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Rossmann statt Ratskeller – Jesse: Es wäre fast ein Lottogewinn

Sicherungsmaßnahmen am Markt in Brandis Rossmann statt Ratskeller – Jesse: Es wäre fast ein Lottogewinn

Am einsturzgefährdeten Ratskeller am Brandiser Markt erfolgen weitere Sicherungsmaßnahmen. Die Drogeriekette Rossmann ist seit drei Jahren mit der Stadt im Gespräch und möchte an der Ecke von Markt und Rathausgasse, angepasst an das historische Umfeld, ein Geschäfts- und Ärztehaus errichten. Die Hürde: Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Vor dem maroden Ratskeller wurde am Mittwoch mit dem Aufbau einer Schutzgerüstkonstruktion begonnen. Mit einer Tiefe von 3,50 Meter und 50 Zentimeter Fassadenabstand steht sie statisch selbstständig. Dank dieser Sicherung kann der Markt für Personen und Verkehr wieder freigegeben werden.

Quelle: Ines Alekowa

Brandis. Mittwoch auf dem Brandiser Markt: Vor dem maroden Ratskeller, seit 2016 mit Netzen und Zäunen weiträumig abgesperrt, wird eine Schutzgerüstkonstruktion aufgebaut. Mit einer Tiefe von 3,50 Meter und 50 Zentimeter Fassadenabstand steht sie statisch selbstständig. Dank dieser Sicherung kann der Markt für Personen und Verkehr wieder freigegeben werden. Kosten: circa 10 000 Euro.

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Am ehemaligen und jetzt einsturzgefährdeten Ratskeller am Brandiser Markt erfolgen momentan weitere Sicherungsmaßnahmen. Nur eine Zwischenlösung? Vielleicht. Die Drogeriekette Rossmann ist seit drei Jahren mit der Stadt zu einem Standort im Gespräch und möchte an der Ecke von Markt und Rathausgasse, angepasst an das historische Umfeld, ein Geschäfts- und Ärztehaus errichten. Die Hürde: Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

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Eigentlich sollte diese Zwischenlösung gar nicht mehr nötig sein, ginge es nach Bürgermeister Arno Jesse (SPD). Und der Drogeriekette Dirk Rossmann. Die zeigt sich interessiert, an der Stelle ein modernes, dem Umfeld angepasstes Geschäftshaus zu errichten. Seit rund drei Jahren bemühen sich Bürgermeister, Verwaltung und Rossmann um einen Standort in Brandis. „Gemeinsam haben wir diesen Standort als einzig möglichen gefunden. Denn unser Einzelhandelskonzept definiert einen so genannten zentralen Versorgungsbereich. Nur dort darf sich der Einzelhandel niederlassen“, erklärt Jesse. In der Ansiedlung von Rossmann sieht er viele Vorteile: „Jeder weiß, wie nötig Brandis einen Drogeriemarkt hat.“ Der würde zugleich mehr Leute in die Innenstadt ziehen. „Und wir hätten endlich eine Lösung für unseren Ratskeller.“

„Das Gebäude ist eine tickende Zeitbombe“, schätzte das mit einer Routine-Untersuchung beauftragte Leipziger Ingenieurbüro Schubert – Jablonowski bereits vor einem Jahr ein. Die Gefahr eines Einsturzes wachse täglich. Seitdem hat sich der Zustand weiter verschlechtert, die Risse sind größer geworden.„Das Gutachten bescheinigt ebenso, dass der bauliche Zustand eine Sicherung für eine nachfolgende Instandsetzung nicht zulasse“, sagt Jesse. Über mehrere Jahre hinweg hätten deshalb immer wieder Gespräche mit Denkmalschutz und Bauordnungsamt stattgefunden, um eine Abrissgenehmigung zu erwirken. „Ohne Ergebnis.“

Nach Aussagen des Denkmalschutzes ist das Haus im Verzeichnis der Kulturdenkmale Sachsens als Einzeldenkmal aufgelistet. Nach dem Stadtbrand 1696 war das damalige Rathaus 1697/98 wieder aufgebaut, 1709 mit einem kleinen Turm versehen worden. Es ist das älteste der in Brandis gebauten Rathäuser und das älteste Gebäude am Markt. „Deshalb braucht jede Veränderung oder ein Abbruch eine Genehmigung“, sagt Pressesprecherin Konstanze Morgenroth vom Landratsamt.

