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Wurzen Schüler aus Brandis sind in der nächsten Runde
Region Wurzen Schüler aus Brandis sind in der nächsten Runde
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00:31 02.03.2018
Mit innovativer Ernte- und Weiterverarbeitungstechnik von der Maisspindel zum nachhaltigen Dämmstoff: Mit ihrem Projekt konnten Marcel Beyer, Anna Lucia Ackermann und Alexander Kuhn (von links) die Jury bei dem Regionalwettbewerb "Jugend forscht" in Leipzig überzeugen. Quelle: Maria Sandig
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Brandis/Leipzig

Ein Mähdrescher vor dem Augusteum in Leipzig und eine innovative Idee für die Maisernte führten zum Erfolg: Am Montag konnten drei Schüler vom Gymnasium Brandis den Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ in der Kategorie Arbeitswelt für sich entscheiden.

Anna Lucia Ackermann (16), Alexander Kuhn (17) und Marcel Beyer (16) entwickelten eine Verfahrenstechnik zur Ernte von Mais und zur Weiterverarbeitung von Maisspindeln – die Überreste der Pflanze. Sie entwickelten die Idee für eine Ballenpresse, die von einem Mähdrescher gezogen wird. Schon im Vorjahr konnte das Gesamtprojekt bei der Jury punkten: Anna Lucia Ackermann und Alexander Kuhn fanden heraus, dass sich die Überreste der Pflanze als nachhaltiger Dämmstoff eignen und siegten mit ihrer Forschung beim Umweltbundeswettbewerb.

Mähdrescher wirft Ballast während der Fahrt ab

Nachdem feststand, dass sich die Maisspindel als Dämmstoff eignet, ging es weiter: „Wir überlegten gemeinsam, wie eine effiziente Erntetechnik aussehen könnte. So entwickelten wir die Idee für eine für Europa völlig neue Technik: Ähnlich wie bei Heu werden aus den Maisüberresten Ballen gepresst“, erklärt Marcel Beyer. Dabei war den jungen Forschern wichtig, dass kein Nachteil für die herkömmliche Körnermaisernte entsteht. Zeit, Personal oder Fahrzeuge sollten gleich bleiben und die Flächenleistung des Mähdreschers möglichst nicht beeinträchtigt werden: „Es musste eine Technik gefunden werden, bei der die Maisspindelballen während der Fahrt abgeladen werden können. Dieser Umstand steht im Gegensatz zu herkömmlichen Ballenpressen, welche anhalten müssen, um Ballen auszuwerfen“, sagt der 16-Jährige.

Mit dem Landmaschinenvertrieb Deuben (LVD) starteten die Schüler einen groß angelegten Feldversuch. Zuerst legten sie die Grundlage: Sie testeten, ob sich die Maisspindeln zu Ballen pressen lassen. „Dafür wurde hinter dem Mähdrescher ein großer Beutel positioniert, um die Spindeln zu sammeln. Nachdem die Spindeln aufgefangen wurden, schichteten wir die Maiskolbenreste zu einer Reihe auf, die dann von einer herkömmlichen Ballenpresse überfahren wurde“, fasst der Zehntklässler zusammen.

Änderungen an der Technik

Der riesige Mähdrescher auf dem Augustusplatz sorgte für Staunen seitens der Besucher und Jury. „Es war viel Aufwand, den Mähdrescher nach Leipzig zu bekommen. Die Genehmigung dafür war schwer zu bekommen. Aber so konnten wir näher ins Detail gehen und dafür sorgen, dass sich noch mehr Menschen für den Nachwuchswettbewerb interessieren“, sagt Marcel Beyer. Anhand des Fahrzeuges erklärten die drei Schüler der Jury, welche Änderungen geplant sind, um den Mähdrescher mit der neuentwickelten Ballenpresse funktionstüchtig zu machen. Der Platz des herkömmlichen Schretters soll für einen elektrischen Generator verwendet werden, der die Ballenpresse antreibt. „Bisher werden derartige Fahrzeuge hydraulisch betrieben“, merkt der 16-Jährige an.

Für das Projekt haben die Schüler viel Zeit aufgewendet. „Wir haben uns alle zwei Wochen zwei Stunden lang zusammengesetzt und auch viel zuhause erledigt. Wahrscheinlich kamen da deutlich mehr als einhundert Stunden zusammen“, erinnert sich Alexander Kuhn. Ihrem Ziel, alle Arbeitsschritte von der Maisspindel zum fertigen Dämmstoff zu entwickeln, rücken sie immer näher. Im März geht es nach Dresden zum Landeswettbewerb. „Über den Sieg sind wir sehr glücklich. Das ist der Lohn für die harte Arbeit. Das große Ziel ist natürlich das Bundesfinale. Aber egal, wie es ausgeht: Wir werden auf alle Fälle weitermachen.“

Von Maria Sandig

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