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Wurzen Schloss Machern: Versäumnisse sind schon länger bekannt
Region Wurzen Schloss Machern: Versäumnisse sind schon länger bekannt
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00:24 27.03.2018
Machern, SchlossFoto: Quelle: Ines Alekowa
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Machern

Das Thema Brandschutz im Schloss Machern liegt schon seit längerem im Argen. Wie das Landratsamt am Freitag auf LVZ-Anfrage mitteilte, seien bereits 2016 bei einer Brandverhütungsschau erhebliche Mängel protokolliert worden. Die Gemeinde sei also schon seit über einem Jahr über die Probleme im Bilde.

Rettungswege nur eingeschränkt nutzbar

Vor allem Veranstaltungen im Lindenausaal liegen dem Landkreis auf Grund der Sicherheitsmängel schwer im Magen. „Die Dringlichkeit ergibt sich unter anderem daraus, dass die Rettungswege aus dem Saal im ersten Obergeschoss nur eingeschränkt nutzbar sind und eine unabhängige Sicherheitsbeleuchtung fehlt. Im Versammlungsraum selbst ist keine brandschutztechnische Infrastruktur erkennbar, die Brandmeldeanlage ist dort nicht angeschlossen und im Übrigen insgesamt auch nicht in Funktion“, erklärte Landratsamtssprecherin Brigitte Laux. „Im Brandfall wäre zudem ein Anleitern kaum möglich, da die Fenster teilweise vergittert sind.“

Feuerwehr schlug Alarm beim Kreis

Es sei die Macherner Feuerwehr gewesen, die beim Kreis Alarm geschlagen habe, so die Sprecherin. Am 9. August 2017 hätten die Kameraden mitgeteilt, dass die Brandmeldeanlage nicht mehr funktioniere. Zwei Tage später sei die Kommune erstmals zum Handeln aufgefordert worden. „Bei anschließenden Begehungen wurden gravierende Sicherheitsmängel festgestellt“, entnimmt Laux den Protokollen.

Jede Veranstaltung bedarf einer Genehmigung

Aktuell bedürfe jede Veranstaltung einer gesonderten Genehmigung. „Dazu muss für jeden Termin ein Brandschutzkonzept erstellt werden, das die Mängel kompensiert. Es beinhaltet zum Beispiel Grundrisse und Lagepläne mit Darstellung der Rettungswege, Zahl der Personen und Benennung besonderer Brandrisiken, Aussagen zu Verantwortlichen für die Veranstaltung und dazu, wie die Alarmierung erfolgt.“ Gefordert wird auch ein Löschfahrzeug und eine ausreichende Zahl von Kameraden als Brandwache direkt vor Ort. „Zudem muss auch sichergestellt sein, dass nicht mehr als 50 Personen im Gebäude verbleiben, wenn die Feuerwehr während der Veranstaltung zu einem anderen Einsatz gerufen wird.“ Bei Stromausfall, so eine weitere Auflage, müssen die Rettungswege trotzdem beleuchtet werden.

Bauantrag mit Konzept nötig

Der traditionelle Winterball im Januar fand bereits unter erschwerten Bedingungen statt. Ab 1. April zieht der Kreis die Daumenschrauben noch weiter an. „Veranstaltungen sind dann erst wieder zulässig, wenn der Bauantrag mit dem Brandschutzkonzept vorliegt, genehmigt und umgesetzt wurde“, so Laux. Aktuell habe die Kommune ein Büro mit der Erstellung des Konzeptes beauftragt. „Ein Bauantrag liegt uns derzeit noch nicht vor, aber es gab und gibt intensive Gespräche.“ Für den geforderten zweiten Rettungsweg seien derzeit zwei Außentreppen in Stahl oder Beton in der Prüfung, zu denen auch das zuständige Fachamt für Denkmalschutz eingebunden sei. „Es gibt noch eine dritte Möglichkeit über eine innenliegende Treppe, diese hätte aber wegen des erforderlichen Eingriffs in Gewölbedecken und Holzbalken einen massiven Verlust an Bausubstanz zur Folge. Zudem wäre wegen der Verbindung zwischen den Gebäudeteilen ebenfalls das äußere Erscheinungsbild betroffen.“ Aktuell habe die denkmalschutzrechtliche Abwägung noch nicht stattgefunden, daher gebe es aus Sicht des Kreises noch keine Vorzugsvariante, „aber“, wie Laux betont, „eine gute Zusammenarbeit zwischen Planer, Brandschutz und Bauaufsicht, Denkmalschutz und Gemeinde.“

Von Simone Prenzel

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