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Wurzen Rahmen für Entwicklung der Borsdorfer Wehren
Region Wurzen Rahmen für Entwicklung der Borsdorfer Wehren
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00:32 28.05.2018
Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sind immer wieder gefragt: Hier beispielsweise wurden die Borsdorfer am 21. April von der Eröffnungszeremonie zum Landesschützentag weg zu einem schweren Verkehrsunfall auf der alten B 6 gerufen. Quelle: LVZ-Archiv/Frank Schmidt
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Borsdorf

Die Gemeinde Borsdorf will in den kommenden Jahren einiges in ihre Feuerwehren investieren. Dazu hat sich der Gemeinderat mit dem neuen Brandschutzbedarfsplan (BSBP) bekannt. Vor der einhelligen Zustimmung am Mittwoch war der Plan in Ausschuss und Wehren diskutiert worden. „Ergänzungs- und Änderungswünsche sind eingeflossen“, betonte Bürgermeister Ludwig Martin (CDU). „Es gibt keine offenen Fragen mehr.“

Aktualisierung überfällig

Die Aktualisierung war überfällig. BSBP sollen eigentlich aller fünf Jahre überarbeitet werden, der erste stammt von 2007. „Aber so viele Dinge ändern sich nicht“, relativierte Bauamtsleiter Marcus Planert. Digitalfunkeinführung und Fuhrparkänderungen rückten das Thema 2017 dann doch in den Fokus.

Gemeinde in der Pflicht

Die Gemeinde ist als Träger des örtlichen Brandschutzes verpflichtet, eine leistungsfähige Feuerwehr vorzuhalten. Mit dem BSBP wird deren erforderliche Ausrüstung ermittelt. Insbesondere Einwohnerzahl (8356) und Fläche (15,56 Quadratkilometer), Gebäudearten und Betriebe mit erhöhtem Brandrisiko – es gibt zwei Gewerbegebiete – spielen dabei eine Rolle. Ebenso Schwerpunkte für technische Hilfeleistung wie B 6 und Bahnstrecke sowie die geografische Lage unter anderem an der Parthe mit Hochwasserpotenzial. „Die Feuerwehr ist so aufzustellen, dass sie ... zu jeder Zeit und an jedem Ort ihres Zuständigkeitsbereiches nach Alarmierung wirksame Hilfe einleiten kann“, heißt es im Bedarfsplan.

Drei Standorte nötig

Maßstab ist, dass die Erträglichkeitsgrenze des Menschen für Kohlenmonoxid bei einem Brand bei 13, die Reanimationsgrenze bei 17 Minuten liegt. Heißt: Die erste Hilfseinheit soll innerhalb von 9,5 Minuten nach Notruf eintreffen und innerhalb 14,5 Minuten Unterstützung erhalten. Deshalb hält die Gemeinde „derzeit grundsätzlich an den drei bestehenden Feuerwehrstandorten fest“, die „95,7 Prozent des bebauten Gemeindegebietes“ abdecken.

Kosten für Ausstattung

Um das Schutzziel zu erreichen, braucht es Ausstattung. Der Grundstock – ein Löschfahrzeug pro Ortswehr – ist vorhanden. Dazu erhielten Panitzsch und Zweenfurth 2013 neue Mannschaftstransportwagen (MTW), die Katastrophenschutzbehörde stationierte in Panitzsch ein Löschgruppenfahrzeug. Um die Leistungsfähigkeit zu erhalten, ist für Borsdorf „in den nächsten drei bis fünf Jahren“ der MTW zu ersetzen. Kosten: 30 000 Euro. Schon seit 2007 ist ein „Gerätewagen Logistik“ für die Gemeindefeuerwehr geplant. Er soll mit in den Ortswehren dezentral gelagerter Technik und Ausrüstung, zum Beispiel Schlauchmaterial, bestückt werden. „Das bisherige Zusammenstückeln ist nicht sinnvoll“, sagt Planert. Eine Beschaffung „sollte für die kommenden fünf Jahre in Erwägung gezogen werden“, empfiehlt der Plan. Kosten: 100 000. Es wird aber auch ausgemustert: das der Ortswehr Borsdorf 1993 geschenkte Tanklöschfahrzeug, Baujahr 1966, an dem sich Reparaturen mehren. Ausreichend Hydranten, Löschbrunnen und Gewässer und neu angeschaffte Löschfahrzeuge erübrigen einen Ersatz.

Knackpunkt: Personal

Ein Knackpunkt: das Personal. Laut Plan ist die von der Ausstattung abgeleitete Mindeststärke „gewährleistet“, für doppelte Einsatzteams aber reicht es nicht. Die Einsatzstärke der Borsdorfer Wehr beträgt 23, die der Panitzscher 21, in Zweenfurth sind es 28. „Das heißt, Borsdorf und Panitzsch liegen unter dem Soll, Zweenfurth darüber“, sagt Planert. „Wie früher mit einem Fahrzeug und neun Mann vor Ort eintreffen zu wollen, wurde deshalb als unrealistisch bewertet und jetzt auf sechs plus drei Mann geändert.“ Denn die zweite Staffel kann auch von einem anderen Standort kommen.

Nicht zuletzt haben die Gerätehäuser Borsdorf und Panitzsch Sanierungen nötig, das Borsdorfer braucht ein neues Absaugsystem. „Das war ein Wunsch der Kameraden“, so Planert. Kritisch wird die Fahrzeughalle in Zweenfurth gesehen. Sie „weist bauliche und statische Mängel auf, die zeitnah nur durch Um- oder Neubau zu beseitigen sind“.

Von Ines Alekowa

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