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„Rettet das Ringelnatzhaus!“ – Wurzener Domizil bekommt prominente Unterstützer

Konzept gesucht „Rettet das Ringelnatzhaus!“ – Wurzener Domizil bekommt prominente Unterstützer

Der parlamentarische Auftrag an die Stadtverwaltung, den Verkauf des Ringelnatz-Geburtshauses in Wurzen zu prüfen, hat nicht nur innerhalb der Stadtgrenzen, sondern weit darüber hinaus für ein breites Echo gesorgt. Gerade nach der Veröffentlichung eines offenen Briefes des Ringelnatzvereins, der darin einen sofortigen Verkaufsstopp forderte und um Unterstützung für den Erhalt in kommunaler Hand bat.

Der Verkauf des Wurzener Ringelnatz-Geburtshauses soll von der Stadtverwaltung geprüft werden.

Quelle: Andreas Röse

Wurzen. So schrieb Kabarettist, Sänger und Autor Meigl Hoffmann aus Leipzig: „Ein ewiges Gezerre um das Ringelnatzhaus. Verstehe die Stadt Wurzen nicht! Da gehört sich doch mal ein klares Bekenntnis zum großen Sohn der Stadt!“ Oder die Schriftstellerin und Gewinnerin des Joachim-Ringelnatz-Preises 2014 aus London: „Wie traurig. Ich war zwar noch nie in Wurzen, unterstütze das aber gern.“

„Rettet das Ringelnatzhaus! Es darf nicht verkauft werden“, lässt Arnulf Eichhorn vom Europäischen Humor- und Satire-Festival Lachmesse wissen. Klare Worte findet ebenso Wolfgang Brauer, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion: „Liebe Wurzener, erhaltet euch dieses Haus! Verkauft ist schnell, abgerissen im Zweifelsfall auch – auch, wenn es als eine Last erscheint: Ringelnatz und Daddeldu sind doch das Besondere, das man hegen und pflegen sollte ... Helft dem Verein, bitte. Jede Soli-Bekundung zählt ...“ Und Klaus Teßmann, Journalist und Fotograf aus Berlin: „Geldgieriges, ungebildetes Volk ...“

Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten und vor allem zukunftsfähigen Konzept, die Immobilie im Crostigall zu beleben, sichert überdies die Hans-Fallada-Gesellschaft mit Sitz in Carwitz, einem Ortsteil der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft (Mecklenburg-Vorpommern), zu. An die Adresse des Wurzener Oberbürgermeisters Jörg Röglin (parteilos) gerichtet, teilte die Vorsitzende Patricia Fritsch-Lange mit: „Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass die Verkaufsabsicht des Ringelnatz-Geburtshauses nicht das letzte Wort ist und versucht wird, diesen geschichtsträchtigen und kulturell wertvollen Besitz in städtischer Hand zu bewahren... Dieses Bemühen zu unterstützen stehen wir bereit!“

Da viele Reaktionen a uf den offenen Brief des Ringelnatzvereins die Verkaufsoption in Zusammenhang mit der derzeitigen Haushaltslage bringen, stellte das Stadtoberhaupt noch einmal klar: „Geld ist überhaupt nicht der Anlass für diese Entscheidung. Vielmehr haben die Stadträte, nachdem Jahre lang um Konzepte gerungen und nichts erreicht wurde, eine Möglichkeit öffentlich in Erwägung gezogen, die bislang stets Tabu war.“ Wurzen gehe es keineswegs vorrangig um eine Veräußerung des Objektes, sondern um eine tragfähige Nutzung. „Es bringt nichts, Wolkenkuckucksheime zu bauen und von außen eine nächste Kultureinrichtung zu fordern“, sagte der 45-Jährige.

Vielmehr als starke Worte wünschte er sich von den Kritikern, „dass sie zupacken und aus dem Haus etwas machen“. Was aus Röglins Sicht am allerwenigsten zum Erhalt des Hauses beitrage, seien markige Forderungen an andere. „Dieses Hickhack hören wir seit Jahren.“ Daher sind ihm unpopuläre Anregungen lieber, „die zumindest die realistische Chance auf eine Nutzung haben“.

Das letzte Zitat zur Sache von Röglin stammt übrigens aus der Ratssitzung vorige Woche: „Wir retten das Ringelnatzhaus, wenn wir es nicht machen.“

Von Kai-Uwe Brandt

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