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Riese oder Zwerg? – Rassige Kaninchen buhlen um ihre Besucher

Hohburg lädt ein Riese oder Zwerg? – Rassige Kaninchen buhlen um ihre Besucher

Der Rassekaninchenzüchterverein S 856 Falkenhain lädt für das kommende Wochenende zur Rassekaninchenschau im Kulturhaus „Hohburger Schweiz“ in Hohburg ein. Knapp 160 Tiere – vom Riesen bis zum Zwerg – buhlen um die Gunst der Besucher. Einige können auch gekauft werden.

Lossatal/Hohburg.  Schwarzer Wiener, Mecklenburger Schecken oder Sachsengold – was für Laien wie böhmische Dörfer klingt, ist für Experten das Einmaleins der Züchterkunde. Und zu denen, die sich mit den manchmal gar seltsamen Namen bestens auskennen, gehört Hermann Küchler.

Momentan hat der Vorsitzender des Rassekaninchenzüchtervereins S 856 Falkenhain alle Hände voll zu tun. Denn am Wochenende steigt für ihn und die kleine Gemeinschaft von gerade mal zehn Mitgliedern der Jahreshöhepunkt schlechthin: die diesjährige Rassekaninchen-Ausstellung am 6. und 7. Februar im Saal des Kulturhauses „Zur Hohburger Schweiz“ in Hohburg. Zu sehen sind an beiden Tagen knapp 160 Tiere. „Dabei handelt es sich um bewährte Rassen und Farbenschläge, die von Züchtern aus dem Landkreis Leipzig und Nordsachsen präsentiert werden“, lockt Küchler zum Besuch der Schau. Immerhin befinden sich unter den Exemplaren sogar die größten Vertreter ihrer Art – der Deutsche Riese mit einem Körpergewicht von über sieben Kilogramm – aber ebenso Zwergkaninchen, die 1,25 Kilogramm auf die Waage bringen. Allein 100 Langohren seien überdies zum Kauf angesetzt. „Wer also noch ein Tier zur Verstärkung des eigenen Bestandes braucht, muss nicht lange suchen.“

Während die Bewerter schon am heutigen Donnerstag einen Blick auf die Vierbeiner werfen dürfen, öffnet die Ausstellung am Wochenende für neugierige Gäste – Sonnabend von 9 bis 17 Uhr und Sonntag von 9 bis 14 Uhr. Dann bietet unter anderem der Rassegeflügelzüchterverein Wurzen interessante Einblicke in seine Arbeit, eine Tombola verspricht viele Preise und ein Imbissangebot befriedigt den Hunger zwischendurch. Im Übrigen, erzählt Küchler, schließe das Ereignis in Hohburg die alljährlich laufende Saison ab. „Doch diesmal kommt eine Besonderheit hinzu.“ Die Züchter im Raum Falkenhain schauen nämlich auf fünfzig Jahre zurück. Denn vor einem halben Jahrhundert entschlossen sich sieben Mann, den Verein zu gründen. Viele der damaligen Initiatoren seien heute nicht mehr dabei. Nur einer blieb der Gemeinschaft über die Zeit treu – Robert Neubauer, „der sich an der aktuellen Veranstaltung aktiv beteiligt“. Ihre Ausstellungspremiere hatten die Falkenhainer 1977. „Die Bedingungen waren mit den heutigen keinesfalls zu vergleichen“, erinnert sich Küchler. Kataloge wurden nicht gedruckt, sondern mittels Wachsmatrizen vervielfältigt. Und die Käfige kamen aus dem Käfiglager in einem oft erbärmlichen Zustand. Daher zeigte sich die Züchterallianz dankbar, als großzügige Spenden 1984 den Kauf von Käfigen ermöglichte. Zu den Geldgebern gehörten dereinst die LPG Falkenhain und Dornreichenbach, die LPG Voigtshain, das Kartoffellagerhaus Falkenhain und der Volkseigene Betrieb Molkerei Falkenhain. Mittlerweile fördern die Nachfolgebetriebe und viele Neue den Verein und „tragen damit zum Überleben bei“. Eine Zäsur, so Küchler, erfolgte nach der Wende. Wuchs die Gemeinschaft bis 1989 auf 23 Mitglieder an, sorgte der mit Arbeitslosigkeit und Wegzug verbundene Umbruch für dezimierte Reihen. Weitaus einschneidender sei jedoch der Umstand gewesen, dass das Rassekaninchen seine Bedeutung für die Fleischproduktion verlor. In der Folge gaben viele auf.

„Dennoch oder gerade deshalb ist es unser Anliegen, eine ordentliche Schau zu bieten.“ Insbesondere freuen sich Küchler und Ausstellungsleiter Torsten Bemme-Rothenburger über die Gemeinde Lossatal, die den Saal zur Verfügung stellt, und einige Züchter, die selbst einen beträchtlichen Anreiseweg nicht scheuen.

Rassekaninchenausstellung des Rassekaninchenvereins S 856 Falkenhain im Kulturhaus „Zur Hohburger Schweiz“ in Hohburg am 6. und 7. Februar. Öffnungszeiten für Besucher am Sonnabend von 9 bis 17 Uhr und Sonntag von 9 bis 14 Uhr

Von Kai-Uwe Brandt

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