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Wurzen Ringe für die Turmfalken – großer Ansturm in Dehnitz bei Wurzen
Region Wurzen Ringe für die Turmfalken – großer Ansturm in Dehnitz bei Wurzen
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14:27 03.06.2016
Ornithologe Bernd Holfter (l.) und staunende Blicke der interessierten Zuschauer .   Quelle: Frank Schmidt
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Wurzen/Dehnitz

 Wenn Ornithologe Bernd Holfter aus Grimma erscheint, werden Wildvögel beringt. In Dehnitz bei Wurzen hat das zu einer kleinen Völkerwanderung geführt. Dort trafen sich zahlreich daran interessierte kleine und große Naturfreunde am Landgasthof, wo Familie Lehne am Giebel ihres Hauses Untermieter mit kuschligem Nachwuchs hat – Turmfalken mit fünf Jungen. Und die sollen von Holfter mit der Beringung registriert werden.

Die Turmfalken finden schon seit 2004 im Dehnitzer Landgasthof eine Niststätte, die extra für sie im Hausgiebel eingebaut wurde.

„Ich freue mich über das Interesse an dieser Aktion“, sagte die Hausherrin, Kathrin Lehne, zur Begrüßung der Besucher. „Wir haben ja glücklicherweise hier im ländlichen Raum immer noch einen recht großen Bezug zu Tieren, der verstärkt auch bei Kindern zu beobachten ist“, hat sie eine Erklärung für das große Interesse an der Bering der Turmfalken. Diese Wildvögel finden schon seit 2004 im Landgasthof eine Niststätte, die extra für sie im Hausgiebel eingebaut wurde. „Zuvor hatten wir in einem anderen Haus auch so einen Nistkasten, der aber von Schleiereulen genutzt wurde, so dass die Turmfalken immer das Nachsehen hatten“, sagte Kathrin Lehne. Doch das sei nicht so schlimm, da die Greifvogelart nahezu überall Nistplätze findet“, wusste der Ornithologe zu berichten. Soll heißen, „dass die Turmfalken hierzulande weit verbreitet sind, weshalb ein genauer Bestand gar nicht ermittelt werden kann.

Dass wir Menschen aber so gute Einblicke ins Wohnzimmer der Turmfalken bekommen, wie hier in Dehnitz, ist schon etwas Besonderes“, sagte Holfter. Und genau deshalb ist die Beringung so spannend und wird bewusst zelebriert. Natürlich ohne die Tiere zu verschrecken. Dafür ist der Ornithologe Profi genug nach über 40 Jahren ehrenamtlicher Arbeit im Naturschutz. Zudem habe er nach eigenem Bekunden 1977 an der Vogelwarte auf der Insel Hiddensee eine Prüfung als Beringer von wild lebenden Vögeln abgelegt.

Und während der Fachmann zur Tat schritt, las Kathrin Lehne aus dem Protokollbuch der Dehnitzer Turmfalken vor. Demnach wurden am 21. April die ersten zwei Eier entdeckt. Acht Tage darauf lagen sechs Eier im Nest. Und am 31. Mai wurden die ersten Jungtiere gesehen. Beobachtungen, die unter anderem der 16-jährige Tobias Wendler und sein vier Jahre jüngerer Bruder Niko sowie die Pauline Lehne (10) machten und in dem Buch niederschrieben. Auf diese Weise wurde die Turmfalkenfamilie zum Projekt für kleine Naturforscher, da auch schon Schüler von der Diesterweg-Grundschule vor Ort Beobachtungen machten und diese ebenfalls notierten. Mit dabei war Moritz Maune, der seinem Vater Axel von dieser Beringung erzählte und damit anlockte.

„Na klar wollte ich dabei sein. Denn wir haben in Machern ein idyllisches Waldgrundstück und damit beste Möglichkeiten, die Natur und besonders die Vogelwelt zu beobachten. Deshalb konnten wir schon den Pirol und Wiedehopf entdecken. Und für den Waldkauz haben wir sogar einen Brutkasten gebaut, den aber ein Eichhörnchen okkupiert hat. So ist eben die Natur“, erzählte der Naturfreund. Was die Turmfalken in Dehnitz betreffe, so ist sich Holfter sicher, haben die wohl sehr gute Überlebenschancen.

Von Frank Schmidt

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