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Regionalbus Leipzig sucht Fahrer: Eine Option für Azubis und Quereinsteiger

Berufe im Blick Regionalbus Leipzig sucht Fahrer: Eine Option für Azubis und Quereinsteiger

Ein Busfahrer macht mehr als den ganzen Tag durch die Gegend zu fahren. Wie viel Konzentration und Verantwortungsgefühl es braucht, um die Fahrgäste sicher von A nach B zu bringen, zeigen Nadine Schuster und Danny Zaspel von Regionalbus Leipzig auf Tour mit dem 693er Bus von Wurzen über Trebsen nach Grimma.

Wenn die Fahrgäste einsteigen, hat der Busfahrer ein freundliches Lächeln für sie parat.

Quelle: Andreas Döring

Deuben. Ganz langsam bewegt Danny Zaspel seinen 15 Meter langen Bus der Linie 693 von Wurzen nach Grimma um eine schmale Kurve am Hohnstädter Berg. Die Wurzener Straße ist zurzeit eine Sackgasse. Um von Wurzen nach Grimma zu kommen, fährt der Busfahrer deshalb eine Umleitung. „Trotzdem muss die Haltestelle hier noch angefahren werden“, erklärt Nadine Schuster das komplizierte Wendemanöver ihres Kollegen. Die 35-Jährige ist als Fahrlehrerin für die Aus- und Weiterbildung der Fahrer bei der Regionalbus Leipzig zuständig, lenkt immer wieder auch selbst Fahrzeuge durch die Region. Sie begleitet an diesem sonnigen Freitagvormittag ihren Kollegen bei seiner ersten Fahrt des Tages.

Seit dreieinhalb Jahren arbeitet der 38-jährige Zaspel als Busfahrer. Doch große Fahrzeuge waren ihm nicht fremd. Zuvor hat er sein Geld als LKW-Fahrer verdient. „Ich war von früh bis spät unterwegs. Als ich eine Familie gegründet habe, war das nichts mehr für mich. Ich wollte einfach meinen Sohn öfter sehen“, begründet er den Umstieg auf den Personenverkehr. „Ich habe diese Entscheidung nie bereut – auch wenn mir hier anfangs der Kopf gequalmt hat. Es gibt viel zu beachten und die Verantwortung ist sehr groß.“

Was er meint, wird deutlich, als er den mit einem guten Dutzend Fahrgästen gefüllten Bus durch schmale Straßen und über enge Kreuzungen lenkt. Hochkonzentriert beobachtet er das Geschehen auf der Straße. „Als Busfahrer muss man auch für andere mitdenken. Die meisten wissen zum Beispiel nicht, wie viel Platz ein Bus braucht“, sagt Schuster, die während der Fahrt schräg hinter ihrem Kollegen sitzt. Zaspel nickt zustimmend und ergänzt: „Es gibt jeden Tag schwierige Situationen. Ich bin für meine Fahrgäste verantwortlich. Also passe ich gut auf.“

Doch zu den Aufgaben des Busfahrers gehört nicht nur das Fahren selbst. Der Umgang mit den Kunden macht einen großen Teil der Arbeit aus. „Man verkauft dabei nicht nur Fahrkarten. Die Fahrer informieren über Verbindungen, Baustellen, beraten beim Kauf der passenden Karte. Helfen auch mal beim Ein- und Ausstieg“, zählt Schuster auf. Manchmal kommt die Aufgabe eines Erziehers hinzu. „Besonders im Schülerverkehr wird es öfter ziemlich laut. Da muss man schon mal was sagen“, so Zaspel.

Bei der Regionalbus Leipzig wird darauf geachtet, dass die Fahrer einen eigenen Bus haben. „Man baut eine Bindung zum Fahrzeug auf und erkennt sofort, wenn etwas nicht stimmt“, begründet Schuster. Zaspels Bus ist 17 Jahre alt und top in Schuss. Nach jeder Fahrt geht er durch die Reihen, guckt, ob jemand etwas vergessen hat, Müll liegen geblieben oder etwas kaputt gegangen ist. Außerdem guckt er sich sein Fahrzeug auch von außen genau an. „Ich möchte, dass mein Bus in einem guten Zustand ist. Dass ich gern damit fahre und die Fahrgäste“, so Zaspel während er sich auf den Asphalt kniet, um seine Reifen zu überprüfen.

Durch das Konzept Muldental in Fahrt ist der Bedarf an Fahrern im Unternehmen gestiegen. „Wir sind aktuell auf der Suche. Und im nächsten Jahr wird unsere Verkehrsleistung noch weiter steigen. Also werden wir dann noch mehr Personal brauchen“, sagt Geschäftsführer Andreas Kultscher. Zurzeit werden 78 Buslinien mit 146 Omnibussen verschiedener Größen und Typen bedient. „Seit 2010 haben wir insgesamt 70 neue Fahrzeuge angeschafft. In zehn Bussen testen wir zur Zeit WLAN – das ist besonders für Schüler und Berufspendler, aber auch Touristen interessant“, so der Chef weiter.

Danny Zaspel und Nadine Schuster arbeiten gern in ihrem Unternehmen, lieben ihren Beruf als Busfahrer. Schuster sagt: „So ein großes Fahrzeug auf der Straße bewegen zu können, das ist einfach schön. Das macht Spaß.“ Zaspel freut sich über die gewonnene Zeit, den geregelten Arbeitsalltag und den Kontakt zu anderen Menschen.

Von Nathalie Helene Rippich

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