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Lossataler Oberschüler lernen, sich besser darzustellen

Rhetorik und Körpersprache Lossataler Oberschüler lernen, sich besser darzustellen

Mit Blick auf ihre Berufsbewerbung beschäftigen sich Zehntklässler der Lossataler Oberschule in Falkenhain mit der Rhetorik und Körpersprache. Dazu haben sie mit Claudia Kutter-Dürr eine Diplomkommunikationspädagogin für Sprecherziehung als Dozentin zu Gast.

Auf Rhetorik und Körpersprache kommt es an: Das wird den Zehntklässlern in der Oberschule Falkenhain von Claudia Kutter-Dürr (l.) vermittelt.

Quelle: Frank Schmidt

Lossatal/Falkenhain. Mit Blick auf ihre Berufsbewerbung beschäftigen sich Zehntklässler der Lossataler Oberschule in Falkenhain mit der Rhetorik und Körpersprache. Dazu haben sie mit Claudia Kutter-Dürr eine Diplomkommunikationspädagogin für Sprecherziehung als Dozentin zu Gast.

„Rhetorik ist der Überbegriff für das, um was es in diesem Projekt geht, nämlich um die Kommunikation. Besonders bei Schülern, denn sie müssen dauernd reden und argumentieren“, weiß die Sprecherzieherin. „Dafür sind rhetorische Fähigkeiten nötig. Welche Worte wähle ich, wie klinge ich, und werde ich verstanden? Und dann gibt es die Körpersprache als ein Wirkungsfeld der Rhetorik. Das heißt, wie und wo stehe ich da, was mache ich mit Händen und Armen, schaue ich mein Gegenüber im Gespräch an, bin ich also mit ihm sprichwörtlich auf Augenhöhe?“, nennt Kutter-Dürr nur einige Situationsbeispiele, mit denen die Schüler konfrontiert werden und in denen sie sich möglicherweise unsicher sind. Beispielsweise aufgrund von Stress im Allgemeinen und bei Prüfungen im Besonderen. Oder eben auch in Bewerbungssituationen, denen sich die Zehntklässler jetzt stellen müssen. „Die Schüler stehen an einer Schnittstelle und zwar von der Schule als einem behüteten Bereich hin zur Lebenswirklichkeit draußen. Dort kommt es darauf an, wie ich mich behaupte. Kann ich zeigen, was ich drauf habe und wer ich bin? Oder: Stimmt der erste Eindruck von mir? Und wenn nicht, habe ich dann noch eine zweite Chance?“

Eine kleine Umfrage unter den Schülern zeigt deutliche Unterschiede in der Rhetorik, die Ausdruck des Selbstbewusstseins ist. „Ich werde wahrscheinlich Akustikerin“, sagt Emily Lehmann. Ihr „wahrscheinlich“ klingt so, als würde sie, warum auch immer, damit noch hadern. Deutlich überzeugter tritt John Reißig auf. „Ich gehe in die Lagerwirtschaft und erstelle zum Beispiel Routenpläne“, sagt der Teenager, als wäre dafür alles in Sack und Tüten. „Klar, ich habe da ganz konkrete Vorstellungen“, bestätigt er den ersten Eindruck. Und mit dem nächsten Statement stellt er unmissverständlich klar, sehr selbstbewusst zu sein. „Deshalb präsentiere ich mich gegenüber anderen so, wie ich wirklich bin.“ Nico Feja gesteht ein, damit Probleme zu haben. „Ich weiß, wenn ich mit Leuten rede, bin ich manchmal schnell aufgeregt, was aber auch von bestimmten Situationen abhängig ist.“ Sich beispielsweise an John zu orientieren, um etwas von ihm zu lernen, damit er die Zurückhaltung aufgibt, möchte er nicht. „Ich bin so, wie ich bin, und das ist für mich okay“, sagt er und zeigt sich zumindest in diesem Punkt selbstbewusst.

„Nein, Jugendliche sind heute nicht selbstbewusster als Generationen vor ihnen“, ist Diplomkommunikationspädagogin Kutter-Dürr sicher. „Aber sie wissen heute mehr, worauf es ankommt, was sie sich von Vorbildern in den modernen Medien abgucken.“

Von Frank Schmidt

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