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Schloss Kühnitzsch in der Warteschleife

Schloss Kühnitzsch in der Warteschleife


Falkenhain/ Kühnitzsch. „Jammerschade, das Schloss vergammelt, die Rabatten sahen noch nie so ungepflegt aus", bedauert Sigrid Schaich.

. Im Juli 1997 übergab sie als Grundschulleiterin den Bau „besenrein" an die Förderschule Zschorna, die bis zum Umzug nach Burkartshain 2005 Leben ins Haus brachte. Auch Ortsvorsteherin Andrea Hübner kritisiert, dass sich hier in den vergangenen fünf Jahren nichts entwicklelt habe: „Das ist eine Schande, zumal in den 1990er Jahren Fördermittel zur Erhaltung des Schlosses geflossen sind. Es müsste dringend etwas geschehen, um zum Beispiel die Dachschäden zu beheben, die sich eingestellt haben."

Die Kühnitzscher sind mit ihrem Schloss verbunden. Sie wollen wissen, was damit wird – nicht nur, weil es mit seinem markanten Turm weithin das Ortsbild prägt. Zum Tag des offenen Denkmals zeigte sich immer wieder das Interesse der Öffentlichkeit, einen Blick in das alte Gemäuer zu werfen, das seinen jetzigen Anblick Umbauten um 1840 zu verdanken hat. Mitglieder des Heimat- und Schulvereins bereiteten sich umsichtig auf Führungen vor. Sie galten auch der Sammlung zur ländlichen Lebensweise, die der Verein auf dem Dachboden des Schlosses zusammengetragen hatte. Die Exponate, die das Leben von Bauern, aber auch Schumachern, Bäckern, und schmieden in Kühnitzsch beleuchten, sind bereits 2008 in die Räume der alten Brauerei umgezogen.

Weil das Schloss einen Käufer gefunden hatte, wollte sich der Verein vonUnwägbarkeiten und Abhängigkeiten befreien und lieber die Alte Brennerei nutzen. Das bot sich an: Sie stand leer seit die Gaststätte dicht gemacht hatte und war ohnehin zu Beginn der 1990er Jahre als Vereinshaus ausgebaut worden.

Zum Schlossbesitzer aus der Landshuter Ecke hatte Bürgermeister Gerd Härtel vor etwa zwei Jahren den letzten Kontakt. „Privatbesitz, da können wir nicht eingreifen, ob es den Leuten gefällt oder nicht. Im Dorf gibt es Grundstücke, die schlimmer aussehen. Und da sind die Leute da", sagt Hertel.

Schlossbesitzer Rudi Schartel indes hat auf LVZ-Anfrage keine große Hoffnung, dass sich in den nächsten zwei Jahren die Situation groß ändern könnte. Der Diplomlandwirt und Bauunternehmer habe als Privatmann noch Bauvorhaben zu bewältigen, bei denen er von einer schnelleren Realisierung ausgegangen sei. Erschwerend käme für Engagement in Sachsen auch die Entfernung hinzu. Er plane, wenigstens teilweise in Kühnitzsch zu wohnen, wenn er die Zeit habe, sich dem Schloss zu widmen. Als Nutzungsvariante schwebe ihm eine Pension vor. Verkaufen möchte Schartel die Immobilie jedoch nicht, obwohl in seiner Familie und von anderer Seite immer mal wieder der Vorschlag gekommen sei. Er habe sei Herz an das Schloss gehängt, fände Gefallen an der Gegend und der Nähe zu Leipzig. Andererseits sei er mit über 60 Jahren auch nicht mehr der Jüngste... „Ich dachte das geht schneller", bezieht er sich auf die Baupläne, die derzeit seinem praktischen Einsatz in Kühnitzsch entgegenstehen.

Ingrid Leps

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