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Rollendes Schau-Grab auf dem Wurzener Markt

Friedhofsgärtner werben Rollendes Schau-Grab auf dem Wurzener Markt

Der Piaggio Ape war am Mittwoch der Hingucker auf dem Markttag in Wurzen. Nicht nur deshalb, weil der dreirädrige Italiener eher Seltenheitswert in hiesigen Breiten genießt, sondern allein schon wegen seiner Farbe Lila und der grünen Deko auf der Ladefläche.

Mobile Botschaft: Frank Schumann von der Gärtnerei Schumann in Wurzen steht zum Markttag am Piaggio Ape des Bundes deutscher Friedhofsgärtner den neugierigen Besuchern Rede und Antwort.

Quelle: Kai-Uwe Brandt

Wurzen. Der Piaggio Ape (italienisch: Biene) war gestern der Hingucker auf dem Markttag in Wurzen. Nicht nur deshalb, weil der dreirädrige Italiener eher Seltenheitswert in hiesigen Breiten genießt, sondern allein schon wegen seiner Farbe Lila und der grünen Deko auf der Ladefläche. Frank Schumann von der Gärtnerei Schumann in der Torgauer Straße 5 hatte den Kleintransporter am Montag eigens aus Magdeburg geholt, um damit drei Tage lang auf einen runden Geburtstag aufmerksam zu machen.

„Der Bund deutscher Friedhofsgärtner im Zentralverband Gartenbau ist nämlich 60 Jahre alt geworden“, klärt Sandra Theusner von der Dauergrabpflegegesellschaft Sächsischer Friedhofsgärtner GmbH in Dresden auf. Aufgrund dieses Jubiläums initiierten die Akteure eine Aktion der besonderen Art. Ein ganzes Jahr tourt der bunt bepflanzte Piaggio Ape unter dem Motto „Gräber bewegen“ durch Deutschland, „um auf die Leistungen der Friedhofsgärtner zu verweisen“. Der bundesweite Startschuss erfolgte in Bremen. Von Wurzen aus geht es dann weiter in Richtung Osten nach Neukirch (Lausitz) und Neustadt (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und wieder zurück nach Leipzig. Nächste Stationen, so Theusner, sind Crimmitschau sowie Freiberg.

„Die Erinnerung an die Verstorbenen lebt immer weiter und genau das soll mit unserer Aktion ,Gräber bewegen’ ausgedrückt werden“, umreißt Birgit Ehlers- Ascherfeld, Bundesvorsitzende und selbst Friedhofsgärtnerin in Langenfelde, die mobile Botschaft. Immerhin seien Gräber wichtige Orte der Trauer, der Erinnerung und der Begegnung. „Mit einer schönen und individuellen Grabgestaltung kann den Hinterbliebenen sehr geholfen werden.“ Worte, die Frank Schumann nur allzu gern unterstreicht. Unweit des Ringelnatzbrunnens steht er den neugierigen Besuchern Rede und Antwort.

Bereits seit 1990 ist die Wurzener Gärtnerei Mitglied der Interessengemeinschaft, seit 2012 übt der 49-Jährige die Funktion des Fachgruppenvorsitzenden der Friedhofsgärtner in Sachsen aus. Jene Sparte beschäftige sich unter anderem mit Pflanzen, mit Marketing, aber ebenso mit der Zusammenarbeit der verschiedenen Gewerke, erzählt Schumann. Sein Wunsch sei es, mehr denn je „das Bewusstsein zu wecken, dass Friedhöfe kulturelle Identität“ seien. „Wir haben genügend Alternativen zu anonymen Bestattungen wie im Friedwald Bennewitz.“ Und: Friedhofsgärtner helfen mit ihren Leistungen vielen Menschen in einer der schwersten Phase des Lebens.

In Absprache mit dem Auftraggeber pflegen die Profis auch auf Dauer die letzte Ruhestätte, wie Ehlers-Ascherfeld betont. Zu diesem Service gehören die wechselnde Bepflanzung im Jahresverlauf, das regelmäßige Gießen oder das fachgerechte Schneiden von Gehölzen. Laut des Zentralverbandes Gartenbau gibt es in Deutschland circa 32 000 Friedhöfe mit etwa 32 Millionen Gräbern sowie etwa 20 000 Friedhofsgärtnereien. Die Friedhofsfläche pro Einwohner beträgt vier Quadratmeter. Der Wurzener Friedhof in der Dresdener Straße wurde am 18. Juni 1887 eingeweiht und hat eine Größe von sieben Hektar mit heute 3800 Gräbern.

Von Kai-Uwe Brandt

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