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Schauen und bald auch hauen

Schauen und bald auch hauen

Sich eine eigene Feile hauen. Das könnte im Wurzener Museum bald möglich sein. Durch den Tatendrang von Museums-Koordinatorin Uta Moltrecht und die Hilfe von Museumsfreunden ist das geschichtsträchtige Haus dabei, entsprechende Utensilien zu beschaffen.

Wurzen. Wenn alles klappt, können Museumsbesucher noch im Februar loslegen. Schrittweise soll auch der Museumsshop ausgebaut werden. Seit dem Jahreswechsel sind Schmuck und handgefertigte Waffen zu haben. Das Wurzener Museum hat mit der fast kompletten Feilenhauer-Werkstatt eine echte Perle unterm Dach. Ende der 1990er Jahre hatte Feilenhauermeister Hans Martin der Stadt das Inventar seiner Werkstatt überlassen. Seit der Eröffnung des Museums 1999 in der Domgasse 2 darf im Rahmen der musealen Führungen ein Blick in die originale Werkstatt nicht fehlen. Dann werden die Maschinen angestellt und die Besucher können sich an den einstigen Arbeitsplatz Martins, den Handhaustock, setzen. „Sie können auch die Werkzeuge in die Hand nehmen und ein bisschen das Gefühl für das Handwerk kriegen. Doch selber hauen können sie nicht“, sagt Uta Moltrecht. Diese Erlebnislücke soll demnächst geschlossen werden. Denn Moltrecht ist dabei, eine, wie sie selbst sagt „jahrelange Idee“ nun umzusetzen. Erneut konnte Hans Martin helfen. Das Handwerker-Urgestein trieb noch einen alten Feilenhauer-Haustock auf und stellte ihn dem Museum zur Verfügung. Das gute Stück war allerdings in bedenklichem Zustand, hatte, wohlwollend formuliert, schon ordentlich Patina angesetzt, so dass Restaurierungsbedarf bestand. Uta Moltrecht machte sich in die Spur. Sie fand in Familie Dögnitz in Deuben hilfreiche Kräfte, einer echten Schmiedemeisterdynastie, die die Firma Dögnitz und Söhne, Nutzfahrzeugservice, Schmiede und Metallbau GmbH betreibt. Schmiedemeister Harald Dögnitz nahm den Haustock unter seine Fittiche, schmiedete neue Stahlbänder und passende Nägel, brachte so das alte Werkzeug wieder in Form. „Die Familie hat unkompliziert und obendrein kostenfrei geholfen“, freut sich Moltrecht über den Einsatz der Deubener. Der Feilen-Handhau-Stock zum Selbertun ist noch nicht ganz komplett. Doch weitere Helfer sind dabei, für die nötigen Ersatzteile zu sorgen. Unter ihnen wird Jörg Zwanzig vom Museumsfreundeskreis, selbst Zimmermann, das Auflageholz liefern. „Ich suche nun noch dringend eine hölzernen, dreibeinigen Schemel, der ruhig seine Jahrzehnte auf dem Buckel haben kann“, bittet Uta Moltrecht um weiter Mithilfe. Wenn alles nach Plan geht, soll voraussichtlich am 20. Februar das gute Stück durch Hans Martin auf dem Arkadenhof des Museums oder am dem Marktplatz eingeweiht werden. Rohlinge werden bereitliegen, die Besucher zur eigenen Feile schlagen können. Genaue Termine werden noch bekanntgegeben, so Uta Moltrecht. Wer es noch nicht bemerkt hat: Im noch ausbaufähigen Museumsshop können nun auch Schmuck und Bogenwaffen erworben werden. Der Wurzener Designer Dieter Lehmann bietet handgemachten Schmuck unter anderem Arm- und Halsreifen aus Stahl an. Bogen- und Waffenexperte René Knape aus Schildau offeriert Bögen, Pfeile und Messer aus Horn, Holz und Muscheln. Das erweiterte Angebot soll die Ausstellungsbereiche der Ur- und Frühgeschichte sowie des Mittelalters ergänzen, sagt Uta Moltrecht. Wer helfen will: Museum, Domgasse 2, Tel.: 03425/8560405.  

Drago Bock

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