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Wurzen SPD fordert Überholverbot für Lkw – A 14 soll sicherer werden
Region Wurzen SPD fordert Überholverbot für Lkw – A 14 soll sicherer werden
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14:22 13.03.2018
Der ganz normale Wahnsinn – auf der A 14 bei Klinga, wo selbst bei Glätte Lkws überholen. Quelle: Frank Schmidt
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Landkreis Leipzig

Leidgeprüfte Pendler können ein Lied davon singen: Die Autobahn ist eigentlich frei, der Verkehr rollt, doch dann schert plötzlich ein Laster aus und quält sich an einem anderen Schlepper vorbei. Pkw – in der Regel schneller unterwegs – müssen auf die Eisen gehen. Besonders auf zweispurigen Autobahnen wie der A 14 können solche Überholmanöver zur Geduldsprobe werden. Seit Jahren gibt es immer wieder Unfälle mit Schwerverletzten und Toten auf der Trasse und immer wieder sind Lkw in die Unfälle verwickelt. „Hier muss endlich gehandelt werden“, fordert jetzt der Grimmaer SPD-Ortschef Ingo Runge. Konkret verlangt der Ortsverein ein Überholverbot für Lkw zwischen dem Dreieck Parthenaue und der Anschlussstelle Döbeln. Notwendig sei auch eine engere Überwachung des Verkehrs, insbesondere was die Einhaltung des Mindestabstandes sowohl von Lkw als auch Pkw betrifft.

Die A 14 ist eine unverzichtbare Lebensader im Landkreis. Tägliche Staus und immer wiederkehrende Sperrungen kosten Tausenden Pendlern Zeit und Nerven und führen dazu, dass die Region auf Dauer an Attraktivität verliert. „Deshalb muss alles Notwendige getan werden, um die Sicherheit zu erhöhen“, fordert Runge.

Während das Unfallgeschehen auf der Strecke Polizei und Feuerwehr in Atem hält, kann das zuständige Ministerium in Dresden keine Besorgnis erregende Entwicklung erkennen. Laut Statistik des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr gab es zuletzt 25 Unfallschwerpunkte an sächsischen Autobahnen. Die meisten befanden sich auf der A 4 und der A 72. „ Auf der A 14 gibt es derzeit keine Unfallhäufungsstellen“, erklärt Marco Henkel, Pressereferent im Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA), auf Anfrage. Allerdings würden für die Beurteilung durch die Unfallkommision des Freistaates auch nur Unfälle mit Personenschaden erfasst. Schwerpunkte meldet die Polizei im Frühjahr jeden Jahres an die Verkehrsbehörde. Danach prüft die Unfallkommision, ob Warnschilder, Tempolimits oder ähnliches angeordnet werden.

Die Forderung nach einem generellen Überholverbot für Lkw auf deutschen Autobahnen hatte zuletzt im Bundestagswahlkampf eine Rolle gespielt. Ex-Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte die Idee ins Spiel gebracht. Auf Landesebene läuft zudem eine Untersuchung, ob Brummis auf weiteren Abschnitten ausgebremst werden sollen. Die Studie gab das Verkehrsministerium unter Führung von Martin Dulig (SPD) im Frühjahr in Auftrag. Das landeseigene Gesellschaft für Verkehrswesen und ingenieurtechnische Dienstleistungen soll Möglichkeiten einer Ausweitung des Lkw-Überholverbots prüfen. Bislang herrscht auf mehr als 80 der insgesamt 570 sächsischen Autobahnkilometer ein zeitlich begrenztes oder gänzliches Überholverbot. Neben Unfallzahlen nehmen die Experten auch die Beteiligung von Lkw mit und ohne Personenschaden unter die Lupe. Ob sich daraus auch Einschränkungen für die A 14 ergeben, so wie von der Grimmaer SPD gefordert, sei derzeit noch offen. „Die Ergebnisse“, erklärt Pressereferent Marco Henkel, „werden spätestens Ende Januar 2018 erwartet.“

Unfallstellen auf Autobahnen

Die Unfallkommission des Freistaates wertete das Unfallgeschehen zuletzt für die Jahre 2014 bis 2016 aus. Dabei stellten sich folgende Autobahnabschnitte als Unfallhäufungsstellen heraus:

A 4:

- Autobahndreieck Dresden Nord, Fahrtrichtung Aachen

- Autobahndreieck Dresden Nord, Fahrtrichtung Görlitz

- A4 Fahrtrichtung Dresden zwischen Dreieck Nossen und Anschlussstelle Wilsdruff

A 72:

- Fahrtrichtung Leipzig zwischen den Anschlussstellen Stollberg-Nord und Chemnitz-Süd

- Fahrtrichtung Hof zwischen den Anschlussstellen Chemnitz-Süd und Stollberg-Nord

- Fahrtrichtung Hof zwischen dem Autobahnkreuz Chemnitz und der Anschlussstelle Chemnitz-Rottluff

- Fahrtrichtung Leipzig zwischen den Anschlussstellen Stollberg-West und Stollberg-Nord

- Fahrtrichtung Hof zwischen den Anschlussstellen Plauen-Süd und Plauen-Ost

„Für mehr Sicherheit kann ein Überholverbot ohnehin nur der Anfang sein“, erklärt der Grimmaer SPD-Chef. Runge schlägt darüber hinaus den europaweit verbindlichen Einsatz von Systemen für Geschwindigkeitsbegrenzung, Abstandsregelung, Notbremsung und Spurhaltung vor, die nicht mehr, wie bisher, manuell abschaltbar sein dürften. Auch die Frage, ob diese Systeme nicht auch nachträglich verbaut werden können, sei zu prüfen. „Die konsequente Weiterentwicklung von digitalen Konzepten, wie Platooning, bis hin zum autonomen Fahren der Lkw, kann die Autobahnen sicherer machen.“ Platooning wird aktuell von Daimler in den USA getestet. Mehrere über WLAN verbundene Sattelschlepper fahren dabei im Konvoi – quasi Stoßstange an Stoßstange.

„Zusätzlich bedarf es natürlich auch der Attraktivitätssteigerung der Bahn durch die Elektrifizierung zwischen Dresden und der polnischen Grenze und der weiteren Senkung der Trassenpreise, um zukünftig mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu bringen und die Autobahn vom Schwerlastverkehr zu entlasten“, so Runge abschließend.

Von Simone Prenzel

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