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Wurzen Sachsens erster Friedwald eingeweiht
Region Wurzen Sachsens erster Friedwald eingeweiht
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00:33 22.06.2015
Pfarrerin Barbara Lötzsch segnet den Bennewitzer Friedwald. 66 Hektar des Planitzwaldes sind seit gestern für die kommenden 99 Jahre ein Friedhof. Quelle: Frank Schmidt
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Bennewitz

53 weitere dieser Bestattungsorte gibt es in Deutschland. Die Gemeinde Bennewitz als Träger, die Friedwald GmbH mit Sitz in Griesheim als Betreiber sowie die Rauchhaupt-Wald GbR als Grundstückseigner haben die Voraussetzungen geschaffen, um schon am Ende des Monats die erste Urnenbeisetzung vornehmen zu können.

Dafür ist im Planitzwald ein Areal von rund 66 Hektar für die nächsten 99 Jahre zum Friedwald umgewidmet worden. Vom bürokratischen Weg abgesehen, der zwingend beschritten werden musste, um diese immer stärker nachgefragte Form der naturnahen Beisetzung realisieren zu können, sei es bis hierher ein langer Weg gewesen, konstatierte der Bennewitzer Bürgermeister, Bernd Laqua, und erlaubte sich einen geschichtlichen Rückblick. Demnach habe man erste Zeugnisse der Bestattungsform aus der Steinzeit gefunden. Doch Friedhöfe in heutiger Form würde es erst seit 2000 Jahren geben. Und noch vor 20 Jahren ist man hierzulande davon ausgegangen, dass 70 Prozent der Verstorbenen im Sarg beigesetzt werden. "Der heute eröffnete Friedwald bietet die Möglichkeit, dem Wunsch nach naturnahen, pflegearmen Grabstellen nachzukommen." Das möge jedoch nichts daran ändern, so Laqua weiter, "dass uns der Bestand an sorgsam gepflegten Friedhöfen in der Gemeinde weiterhin wertvoll ist."

Vor genau diesem Hintergrund habe es im Gemeinderat reichlich Diskussionsbedarf gegeben, was aber schlussendlich dazu geführt habe, "dass das Bürgerinteresse im Mittelpunkt der Entscheidung stand." Ob damit die Existenz herkömmlicher Friedhöfe gefährdet ist, wird von Corinna Brod von der Friedwald GmbH klar verneint. "Diese Angst ist zwar verständlich, jedoch nicht berechtigt, weil der Wunsch nach einfacheren Bestattungen vorhanden ist und zunimmt." Auch Barbara Lötzsch geht als Pfarrerin der Kirchgemeinde Machern vor der Einsegnung auf diese Bedenken ein. "Was sage ich als Pfarrerin, wenn der Bestattungswald eröffnet wird und wir auf unseren Friedöfen noch reichlich Platz haben - und Bäume wie hier gibt es auch. Aber diese Grenzziehung ist hiermit aufgehoben - darum stehe ich hier." Auch, um zu versichern, dass die Kirche jedem Menschen auf seinem letzten Weg begleiten werde, wenn er es wünsche, dass dieser in den Friedwald führe. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.06.2015
Frank Schmidt

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