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Wurzen Ratskeller Brandis: Pläne werden konkreter
Region Wurzen Ratskeller Brandis: Pläne werden konkreter
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05:09 30.08.2018
Historische Ansicht des Ratskellers: Bei der Sanierung den Erhalt der Gebäudestruktur, Nutzungsvorstellungen und Förderfähigkeit unter einen Hut zu bekommen, ist ein schwieriger Spagat. Quelle: privat
Brandis

Das Projekt Ratskellersanierung gewinnt an Kontur. Am Dienstag stellte der Wurzener Architekt Andreas Kewitz den Planungsstand im Brandiser Stadtrat vor. Eingeflossen waren in diesen auch in einem Workshop Mitte Juli vorgebrachte Anregungen aus der Bürgerschaft. „Dass manches nicht geht, ist normal“, schickte Kewitz voraus. Der Denkmalschutz sei hinsichtlich der Grundstruktur des Hauses „sehr restriktiv“, erklärte Bürgermeister Arno Jesse (SPD), auch der Treppenbereich sei „heilig“. Eingriffe hielten sich deshalb in Grenzen, sagte Kewitz. „Wir wollen uns nicht noch zusätzlichen Ärger einhandeln.“

Platz für Bücherei und Vereinsräume

Die Hälfte des Erdgeschosses, links vom marktseitigen Eingang, soll der Bibliothek inclusive Infopoint gehören. Deren Ausstattung „muss zukunftsfähig sein“, betonte Kewitz mit Blick auf die neuen Medien. Ein als Lager und Künstlergarderobe nutzbarer Multifunktionsraum, Technikraum Sanitäranlagen und Fahrstuhl teilen sich die andere Hälfte. „Der Notausgang nach hinten wird behindertengerecht gestaltet“, erklärte Kewitz, den Vordereingang umzubauen, würde der Denkmalschutz kaum zulassen. Im Obergeschoss wird sich über der Bibliothek der Saal mit einer mobilen Bühne erstrecken, eine Bestuhlung für 165 Leute wäre möglich. Toiletten, Stuhllager, ein Foyer mit Garderobe und kleiner Küchenzeile für kaltes Catering beanspruchen den restlichen Platz. Im Dachgeschoss sind zwei Vereinsräume vorgesehen, außerdem eine kleine Dachterrasse – deren Begrünung ist ein Vorschlag aus dem Workshop. „Gauben, wie auf alten Fotos und vom Denkmalschutz gewünscht, wären das Highlight und zur Belichtung der Vereinsräume natürlich vorteilhaft, aber die haben wir erstmal ausgeklammert“, informierte Kewitz. Auch hinsichtlich des Turmes, der früher das Dach zierte, wäre noch zu diskutieren, „ob man sich das leisten will und kann“. Im Moment geht die Verwaltung von zwei Millionen Euro Gesamtkosten aus. Mit Konkretisierung der mit den künftigen Nutzern abzustimmenden Nutzung werde man die Kosten präzisieren, sagte Kewitz.

Überraschung in altem Gebäude

Dass alte Gebäude unangenehme Überraschungen bergen, zeigte sich, als im Zuge der Vorplanung die Fundamente untersucht werden sollten. Nur bei der Wand an der Marktseite fand sich eine Gründung. In der Rathausgasse stieß man schon zehn Zentimeter unterm Gehweg auf Sand. „Hier muss eine Unterfahrung zur Stabilisierung des Gebäudes eine der ersten Maßnahmen sein“, betonte Kewitz. Dann könne auch ein Gerüst gestellt und die Rathausgasse einspurig wieder freigegeben werden, stellte er in Aussicht. Jesse war zuvor energisch der Meinung entgegen getreten, die Stadtverwaltung habe die Gasse leichtfertig gesperrt. „Wir haben keinen Spielraum. Wenn ein Gutachten Gefahr im Verzug bescheinigt, kann ich das nicht ignorieren.“

Diskussion um Toiletten

Die Diskussion im Stadtrat entspann sich vor allem um die Toiletten. Sie vom Markt aus öffentlich zugänglich zu machen, bewertete Kewitz als problematisch – nicht nur hinsichtlich Sauberkeit und Ordnung. „Wir müssten eine Zugangsbegrenzung zum Obergeschoss basteln.“ Der Bürgerverein könnte sich als Lösung den Zugang zu den Toiletten vom Hof aus vorstellen und bat, die Abtrennung zum Rest des Hauses durch eine Zwischentür zu prüfen. „Damit wäre sie bei Marktveranstaltungen nutzbar.“ Bürgermeister Jesse empfahl an der Stelle: „Wir sollten mal über eine separate öffentliche Toilette nachdenken, vielleicht auf dem Parkplatz am Rathaus.“

Für den Ratskeller will die Verwaltung noch in diesem Jahr den Bauantrag als Voraussetzung für den Fördermittelantrag stellen. Voraussetzung ist, dass bei der bevorstehenden Haushaltdiskussion entsprechende Mittel in den nächsten Doppelhaushalt eingestellt werden. Eine 75-prozentige Förderung soll aus dem Programm „Vitale Ortskerne“ erfolgen, das Zeitfenster für deren Beantragung aber ist begrenzt. „Ein Problem wird mit Abwarten nicht kleiner“, gab Jesse dem Stadtrat mit auf den Weg.

Von Ines Alekowa

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