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Wurzen Ritterspektakel in Trebsen entführt ins Mittelalter
Region Wurzen Ritterspektakel in Trebsen entführt ins Mittelalter
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13:39 12.05.2016
Raue Sitten im Mittelalter: Beim Hauen und Stechen wird über Recht und Unrecht entschieden. Quelle: Frank Schmidt
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Trebsen

„Die Brunnen der Muldestadt Trebezin sind vergiftet worden“, tobt der Schlossherr Georg von Saalhausen und stellt fest, dass das Wasser einen „süßlichen Geschmack“ habe. Ist es nur Hexerei oder gar ein Komplott? Die Antwort soll ein Gottesturnier bringen. Dieses Szenario ist den diesjährigen Pfingst-Ritterspielen in Schloss und Park Trebsen vorangestellt.

Zu den weiteren Protagonisten des ritterlichen Hauens und Stechens in der Schlosspark-Arena gehören jene Chevaliers und Cavaliere, also französische und italienische Ritter, die im Auftrag der Kurie den bereits erwähnten Georg von Saalhausen auf Leben und Tod herausfordern. Mit den Ritterspielen wollen die Veranstalter die Besucher aus nah und fern auf eine Zeitreise zurück ins Mittelalter mitnehmen. „Die von uns dargestellte Epoche zielt auf die Tugenden der Ritter ab, mit denen die Werte des christlichen Abendlandes verteidigt wurden. Stolz zum Beispiel, der aber auch Todsünden wie Neid und Gier heraufbeschwor“, schaut Heiko Guter vom veranstaltenden Heureka-Team auf die Historie zurück.

„Aber einen Ritterschlag bekam man nur als Verteidiger des Glaubens und Beschützer der Frauen. Und wir sind davon überzeugt, dass diese gewisse Romantik für kleine und große Freunde der Ritterzeit besonders reizvoll ist. Deshalb rücken wir nicht das Militärische, sprich das Erobern in den Vordergrund und auch nicht Pest und Hexenverbrennungen. Es genügt doch, ähnliche Züge in der Moderne finden zu können“, kann sich Guter diesen Seitenhieb nicht verkneifen. „Die Ritterspiele sind vielmehr ein Familienfest, auf dem sich ein augenzwinkerndes Mittelalter vorstellt.“

Doch trotz aller glorifizierter Romantiken, wer sich wünsche im Mittelalter leben zu wollen, sollte genau hingucken, mahnt Guter, „um zu verstehen, in welcher Zeit wir heute leben dürfen. Denn wir sind vor schlimmen Krankheiten der damaligen Zeit gefeit und auch vor marodierenden Banden, denen die Menschen zumeist schutzlos ausgeliefert waren.“ Im Umkehrschluss bleibe ebenso festzuhalten, so weitet Guter den Blick auf die Zeit der Ritter, „dass es eine sehr starke Naturverbundenheit gab, die wir modernen Menschen so gar nicht nachvollziehen können. Wenn man sich das bewusst macht, spürt man eine Entschleunigung der Zeit, die damals eine nur untergeordnete Rolle spielte. Die Menschen im Mittelalter vernahmen das Läuten der Glocken und hielten sich an den Lauf der Sonne. Und genau diese Art der Entschleunigung sollen die Besucher auch in Trebsen erleben.“

Zur Kulisse der Pfingst-Ritterspiele gehört in diesem Jahr erstmals ein riesiges Heerlager im Schlosspark, kündigt Heiko Guter an. „Hier werden bis zu 150 Rittersleute ihre Zelte aufschlagen und mit Schaukämpfen ganztägig auf sich aufmerksam machen.“ Außerdem sind die altehrwürdigen Gewerke auf dem Markt zu erleben. „Wir wollen aufzeigen, dass das mittelalterliche Handwerk über viel Geschick verfügt und von reicher Erfahrung profitiert.“ Kulturell gibt es ein Wiedersehen mit Spielleuten, die in ihrer Art der fahrenden Vaganten des Mittelalters ihre Musik dem Publikum zur Freude darbieten.

Das ritterliche Pfingstspektakel beginnt jeweils 10 Uhr und lockt Sonnabend und Sonntag jeweils 13 und 18 Uhr sowie Montag um 15.30 Uhr zum Ritterturnier. Die Parkplätze für Besucher auf den Wiesen nahe der Muldebrücke in Richtung Neichen sind gut ausgeschildert.

Von Frank Schmidt

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