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Schnelles Internet: Bennewitzer Bürgermeister will Kompletterschließung

Breitbandausbau Schnelles Internet: Bennewitzer Bürgermeister will Kompletterschließung

Als enttäuschend bezeichnet der Bennewitzer Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) das Ergebnis der Breitband-Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse (BuVa) für die Gemeinde Bennewitz. Würden für schnellere Internetverbindungen nicht endlich Voraussetzungen geschaffen, werde der ländliche Raum abgehängt, so seine Sorge.

Als enttäuschend bezeichnet der Bennewitzer Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) das Ergebnis der Breitband-Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse (BuVa) für die Gemeinde Bennewitz.

Quelle: dpa

Bennewitz. Die Untersuchung, gefördert über die Digitale Offensive Sachsen (DiOS) des Wirtschaftsministeriums und inhaltlich entsprechend mit der DiOS-Beratungsstelle abgestimmt, hatten Wurzen, Brandis, Thallwitz und Lossatal im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit gemeinsam für alle Gemeinden bei dem Ingenieurbüro innok@ in Auftrag gegeben.

Schon der Ausgangspunkt ist für Laqua unbefriedigend: Die DiOS zielt darauf ab, mindestens 60 Prozent der Anschlüsse mit mindestens 50 Mbit pro Sekunde im Download und 95 Prozent mit mindestens 30 Mbit/s zu versorgen. "Die Studie empfiehlt außerdem, nur ausgewählte Gebiete zu erschließen: Bennewitz, Deuben und Altenbach – koordiniert mit Aktivitäten in Wurzen, Thallwitz und Lossatal - sowie Rothersdorf in Zusammenarbeit mit Trebsen", fasst Laqua zusammen. Doch das entspricht nicht annähernd seinen Vorstellungen. "Schon in wenigen Jahren, das lassen schon jetzt auf dem Markt befindliche Geräte ahnen, sind Anschlüsse mit 100 Mbit/s erforderlich, 2020 wird mit 400 Mbit/s gerechnet. Auch die meisten Angebote im Internet benötigen immer höhere Geschwindigkeiten. Werden dafür nicht die Nutzungsvoraussetzungen geschaffen, wird der ländliche Raum abgehängt", fürchtet er. In Bennewitz leben in 2550 Haushalten 4947 Einwohner. Legt man den sächsischen Durchschnitt an, wonach 73,4 Prozent das Internet nutzen, sind das in der Gemeinde 3631 Menschen. Hinzu kommen 356 Gewerbe.

Im Moment weist der Breitbandatlas der Bundesregierung außer in Pausitz und Nepperwitz allerdings nicht einmal eine flächendeckende Breitbandversorgung mit mindestens 30 Mbit/s aus, und schon gar kein flächendeckendes NGA-Netz (Next Generation Access). Nepperwitz, Deuben, Bennewitz, Altenbach, Schmölen, Zeititz und Leulitz sind - wie auch die Wurzener und Thallwitzer Ortsteile - an den Hauptverteiler in Wurzen angeschlossen, das Netz ist in klassischer Kupfer-Doppeladertechnik gebaut. Pausitz, Bach und Rothersdorf hängen an Trebsen. Laut innok@ müssten vorhandene Kabelverzweiger aufgerüstet und mit Glasfaser statt Kupfer an die Vermittlungsstelle angeschlossen werden. Die Hausanschlüsse in Kupfer könnten weiter genutzt werden. Wobei innok@ auch feststellt: "Durch die Nutzung der Kupferdoppelader bleibt die Kabeldämpfung als limitierender Faktor existent und führt dazu, dass mit zunehmender Leitungslänge die nutzbare Bandbreite stetig abnimmt." Das heißt: "Sollten die DiOS-Ziele auch damit nicht vollständig erreicht werden, ist der Neubau von Glasfasernetzen in Betracht zu ziehen." Grob geschätzt, sei dabei von einer Wirtschaftlichkeitslücke zwischen 3,5 bis 3,7 Millionen Euro auszugehen.

Der Bennewitzer Bürgermeister indes will den ländlichen Raum "einmal, aber dafür richtig mit Glasfaser" erschließen. Auf einem Breitband-Symposium Ende September in Leipzig hätten Gemeinden wie Finsterwalde oder Eichenzell berichtet, wie das möglich ist, ohne dass die Kommune in finanzielle Zwänge gerät. "Notfalls müssen die Bürger, wie unlängst in Glasten, selbst zum Spaten greifen." Eine zweite, eine Machbarkeitsstudie, soll nun "exakte Pläne mit klaren Fakten zu Kabellänge sowie Anschlusskosten liefern, damit wir loslegen können", sagt er und betont: "Wir haben die Genehmigung der Landesdirektion, die Studie auch auf in der BuVa nicht empfohlene Ortsteile auszudehnen." Im Moment sei er mit seinen Bürgermeisterkollegen im Gespräch, auch diesen Schritt gemeinsam zu gehen. Kosten: 20.000 Euro, zu 75 Prozent gefördert.

Bis dahin will Laqua die ihm von der Wirtschaft angebotenen Möglichkeiten nutzen. Wenn ab Dezember in Nepperwitz der Abwasserzweckverband Muldenaue Kanäle verlegt, werde gleichzeitig ein Leerrohr für die Drahtlos-DSL GmbH Mittelsachsen aus Grimma, die Ausbaupläne auch für Bach, Grubnitz, Leulitz, Neuweißenborn, Pausitz, Schmölen und Zeititz angekündigt habe, in die Erde gebracht. "Die Einwohner, beteiligt in zwei Versammlungen, sind damit einverstanden", informiert Laqua. Die Firma nutze dabei übrigens das in Hochspannungleitungen bereits integrierte Glasfaserkabel. "Diese Möglichkeit geht aus der BuVa leider nicht hervor", kritisiert Laqua.

Ines Alekowa

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