflucht, als er 924 vor den Ungarn floh. Püchau (Bichni) gilt seitdem als ältester urkundlich erwähnter Ort Sachsens. An diesem geschichtsträchtigen Fleckchen Erde haben sich Goldhahns mit Haut und Haar auf das Abenteuer Schlossleben eingelassen. Während der einstige Wirt der Leipziger Gosenschenke eher für die handwerkliche Rettung des Gemäuers zuständig ist, taucht Benita Goldhahn in die Geschichte ein, wälzt Chroniken, stöbert in Archiven, sucht nach Gleichnissen, versammelt Künstler und Wissenschaftler um sich. Philosophische Betrachtungen teilt sie dabei gern mit Zuhörern, die das Parlieren in Püchau fasziniert – sei es bei den inzwischen traditionellen „Lebendigen Tafelkunstwerken“, bei historischen Schlossführungen oder Lesungen am Kamin.

Vielen Dank an Florian Pförtsch, welcher uns freundlicherweise einige Impressionen zur Verfügung stellte!

Gepostet von Schloss Püchau am Freitag, 1. April 2016

Landrat Graichen wünscht sich weitere Anreize

Das inzwischen angesammelte Wissen über die in Püchau herrschenden Adelsgeschlechter, verschiedene Bauepochen und Nutzungen teilt das Ehepaar dabei immer wieder gern mit Zuhörern. Auch Landrat Henry Graichen bezeugte als einer der zahlreichen Gäste am Montagabend seinen Respekt vor der Leistung der Familie und davor, dass die Öffentlichkeit am Wirken der privaten Besitzer teilhaben darf: „Sie führen ihr Leben als Schlossherren nicht hinter verschlossenen Türen.“ So sei es auch für Besucher möglich, so Graichen anerkennend, in die Geheimnisse des Tudorbaus einzutauchen. Graichen wünschte dem märchenhaft anmutenden Anwesen dabei noch mehr Besucher. „Hier gilt es, gemeinsam weitere Anreize zu schaffen“, so der Kreischef, der auch als Vorsitzender des Tourismusverbandes Sächsisches Burgen- und Heideland in der Muldenaue noch schlummernde Potenziale wähnt.

Von Simone Prenzel

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