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Wurzen Rinderstall entsteht in Röcknitz
Region Wurzen Rinderstall entsteht in Röcknitz
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15:16 19.05.2015
Nicht zu übersehen: In einem ersten Bauabschnitt sollen laut Landratsamt der Wegebau realisiert sowie ein Gärfuttersilo und zwei Güllebehälter errichtet werden. Quelle: Klaus Peschel

Sie künden vom Bau eines neuen Kälber- sowie Rinderstalls samt Melkzentrum.

Das Vorhaben der Agrargenossenschaft Böhlitz war im März vorigen Jahres schon einmal der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Damals schlugen die Wogen hoch. Bürgermeister Kurt Schwuchow - inzwischen nicht mehr im Amt - habe nach der Zusammenkunft erklärt, dass noch nicht das letzte Wort gesprochen sei, erinnern sich Bürger. Ihren Namen wollen sie nicht in der Zeitung lesen. Die Stimmung sei zu aufgeheizt. Schwuchow habe damals angekündigt, Befürchtungen hinsichtlich Lärm- und Geruchsbelästigung auf einer weiteren Einwohnerversammlung noch einmal aufs Tapet zu bringen. Doch der Termin kam nie zustande. Stattdessen brachte die Agrargenossenschaft auf dem Feld die Wintersaat aus. "Wir dachten alle schon, das Projekt hat sich erledigt", so ein weiterer Röcknitzer.

Die Investoren lehnen gegenüber LVZ jede Information über ihre Pläne ab. "In der Zeitung wird ohnehin nur alles verdreht", lässt eine Mitarbeiterin im Auftrag der Geschäftsführung ausrichten. Man sei nicht bereit, Fragen zu beantworten.

Für Klarheit sorgt hingegen das Landratsamt. Das Vorhaben sei nach Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigt. Vorgesehen sei die Errichtung und der Betrieb eines Milchviehstalles mit 542 Milchkühen, eines Melkzentrums und eines Kälberstalls mit 180 Tieren, erklärt Behördensprecherin Brigitte Laux. "Zudem sind vier Kraftfuttersilos, eine Fahrsiloanlage, eine Strohlagerhalle sowie zwei geschlossene Güllebehälter genehmigt." Zwei bisher offene Güllegruben im Nordwesten der Anlage würden umgebaut und als Löschwasserteiche genutzt. "Zurückgebaut werden eine Güllegrube sowie ein Kadaverhaus."

Insgesamt, so das Landratsamt, umfasst die Genehmigung 34 Seiten. Hier seien alle relevanten Auflagen zu Baurecht und Brandschutz, Immissionsschutz, Umwelt-, Wasser- und Abfallrecht sowie Arbeitsschutz enthalten.

Einige Anwohner verstehen dennoch nicht, wieso das Vorhaben ohne weitere Information der Bürger so einfach realisiert werden kann. "Auf der Veranstaltung im Vorjahr sind bunte Pläne vorgestellt worden. Aber unsere Meinung hat niemanden interessiert", sagen sie. So hätten Betroffene, die die bisherigen Ställe direkt vor der Nase haben, schon gern gewusst, wieso die Erweiterung der Anlage nicht nach Osten hin geplant werden konnte. So wäre eine maximale Entfernung zur Wohnbebauung möglich gewesen. Und genügend Platz hätte das freie Feld auch geboten. "Dann müssten die Kühe zu weit laufen", habe es geheißen.

Dabei wollen sich die Skeptiker nicht vorwerfen lassen, gegen das gesamte Vorhaben zu sein. Man habe durchaus Verständnis für die Belange der Landwirte und sehe auch die Notwendigkeit einer artgerechten Haltung. Es sei deshalb zu begrüßen, dass sich an den bisherigen Verhältnissen etwas ändern soll. Insbesondere die betagten Güllegruben stinken den Anwohnern seit langem. Wenn die verschwinden, sei das schon ein Fortschritt.

Laut Thomas Pöge, künftiger Thallwitzer Bürgermeister, sei die Agrargenossenschaft nicht einmal zu der Infoveranstaltung im Vorjahr verpflichtet gewesen. Damit habe man den Bürgern nur entgegenkommen wollen. Auch das Landratsamt bestätigt, dass es sich bei der Änderung der Anlage um ein Verfahren handelt, für das keine öffentliche Beteiligung vorgesehen ist. Im Übrigen, so Laux, habe die Gemeinde der Investition zugestimmt. Der Betreiber habe zudem die Pflicht, umweltrelevante Betriebsstörungen zu dokumentieren und umgehend zu beseitigen.

Vorerst realisiert werde ein erster Bauabschnitt, dessen Beginn gegenüber dem Landkreis inzwischen angezeigt wurde. Dieser umfasst laut Landkreis den Wegebau, die Errichtung eines Gärfuttersilos und von zwei Güllebehältern.

Laut Antrag der Agrargenossenschaft vom November 2011 sind maximal 792 Bullen, 1114 Kühe und Rinder sowie 180 Kälber am Standort vorgesehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.11.2013
Simone Prenzel

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