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Wurzen Schritt für Schritt in ein eigenes Leben
Region Wurzen Schritt für Schritt in ein eigenes Leben
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05:00 20.04.2010
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. Damit kann das Haus für geistig Behinderte insgesamt neun Männern und Frauen trotz ihres Handicaps die Chance bieten, ihr Leben eigenverantwortlich und selbstständig zu gestalten.

„Die Menschen leben in den Außenwohngruppen schon sehr, sehr selbstständig", betont Heimleiter Ronny Prosy auch in Hinblick auf die fünfköpfige Gemeinschaft in der Friedensstraße, die 2006 eröffnet wurde. Bestenfalls bei der Wäschepflege, beim Einkauf oder auch mal beim Anrichten eines Sonntagsessens stehen den Bewohner die Mitarbeiter des Hauses zur Seite. Doch der Riesenschritt in die praktische Eigenständigkeit erfordere oft eine Vorbereitungszeit, die länger als ein Jahr dauern könne.

Die freigewordene Wohnung des vormaligen Heimleiters in der Martin-Luther-Straße bot sich jetzt für eine weitere Außenwohngruppe an, die ohnehin geplant war. Ein weiterer Vorteil: Die fünf Zimmer, Küche und Bad waren gut ausgestattet und brauchten nur neuen Anstrich. Möblierung und Farbgestaltung folgten weitgehend den Ideen der vier Bewohner. Gemeinschaftlich werden Küche und Esszimmer, Bad und Aufenthaltsraum genutzt. Privatsphäre bleibt in den eigenen Räumen vollständig gewahrt. Prosy: „Darauf legen wir großen Wert. Es bleibt den Bewohnern überlassen, ob sie in der Gemeinschaft essen wollen oder lieber allein in ihrem Zimmer."

Uwe Böhmer und Antje Müller arbeiten in den Muldentalwerkstätten in der Montage und richteten sich in ihrem neuen Domizil Wohnzimmer und Schlafraum ein. In einer speziellen Gruppe im Heim hatten sie vorher schon lange trainiert, Alltagsprobleme von Kochen bis zur Wäsche gemeinsam so selbstständig wie möglich zu bewältigen. „Die beiden lieben sich wirklich, lachen, streiten und unternehmen Spaziergänge oder Ausflüge wie jedes andere Paar auch", erzählt Prosy. „Wir unterstützen sie lediglich dabei, ein Leben so weit wie möglich in der Normalität zu führen."

Inzwischen verfolgt der Heimleiter auch die Idee, in Hohburg eine Versorgungslücke zu schließen und in einem Jahr auch ambulant betreutes Wohnen anzubieten. Menschen mit Handicap können dann in ihren eigenen vier Wänden zu leben. Wegen geeigneten Wohnraums seien bereits Gespräche mit der Gemeinde angelaufen. Es werde ins Auge gefasst, sechs Plätze, „gerne auch für Menschen von außerhalb" zu schaffen. In der Perspektive könne die Herrnhuter Diakonie in Hohburg dann für ihre Klientel alle Wohnformen anbieten. Im Heim selbst seien durch die neue Außengruppe wieder einige Plätze frei geworden.

Prosy weist darauf hin, dass das traditionelle Jahresfest am 13. Juni für alle Interessierten eine gute Gelegenheit sei, sich zwanglos ein eigenes Bild von der Einrichtung und der familiären Atmosphäre des Hauses zu machen. Höhepunkt des Programms sei ein Konzert, bei dem Menschen mit Behinderung die Stars sind.

Ingrid Leps

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