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Quadratisch, praktisch, gut – Borsdorf bekommt endlich einen Marktplatz

Pläne für Ortsmitte Quadratisch, praktisch, gut – Borsdorf bekommt endlich einen Marktplatz

Borsdorf soll endlich einen richtigen Marktplatz erhalten. Die Planung dafür liegt auf dem Tisch. In einer Einwohnerversammlung im BTZ stellten Bürgermeister Ludwig Martin (CDU) und Jürgen Glatzer vom Leipziger Ingenieurbüro (IB) für Straßen- und Tiefbau sie interessierten Bürgern vor. Das Vorhaben kostet die Gemeinde rund 800 000 Euro.

Pläne für einen Marktplatz vor dem Borsdorfer Rathaus: Planer Jürgen Glatzer (l.) und Bürgermeister Ludwig Martin verweisen auf die vielen Details, die den Platz attraktiv machen sollen.

Quelle: Ines Alekowa

Borsdorf. Borsdorf soll endlich einen richtigen Marktplatz erhalten. Die Planung dafür liegt auf dem Tisch. In einer Einwohnerversammlung im BTZ stellten Bürgermeister Ludwig Martin (CDU) und Jürgen Glatzer vom Leipziger Ingenieurbüro (IB) für Straßen- und Tiefbau sie interessierten Bürgern vor.

Als 1926-1928 das Rathaus für die 8200 Einwohner zählende Gemeinde gebaut worden war, hatten die Vorväter vergessen, auch einen Marktplatz anzulegen, blickte Martin zurück. Im Zusammenhang mit dem Bau der beiden Wohnblöcke in der Heinrich-Kretschmann-Straße in den 1980ern entstand dann auf dem Platz vor dem Rathaus eine Kaufhalle. Allerdings überdauerte sie die Veränderungen in der Versorgungslandschaft nach der Wende nur bis 2008, da wurde sie abgerissen. „Die Gemeinde kaufte das Flurstück. Damit hatten wir die Möglichkeit, über einen attraktiven Marktplatz nachzudenken“, so Martin. Im Moment ist das Areal lediglich mit Schotter befestigt und wird zum Parken genutzt. Künftig soll es der örtliche Mittelpunkt sein, Platz für Begegnung, Märkte und andere Veranstaltungen bieten sowie, eingeschränkt, auch Parkmöglichkeiten.

Zunächst soll der Platz um Kretschmann- und Rathausstraße aufgeweitet werden, erklärte Olaf Spranger vom IB. Sie bleiben als Durchfahrtsstraßen erhalten, werden aber als Tempo-20-Zone ausgewiesen. „Wir wollen eine attraktive Fläche schaffen, ohne den öffentlichen Verkehr einzuschränken“, erläuterte Martin. Die nahezu quadratische Fläche, dann 55 mal 55 Meter (m) groß, habe man als Ausgang der gestalterischen Ideen genutzt, so Spranger. Der rund 3000 Quadratmeter große Platz soll demnach mit einer quadratischen Rasterung gepflastert werden. „Wir wollen vor allem Naturstein einsetzen“, erklärte er. Für die Marktfläche hat das IB graues, feinkörniges portugiesisches Kleinpflaster mit zehn Zentimeter (cm) Kantenlänge gewählt. Auf den Fahrbahnen soll Großpflaster, 16 mal 24 cm, den Asphalt ersetzen. Dieses kommt aus China, und dank der gesägten Oberfläche sei es hinsichtlich Geräuschemission „relativ leise“, die Flanken indes sind gebrochen, damit sich die Steine im Verband nicht verschieben. Die Bänderung wird durch 30 cm breite Platten erreicht, die das Rot des Rathauses aufgreifen. Die Übergänge zur asphaltierten Straße sollen nicht aufgepflastert, aber durch anthrazitfarbenen Basalt markiert werden. Verfugt wird mit einem Brechsand-Splittgemisch.

