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Schlossherren suchen Unterstützung des Freistaates

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Bei einer öffentlichen Gesprächsrunde in Schloss Thammenhain mit Staatsminister Johannes Beermann hatte sich im Juni gezeigt, dass die Besitzer von Denkmälern Probleme haben, die sie im Alleingang nicht bewältigen können.

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Auch Besuchern ist Schloß Thammenhain zugänglich.

Quelle: Privat

Thammenhain/Dresden. Um die Problematik zu vertiefen, traf jetzt der Vorstand des sächsischen Vereins privater Denkmaleigentümer in der Staatskanzlei in Dresden erneut mit Beermann zusammen.

Einer der Gesprächsteilnehmer war Rüdiger von Schönberg, der sich auf Schloss Thammenhain niedergelassen hat. Als Denkmaleigentümer stellt er sich dem kulturellen Auftrag, Haus und Park auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Er beteiligt sich am Tag des offene Denkmals, lädt zu Konzerten ein und nutzt viele Gelegenheiten, Publikum ins Haus zu holen – nicht zuletzt auch durch Vermietung des historischen Festsaals und stilvoller Ferienwohnungen. Um sein Elternhaus wieder repräsentativ zu machen, hat sich von Schönberg Mitte sechzig noch einmal hoch verschuldet. So wurde unter anderem das Treppenhaus saniert und Heizung eingebaut. Auch eine Restauratorin arbeitete hier tagelang. Besonders am Herzen liegt dem Freiherrn der Park, den er nach historischem Vorbild profilieren will. Würde es sich bei Schloss Thammenhain nicht um familiäre Wurzeln handeln, hätte von Schönberg, das bekennt er unumwunden, nicht die Kraft gefunden, sich auf dieses Unternehmen einzulassen. Für sein Schloss habe er bisher keinen Cent an öffentlichen Mitteln bekommen. Selbst wenn er nun im Rahmen europäischer Förderprogramme auf finanzielle Unterstützung setzen könnte, sei mehr als fraglich, ob es ihm gelänge, den notwendigen Eigenbeitrag aufzubringen. Unter diesen Umständen kann der Thammenhainer nur staunend auf jene Schlossbesitzer schauen, von denen die Sanierung der alten Gemäuer aus eigener Tasche bestritten werden konnte ohne einen Schuldenberg aufzutürmen.

Zur Sprache, so von Schönberg, kam am Mittwoch in Dresden auch, dass Schlossbesitzer bei Behörden oft nicht das rechte Verständnis für ihre Probleme finden. Auch wünschten sie sich mehr Transparenz bei der Förderung und würden es begrüßen, auf Möglichkeiten hingewiesen zu werden, die für sie in Frage kommen. Es sei der Gesprächsrunde von Beermann in Aussicht gestellt worden, dass Ministerpräsident Stanilaw Tillich vor Landräten auf die Sorgen von Denkmaleigentümern eingeht.

Organisiert worden war die Begegnung, an der auch Vorstandsvorsitzender Wolfgunther Brandes aus Beucha bei Bad Lausick teilnahm, von der CDU-Landtagsabgeordneten Hannelore Dietzschold. „Private Schlossbesitzer erhalten Denkmäler, die der Region Unverwechselbarkeit verleihen. Das ist in öffentlichem Interesse. Sie dürfen deshalb nicht alleingelassen werden“, fordert die Wurznerin. Kräfte und Mittel müssten in Zukunft besser zu ihrer Unterstützung koordiniert werden.

Ingrid Leps

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