Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen „Rettet das Ringelnatzhaus!“ – Wurzener Domizil bekommt prominente Unterstützer
Region Wurzen „Rettet das Ringelnatzhaus!“ – Wurzener Domizil bekommt prominente Unterstützer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:10 07.12.2015
Der Verkauf des Wurzener Ringelnatz-Geburtshauses soll von der Stadtverwaltung geprüft werden. Quelle: Andreas Röse
Wurzen

So schrieb Kabarettist, Sänger und Autor Meigl Hoffmann aus Leipzig: „Ein ewiges Gezerre um das Ringelnatzhaus. Verstehe die Stadt Wurzen nicht! Da gehört sich doch mal ein klares Bekenntnis zum großen Sohn der Stadt!“ Oder die Schriftstellerin und Gewinnerin des Joachim-Ringelnatz-Preises 2014 aus London: „Wie traurig. Ich war zwar noch nie in Wurzen, unterstütze das aber gern.“

„Rettet das Ringelnatzhaus! Es darf nicht verkauft werden“, lässt Arnulf Eichhorn vom Europäischen Humor- und Satire-Festival Lachmesse wissen. Klare Worte findet ebenso Wolfgang Brauer, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion: „Liebe Wurzener, erhaltet euch dieses Haus! Verkauft ist schnell, abgerissen im Zweifelsfall auch – auch, wenn es als eine Last erscheint: Ringelnatz und Daddeldu sind doch das Besondere, das man hegen und pflegen sollte ... Helft dem Verein, bitte. Jede Soli-Bekundung zählt ...“ Und Klaus Teßmann, Journalist und Fotograf aus Berlin: „Geldgieriges, ungebildetes Volk ...“

Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten und vor allem zukunftsfähigen Konzept, die Immobilie im Crostigall zu beleben, sichert überdies die Hans-Fallada-Gesellschaft mit Sitz in Carwitz, einem Ortsteil der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft (Mecklenburg-Vorpommern), zu. An die Adresse des Wurzener Oberbürgermeisters Jörg Röglin (parteilos) gerichtet, teilte die Vorsitzende Patricia Fritsch-Lange mit: „Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass die Verkaufsabsicht des Ringelnatz-Geburtshauses nicht das letzte Wort ist und versucht wird, diesen geschichtsträchtigen und kulturell wertvollen Besitz in städtischer Hand zu bewahren... Dieses Bemühen zu unterstützen stehen wir bereit!“

Da viele Reaktionen auf den offenen Brief des Ringelnatzvereins die Verkaufsoption in Zusammenhang mit der derzeitigen Haushaltslage bringen, stellte das Stadtoberhaupt noch einmal klar: „Geld ist überhaupt nicht der Anlass für diese Entscheidung. Vielmehr haben die Stadträte, nachdem Jahre lang um Konzepte gerungen und nichts erreicht wurde, eine Möglichkeit öffentlich in Erwägung gezogen, die bislang stets Tabu war.“ Wurzen gehe es keineswegs vorrangig um eine Veräußerung des Objektes, sondern um eine tragfähige Nutzung. „Es bringt nichts, Wolkenkuckucksheime zu bauen und von außen eine nächste Kultureinrichtung zu fordern“, sagte der 45-Jährige.

Vielmehr als starke Worte wünschte er sich von den Kritikern, „dass sie zupacken und aus dem Haus etwas machen“. Was aus Röglins Sicht am allerwenigsten zum Erhalt des Hauses beitrage, seien markige Forderungen an andere. „Dieses Hickhack hören wir seit Jahren.“ Daher sind ihm unpopuläre Anregungen lieber, „die zumindest die realistische Chance auf eine Nutzung haben“.

Das letzte Zitat zur Sache von Röglin stammt übrigens aus der Ratssitzung vorige Woche: „Wir retten das Ringelnatzhaus, wenn wir es nicht machen.“

Von Kai-Uwe Brandt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wunderbares Spielzeug und Hightech – diese beiden Dinge kommen bei der Modelleisenbahn zusammen. Wurzener Eisenbahnfreunde erzählen anlässlich ihrer Weihnachtsausstellung von der Faszination ihres liebsten Hobbys.

07.12.2015

Im dritten Versuch hat es die Stadtverwaltung Wurzen geschafft. Das Parlament stimmt mit knapper Mehrheit der Initiative zu, Temposünder in Zukunft selber zu blitzen. Jedoch gab es für den Vorstoß seitens der Kommunalpolitiker vielerlei Bedenken. Es wird mit Einnahmen in Höhe von 100.000 Euro gerechnet.

05.12.2015

Das Muldental, der ganze Landkreis Leipzig, ja sogar halb Sachsen drückte der Wurzener Band B.O.R.N.4 am Freitagabend beim Contest „Klick den Star“ die Daumen. Das aber nur bis zur Abstimmung. Verzweifelt versuchten die Fans online, für ihre Favoriten zu voten. Zumeist blieb es jedoch beim Versuch. Die Server im Fernsehstudio waren heillos überfordert.

04.12.2015