Die Abgrenzung des Marktes zu den einbezogenen Straßenabschnitten erfolgt durch schnörkellose Lichtstelen, „diese geben zugleich die Verkehrsführung vor und bieten im Dezember Anschlüsse für die Weihnachtsbaumbeleuchtung“.

Die strenge Quadratur wird aufgebrochen durch eine kreisförmige Aufenthaltszone, 14 m im Durchmesser, in der Platzmitte. Hier gruppieren sich um drei Findlinge, aus denen leise Wasser quillt, drei hölzerne Rundbänke, beschattet von zwei Kugelahorn. Begrünt werden auch die Ränder, und wie schon auf der linken Seite werden dann auch entlang der Rathausstraße Bäume gepflanzt, und zwar Winterlinden. „Ihre tiefen Wurzeln schädigen keine Leitungen, man habe sie auch schon andernorts, wie in der Grimmaischen Straße eingesetzt, so Bauamtsleiter Marcus Planert.

Auch über die technische Ausstattung haben sich Verwaltung und Planer Gedanken gemacht: unterirdisch versteckt werden Brunnentechnik, Weihnachtsbaumständer, Stromverteiler und – eine Idee aus der Versammlung – Leerohre für eventuell später zu Verlegendes. Hinzu kommen Oberflurhydrant, Radbügel, Papierkörbe, Hundetoilette mit Beutelspender. „Für junge Leute gibt es einen in eine Leuchtstele am Rathaus integrierten WLan-Hotspot, das gehört zu einem modernen Platz einfach dazu“, sagte Spranger. „Und eine Leuchte werden wir nutzen, um das Rathaus in Szene zu setzen“, so Planert. Videoüberwachung sei nicht geplant“, stellte der Martin auf Bürgeranfrage klar. „Laut Datenschutzbeauftragtem greift das in die Persönlichkeitsrechte der Passanten ein. Sie wird nur zugelassen, wo sich Kriminalität häuft.“

Die Bürger interessierte, wo Anwohner und Pendler künftig ihre Autos abstellen sollen. Ihnen erklärte Spranger, dass im südlichen Bereich 22, allerdings nicht extra markierte Parkplätze vorgesehen seien. Die vorhandene Ladestation für E-Mobile wird versetzt und um zwei weitere ergänzt. „Diese Funktion wird immer interessanter, wir sollten an die Zukunft denken“, meinte Martin. Der Fahrer loggt sich per Chipkarte ein, der Strom kostet 30 Cent/KWh. „Perspektivisch stellen wir uns das Parken aber eher beidseitig vom Bahnhof vor“, erläuterte er. Mit der Bahn sei man in Verhandlung zu Park & Ride. „Anwohner müssen parken können, aber Plätze für Pendler bereitzustellen, kann nicht unsere Aufgabe sein“, unterstrich er.

Entwässert wird der leicht geneigte Platz in den Mischwasser-Stauraumkanal in der Rathausstraße, der aktuell vom AZV gebaut wird und die Entwässerung des Bahnhofes löst, den die Gemeinde vor zehn Jahren gekauft hat und momentan einer neuen Nutzung zuführt. Zeitgleich wird die Trinkwasser-Hauptleitung durch die KWL erneuert. Drei Tage nach Fertigstellungstermin 11. August soll Baustart für den Markt sein. „In jeder Bauphase wird der fußläufige Verkehr in Kretschmann- und Rathausstraße gewährleistet“, versprach Glatzer. Als Bauende ist der 15. Dezember anvisiert. „Wir müssen bis Jahresende fertig sein, so fordert es das Förderprogramm“, erklärte Martin. Er rechnet mit einer Förderung von etwa 50 Prozent. Unterm Strich ist das Projekt Markt mit 800 000 Euro kalkuliert, die genaue Summe wird die Ausschreibung ergeben, für die am 22. Mai Submission ist. „Wir zahlen bestimmt zehn bis 15 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren“, sagte der Bürgermeister, „ denn durch das Förderprogramm Brücken in die Zukunft werden die Ressourcen bei den Firmen knapp, die Preise steigen.“

Von Ines Alekowa

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