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Wurzen Püchauer Schlossherren ziehen vor Gericht
Region Wurzen Püchauer Schlossherren ziehen vor Gericht
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05:00 26.03.2011
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. Doch genau darauf läuft es jetzt hinaus.

Die Leipziger, die das prächtige Anwesen 1998 vom damaligen Landkreis Muldental erwarben, verstehen die Welt nicht mehr. „Wo leben wir denn? Man verbietet uns auf unserem eigenen Schloss zu wohnen", zürnt Lothar Goldhahn. „Brandschutzmängel werden an den Haaren herbeigezogen." Die Konsequenz sei, dass man keine öffentlichen Veranstaltungen mehr durchführe. „Sogar unser letzter Osterspaziergang", kritisiert der 66-Jährige, „wird uns als Vergehen angekreidet."

Der Kreis sei immer um eine Lösung bemüht gewesen, versichert hingegen Landratsamtssprecherin Brigitte Laux. Landrat Gerhard Gey habe selbst als Vermittler fungiert, traf sich mit den Schlossherren zum persönlichen Gespräch. Doch der Burgfrieden im Schlossstreit hielt nicht. Wie Stefan Barton, Sprecher der Landesdirektion informiert, seien die Goldhahns gegen die Nutzungsuntersagung des Landratsamtes inzwischen in Widerspruch gegangen. „Das betraf sowohl die komplette Nutzung des Schlosses als auch die für Wohnzwecke. Wir mussten die Widersprüche allerdings zurückweisen. Mittlerweile hat die Familie dagegen Klage eingereicht." Nicht betroffen vom Streit sei lediglich die Gaststätte. Die Behörden hätten alles versucht, den Schlossbesitzern die Situation deutlich zu machen, bekräftigt Barton. Es sei vereinbart gewesen, dass die Goldhahns ein Konzept vorlegen, das dann in die Beantragung einer Baugenehmigung mündet. „Doch diesem Ersuchen kamen die Schlossbesitzer nicht nach. Auch wir würden es lieber sehen, wenn in dem attraktiven Ausflugsziel weiter Veranstaltungen stattfinden könnten", fügt Barton hinzu. Aber derzeit könne man das nicht ruhigen Gewissens verantworten. Es bestünden Brandschutzmängel, die behoben werden müssen. „Ein Bestandsschutz, wie von den Goldhahns vorgebracht, besteht uns unserer Sicht nicht."

„Und ob der besteht", kontern die Eigentümer. „Im Schloss gab es immer Wohnungen", beharrt Lothar Goldhahn auf seiner herrschaftlichen Bleibe. Er sei gespannt, wie das Gericht die „widersprüchlichen Aussagen der Baubehörde" werte. Für Touristen bleiben die Burgtore jetzt jedenfalls hochgezogen. „Das", findet der Schlossherr gewohnt scharfe Worte, „ist der Preis für behördliches Raubrittertum, das man uns antut."

Simone Prenzel

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