„Den Wunsch des Denkmalschutzes und sicher auch einiger Bürger nach dessen Erhalt kann ich durchaus nachvollziehen. Ich stimme auch zu, dass ein Erhalt als erstes angestrebt werden sollte“, so der Bürgermeister. „Allerdings zeigen Gespräche mit zahlreichen Interessierten in den letzten Jahren – es gab ja sogar schon eine Auktion – ebenso wie alle Gutachten, dass eine Sanierung wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Seit fast zehn Jahren drehen wir uns deshalb im Kreis.“

Ende 2016 war das in Eigentum der Stadt befindliche Gebäude samt Grundstück erneut zum Kauf ausgeschrieben worden – Rossmann beteiligte sich damals als einziger Investor. Nachträglich hatte sich noch ein Interessent aus Leipzig gemeldet. „Ein Konzept kann er im Moment nicht vorlegen. Nach eigener Aussage ist er zu einer Sanierung jedoch ohne Fördermittel nicht in der Lage. Und diese stehen in der gewünschten Größenordnung nicht in Aussicht.“

Drei Fragen an Rossmann-Pressesprecher Josef Lange

Was macht Brandis im Allgemeinen und den Standort am Markt im Besonderen für Rossmann so attraktiv?

Brandis profitiert von Leipzigs Wachstum. Das Einzugsgebiet von Brandis hat zudem rund 15 000 Einwohner, was für Rossmann ausreichend ist. Wir gehen davon aus, dass unser Markt auf Grund seiner guten Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel (soll noch ausgebaut werden) sowie der Nähe zum Edeka für uns als Standort sehr gut geeignet ist. Auch die umliegenden Geschäfte werden von der Ansiedlung profitieren.

Unter welchen Voraussetzungen hält Rossmann sein Interesse aufrecht, denn der Denkmalschutz stemmt sich ja (noch) gegen einen Abriss des einsturzgefährdeten Ratskellers?

Rossmann hat sich im Februar 2017 an einer Ausschreibung beteiligt und diese gewonnen. Die Stadträte haben unserem Vorhaben zugestimmt. Unser Projekt sieht den Abbruch vor. Das Gebäude wurde von Statikern und Gutachter geprüft und ist für unsere Zwecke statisch nicht zu halten. Für Rossmann kommt nur ein Neubau (mit Abbruch) in Frage. Wir benötigen eine Verkaufsfläche von rund 750 Quadratmeter plus Nebenfläche. Es sind Mieträume im 1. OG für Büro / Praxen vorgesehen.

Mit wie vielen Arbeitsplätzen wäre bei einer Realisierung zu rechnen?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Rossmann beschäftigt vorwiegend Frauen beziehungsweise Mütter, die oft nur in Teilzeit arbeiten können. In der Regel entstehen acht bis zwölf Arbeitsplätze.

 

„Trotz dieses Werdeganges besteht der Denkmalschutz nach wie vor auf dem Erhalt des Gebäudes“, sagt Jesse und befürchtet, wiederholt mit leeren Händen dazustehen, während der Ratskeller weiter verfällt. Auch Rossmann habe sich aufgrund der Schwierigkeiten schon zurückziehen wollen. Ein Treffen zwischen Bürgermeister und Investor führte am Dienstag aber zum Ergebnis, dass alle Beteiligten noch einmal das Gespräch suchen wollen und Rossmann sein Angebot vorläufig aufrecht erhält. Immerhin liegt bereits ein erster Gestaltungsvorschlag vor. Jesse: „Aus meiner Sicht ist der sehr gelungen. Er greift die Atmosphäre des Marktplatzes auf. Eine gemeinsame Idee ist es zudem, in der ersten Etage Räume für Fachärzte vorzuhalten, denn auch dafür gibt es Bedarf.“ Rossmann erwarte nunmehr eine baldige verbindliche Aussage. Jesse: „Aus meiner Sicht wäre es für die Stadt, ihre Bürger aber auch für die Innenstadt und deren Händler fast ein Lottogewinn, wenn Rossmann sich am Markt ansiedeln könnte. Ich hoffe sehr, dass wir doch noch einen gemeinsamen Weg mit Investor und Denkmalschutz finden. Wir brauchen hier eine Lösung, sonst sterben Markt und Innenstadt.“

Da Jesse davon ausgeht, dass es bis zu der erhofften Lösung noch mindestens ein paar Monate dauert, hat sich die Verwaltung zu weiteren Sicherungen entschlossen, damit zumindest der Marktplatz wieder voll nutzbar ist. „Es finden bald ja schöne Veranstaltungen statt, wie Picknick in Weiß oder Oldtimer-Treffen, später der Weihnachtsmarkt. Gern hätte ich auch etwas getan, damit die Rathausgasse wieder frei wird, dort ist es aber so eng, dass dies nicht möglich ist.“

Von Ines Alekowa

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