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Wurzen Rebhühner auf dem Spitzberg bei Wurzen ausgewildert
Region Wurzen Rebhühner auf dem Spitzberg bei Wurzen ausgewildert
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06:00 10.09.2016
Günter Steinbrück ist Jäger und unterstützt die Auswilderung junger Rebhühner auf dem Spitzberg bei Wurzen. Quelle: Frank Schmidt
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Wurzen/Canitz

„Das Rebhuhn ist zwar ein heimischer Vogel und gehört hier in diese Landschaft, doch man muss auch feststellen, in der freien Wildbahn gibt es deutschlandweit nur ganz wenige Regionen mit gutem Bestand“, sagte Günter Steinbrück. Deshalb, so räumt der Hohburger Jäger ein, sei die Art vom Aussterben bedroht. Und diesen bedrohlichen Zustand möchte der Förderverein Landschaftspflegeverband „Mittleres Muldegebiet“ mit Sitz in Canitz ändern.

Deshalb sind am Spitzberg zwischen Wurzen und Lüptitz 40 dieser Hühnervögel ausgewildert worden. Die Kosten dafür belaufen sich bei einem Stückpreis von zwölf Euro auf insgesamt 480 Euro, zuzüglich der Kosten für den Transport, da die Tiere aus einer Aufzuchtstation in Herzberg abgeholt werden mussten. „Diese Summe wäre für uns als Verein ohne regionale Sponsoren nicht aufzubringen gewesen“, zeigte sich Vereinsvorsitzender Gerd Winkler bei dieser Gelegenheit sehr dankbar.

„Zwar gibt es in diesem Gebiet wider Erwarten seit einigen Jahren eine geringe Population, doch die soll nun mit den erst zwölf Wochen alten Tieren angereichert werden“, sagte Jägersmann Steinbrück und erklärte, warum die Chancen dafür besonders günstig seien. „Das Rebhuhn liebt niedriges Buschwerk sowie offenes Feld. Und das findet der Wildvögel rund um den Spitzberg vor.“ Unter anderem auch dank der Hüteschafhaltung durch Roland Scheller, fügte Winkler an. Allerdings haben die Perdix perdix, so der wissenschaftliche Name der Rebhühner, auch natürliche Feinde. Marderhund, Fuchs und Waschbär beispielsweise. Aber auch Greifvögel sehen in Rebhühnern eine gute Mahlzeit. Diesen Räubern werde es jedoch schwer gemacht, da sie am Spitzberg keine hohen Bäume zum Setzen vorfinden.

Auf ein hautnahes Naturerlebnis freuten sich auch Vorschulkinder aus der Igelgruppe in der Kindertagesstätte „Zu den Felixmusikanten“ in Röcknitz. „Viele der Knirpse haben ein Rebhuhn höchstens mal in einem Tiergehege oder im Zoo gesehen, in freier Wildbahn eher nicht. Aber jedes Kind kann sofort etwas damit anfangen, denn Rebhühner kommen ja beispielsweise im Märchen vom gestiefelten Kater vor“, erzählte Erzieherin Pia Wind. Insofern war es für die Kinder ein besonderes Erlebnis, die Rebhühner eigenhändig in ihre neue Heimat rund um den Spitzberg zu entlassen. Sie durften den jungen Rebhühnern auf dem Spitzberg ein neues Zuhause geben.

Von Frank Schmidt

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