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Wurzen Rätsel um MaleLE-Bild gelöst
Region Wurzen Rätsel um MaleLE-Bild gelöst
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05:00 11.10.2011
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. Der Künstler hatte das Bild bei der Kunstaktion MaleLE eingereicht. Es zeigte das Schloss mit sogenannten Meißener Treppen. Vor kurzem meldete er sich bei dieser Zeitung.

Mike Denzer war gar nicht bewusst, welchen Trubel er auslösen würde. Der Wurzener hatte einfach zum Kohlestift gegriffen, um sich an der Kunstaktion zu beteiligen. Mit sicherer Hand brachte er die Rückansicht des Wurzener Schlosses zu Papier, die ihn lange faszinierte. Deutlich sind darauf die Meißner Treppen zu sehen. Dabei handelt es sich um eine besondere Art der Giebelgestaltung, die etwa am Meißner Prälatenhaus zu finden ist. Schlossherr Ronny Wedekind hatte immer vermutet, dass sie einst auch am Wurzener Schloss zu finden waren. Denn der Bauherr des Prälatenhauses Nikolaus Heynemann war der Vikar und Notar von Meißen. Sein Dienstherr Bischof Johann VI. von Saalhausen zeichnete auch für den Bau des Schlosses an der Mulde verantwortlich. Doch Wedekind fehlte ein Indiz für seine These.

Denzer hat es vielleicht nun gefunden. Denn er schuf sein Bild nicht aus einer Laune heraus. Er nahm einen Stich zur Vorlage, den er vor Jahren auf einem Flohmarkt in Wurzen erstanden hatte. Aus welchem Jahr er datiert ist, ist aber unsicher. Denn eine Angabe findet sich nicht auf dem Bild. Doch Denzers Exemplar ist nicht der einzige Stich, der nach dem Aufruf in der LVZ aufgetaucht ist. Auch Günter Jähne aus Wurzen meldete sich. Er sammelt seit Jahren alte Postkarten, Stiche oder Bilder, die Panoramen der mittlerweile 1050 Jahre alte Stadt zeigen. Rund 1200 Arbeiten hat er so im Laufe der Zeit nach eigener Aussage gesammelt. Darunter befindet sich ein Stahlstich aus dem Jahr 1842 (siehe Foto). Er zeigt das Schloss – mit Meißner Treppen. Vertrieben wurde der Stich von der Firma Scheible in Stuttgart, die solche Arbeiten nach Zeichungen verschiedener Künstler in Serie anfertigte.

Schlossherr Ronny Wedekind reagierte gestern überrascht: „Das sind wirklich tolle Nachrichten", sagte er. Er will nun Kontakt mit den Eigentümern der besonderen Werke aufnehmen. „Es ist für mich wichtig, dass wir mehr über das Schloss und seine Gestaltung erfahren", sagte er. Denn man könne zwar die Geschichte des Schlosses rekonstruieren, aber nur schlecht sein Äußeres oder Inneres. „Ein Beispiel: Wir wissen gar nicht, in welchem Zimmer beispielsweise welcher Schrank stand", so Wedekind. „Es gibt keine Malereien, keine Fotografien." Die historische Quellenlage bessere sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Aber die eine Zeitspanne von 400 Jahren sei kaum erforscht. „Die Geschichte des Schlosses ist wie ein großes Puzzle. Deswegen bin ich froh, wenn wir auch noch so ein kleines Stück finden."

Die neuen Entdeckungen werden erst einmal aber nicht dazu führen, dass Wedekind mit dem Denkmalschutz in Verbindung tritt. „Wir werden nun nicht versuchen, die Meißner Treppen am Schloss anzubringen. Die Giebel sind gerade erst gemacht worden", sagte er. In zehn Jahren, wenn eine abermalige Sanierung anstünde, sei dies aber ein Thema.

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