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"Samthandschuhe für Biber - das ist nicht normal"

"Samthandschuhe für Biber - das ist nicht normal"

Biberbauten in der Püchauer Aue bremsen derzeit die Beräumung des Seebaches aus. Die Pflege des unscheinbaren Rinnsals wurde seit Jahren vernachlässigt. Nun sorgen Mitarbeiter der Firma Frauenrath Recycling GmbH unterhalb des Schlosses endlich für Klarschiff.

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Anwohner Wolfgang Wemme (64) ärgert sich, dass nicht alle von Bibern angelegten 'Wehre' beseitigt werden.

Quelle: Andreas Döring

Machern/Püchau. Doch ein Areal sparen sie zum Ärger vieler Püchauer aus: das Reich von Meister Bockert, das dieser sich direkt neben dem Schlosspark angelegt hat. "Der Biber ist offenbar heilig", meint Wolfgang Wemme bei einer Fahrt in die Aue. Der 64-Jährige kennt die Gegend wie seine Westentasche. Der gebürtige Lübschützer weiß, dass hier Eisvogel und Schwarzspecht anzutreffen sind, auf seinem eigenen Schornstein nisten regelmäßig Störche. Wemme selbst züchtet seit seiner Jugend Sittiche, gehört der bundesweiten Vereinigung für Artenschutz an. "Ich bin ein Naturfreund", erklärt der Inhaber der einstigen Püchauer Schlossgärtnerei. "Aber wie der Biber hier mit Samthandschuhen angefasst wird, das ist einfach nicht normal."

Die Püchauer trauten ihren Augen nicht, als vor einigen Tagen die Bauleute anrückten. Ausgerechnet um den 600 Meter langen Abschnitt zwischen Olga- und Auenbrücke, wo sich der Bach in einen See verwandelt, machen die Bagger einen großen Bogen. Es sind wenige Knüppel, die der Biber südlich der Olgabrücke aufgeschichtet hat. Doch die Folgen seiner Bautätigkeit sind enorm. "Normalerweise ist der Bach hier nur drei Meter breit. Aber durch die Abflusshindernisse wird er angestaut. Sommer wie Winter stehen die Bäume im Nassen", klagt Wemme. Frische Nagespuren muss man nicht lange suchen. Zwar zeigt sich Meister Bockert nicht, dafür ist eine frisch umgelegte Erle der beste Beweis, dass sich der Biber hier heimisch fühlt. Große Bäume bringt der kleine Nager mit Leichtigkeit zu Fall. "Und das alles bleibt liegen", ereifert sich Wemme, "während das Gewässer sonst auf mehreren Kilometern von der Mulde bis Dögnitz 60 Zentimeter tief ausgebaggert wird. Das ist doch rausgeschmissenes Geld."

"Die Diskussion zu Bibern und den Auswirkungen ihrer Bauten wird leidenschaftlich geführt", weiß auch Brigite Laux, Sprecherin des Landratsamtes. "Dabei wird oft vergessen, dass ein Biber seinen Damm nicht höher als nötig errichtet. Denn bei Hochwasser wäre auch sein Wohnkessel gefährdet. Dann entfernen die Biber in der Regel die obersten Äste ihres Dammes, damit mehr Wasser abfließt. Die Besorgnis vor Vernässung oder Überflutung ist daher meist größer als die tatsächliche Gefahr." In Püchau habe ein Termin mit Planer und Gemeinde stattgefunden. Notfalls wurde eine Dammdrainage erwogen. "Aber", so Laux, "die untere Naturschutzbehörde sieht dafür derzeit keinen Handlungsbedarf."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.02.2015
Simone Prenzel

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