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Wurzen Rege Bürgerdiskussion zum Brandiser Etat
Region Wurzen Rege Bürgerdiskussion zum Brandiser Etat
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07:06 26.09.2018
Sportpark Lange Stücken: 1000 Meter ist die Skaterbahn lang - mit Rampen, Steigung und Abfahrt. Letztere allerdings zeigt besondere Hindernisse: Pflanzen haben sich durch den Asphalt gebohrt - die Natur ist auf der Überholspur. Quelle: Ines Alekowa
Brandis

Noch fünf Tage, bis zum 30. September, haben die Brandiser Gelegenheit, ein Wörtchen beim nächsten städtischen Doppelhaushalt mitzureden. Elf Millionen Euro will die Stadt 2019/2020 investieren. Die 18 kostenintensivsten Vorhaben hat die Verwaltung auf der städtischen Homepage der Stadt vorgestellt und die Bürger gebeten, online mitzudiskutieren, wo die Prioritäten gesetzt werden sollen. Das einzigartige Voting-Angebot wird eifrig genutzt. Wer nicht online abstimmen möchte, kann auf einem Bürgerworkshop am Donnerstag, 4. Oktober, im Ratssaal seine Meinung äußern. Ab 18.30 Uhr besteht die Möglichkeit, mit Bürgermeister Arno Jesse (SPD), den Fachbereichsleitern sowie einem beratenden Finanzexperten zu diskutieren.

Feuerwehrgerätehaus Beucha ganz oben

Allein an der Online-Umfrage, bei der die Bürger anklicken können, wie wichtig ihnen die aufgelisteten Projekte sind, haben bis Dienstag 677 Brandiser teilgenommen. Das Projekt „Feuerwehrgerätehaus Beucha“ steht hier ganz oben, 64,7 Prozent halten einen Anbau für separate Umkleiden für notwendig. Die Projekte „Schulen“ und „Kindertagesstätten“ folgen mit 49,8 und 44,3 Prozent. Die Klickzahlen verdeutlichen auch, welche Bedeutung die Bürger dem grundhaften Ausbau der Straße „Am Bahnhof“ beimessen – 38,7 Prozent halten das Kopfsteinpflaster für nicht mehr tragbar. Anders sieht es bei der Neugestaltung des Grimmaischen Platzes aus, die finden nur 5 Prozent wichtig, den Lönsweg in Waldsteinberg sogar nur 4,5 Prozent.

Viele Erklärungen der Bürger zum Ratskeller

Eine ganze Reihe von Bürgern untersetzten ihre Abstimmung noch mit einer Erklärung. Die mit Abstand meisten gingen zum ehemaligen Ratskeller ein, dessen Sanierung in den vergangenen Wochen konkrete Züge annahm. Der Großteil ist allerdings der Meinung, das Geld dafür könnte man sinnvoller investieren, zum Beispiel in die Sanierung von Sportstätten.

Eigene Vorschläge der Bürger

Interessant sind die Projekte, die die Bürger selbst vorschlagen. Die Palette reicht von einer Schwimmhalle mit Sauna über ein Waldbad, das diesen Namen wieder verdient, bis zur Sanierung der sich bereits seit mehreren Jahren in einem schlechten Zustand befindlichen Laufbahn auf dem Sportplatz an der Grundschule Beucha, auch der Zustand der Inlineskatebahn im Sportpark Lange Stücken wird als „Katastrophe“ beschrieben. Angemahnt wird des Weiteren eine Lärmschutzwand in Waldsteinberg.

Kritik am Lärm der A 14

„Der Lärm der Autobahn A 14 ist nicht mehr zu ertragen“, schreibt ein Bürger, und ein anderer beklagt, die Stadt zeige hier „wenig Bemühungen“. Am Herzen liegen den Brandisern auch die Kinder. So bedürfe der Spielplatz in Polenz ebenso einer Erneuerung wie der im Wohngebiet am Tollertbruch in Beucha, in das viele junge Familien gezogen sind, im Brandiser Westen fehlt ein Spielplatz gänzlich, und für Waldsteinberg mit seinen Anziehungspunkten Eiscafe, Kohlenbergteich und Klinikum wird ein Waldspielplatz angeregt.

Viele Aufgaben für Stadt

Aber auch ganz simple Dinge schreiben die Bürger der Stadtverwaltung ins Auftragsbuch: mehr Abfalleimer in der Stadt, an den Steinbrüchen und im Park, bessere Pflege des öffentlichen Grüns, mehr Parkplätze im Zentrum. Mehr Anstrengungen beim Wohnungsbau werden gefordert. Insbesondere die Beuchaer stören sich am immer mehr verrottenden Konsumgebäude an der Bebelstraße. Der Vorschlag dazu: Vermietung an einen Drogeriemarkt oder eine Firma. Gleich mehrfach wird auf den fehlenden Fußgänger-Übergang über die Bahntrasse zur Naunhofer Straße hingewiesen. Von der Siedlung West kommend gib es seit dem Neubau der Umgehungsstraße keinen Zugang für Fußgänger und Radfahrer in Richtung Waldsteinberg. „Unsere Kinder müssen über die stark frequentierte Beuchaer Straße, um in die Schulen zu kommen, anstatt über den ausgebauten Fußweg Am Bahnhof laufen zu können“, schreiben Eltern. Dutzende Leute schleppten jeden Tag ihr Fahrrad über die Bahnschienen. „Das kann so nicht von der Stadt gewollt sein.“

Von Ines Alekowa

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