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Wurzen Schüleraustausch: Schweden besuchen Wurzen
Region Wurzen Schüleraustausch: Schweden besuchen Wurzen
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13:35 28.09.2018
Zu Besuch an der Gedenkstätte Lützen, wo Schwedenkönig Gustav Adolf sein Leben ließ. Quelle: Privat
Wurzen

„Die Schweden kommen! – Svenskarna kommer!“ So lautet das Motto der Ausstellung im Kulturgeschichtlichen Museum in Torgau zum 400. Jahrestag des Dreißigjährigen Krieges, der 1618 begann. Und die Schweden kamen, damals allerdings mit anderen Absichten als heute. Im September kamen die Schüler der beiden Partnerschulen Vasa und Borgis aus Gävle zum nunmehr 21. Schüleraustausch für zehn Tage nach Wurzen ans Lichtwer-Gymnasium. „Sie wollten sich auf Spurensuche begeben und herausfinden, was Krieg und Frieden zu unterschiedlichsten Zeiten bedeuteten“, erklärt Lehrerin Violett Wollny, auf Wurzener Seite seit vielen Jahren schon verantwortlich für den Schüleraustausch.

Tour zu verschiedenen Gedenkorten

Gemeinsam mit den drei schwedischen Lehrern Olle Käll, Ingalill Zeeck und Asa Hellmann wurde das Projektthema „Gegen Krieg und Gewalt – für Frieden und Völkerverständigung – die zukunftsorientierte Aufgabe der Jugend“ umgesetzt. In Weimar-Buchenwald oder am Völkerschlachtdenkmal in Leipzig erfuhren die schwedischen Schüler viel über Krieg und seine Folgen. Auch die Frauenkirche in Dresden, Sinnbild für Zerstörung aber auch für Wiederaufbau, besichtigten sie. Beim Thema „Dreißigjähriger Krieg“ war natürlich die Gedenkstätte in Lützen, wo Schwedenkönig Gustav Adolf sein Leben ließ, ein besonderer Besuchspunkt. Führungen in der Brauerei Krostitz und mit dem Herold durchs Wurzener Schloss, das Kulturgeschichtliche Museum in Torgau sowie eine spezielle Führung in schwedischer Sprache durch Leipzig beleuchteten facettenreich das Thema. „Im Unterricht waren die Gäste nicht nur auf die Exkursionen vorbereitet worden. Sie diskutierten intensiv die heutige Situation in Schweden und Deutschland hinsichtlich der Asylantenproblematik und fertigten im Kunstunterricht Collagen an zum Thema „Krieg und Frieden“, wobei interessante Blickwinkel erkennbar waren“, berichtet Wollny.

Skandinavier besuchen Wurzener Betriebe

Daneben lernten die jungen Skandinavier auch ihre Gastgeberstadt kennen. In der Firma WRC erfuhren sie mehr über das Recycling von industriellen und galvanischen Rückständen, wodurch negative Auswirkungen auf die Umwelt gemindert werden. „Wurzener Produkte aus dem Werksverkauf der Wurzener Dauerbackwaren kamen besonders gut an“, schmunzelt Wollny. Zur Stippvisite bei Oberbürgermeister Jörg Röglin schließlich erhielten die Schüler einen Einblick in die Aufgaben dieses Amtes – in Schweden gibt es keine Bürgermeister.

Begegnungen beim Familientag

Beim Hoffest des Lichtwer-Gymnasiums überraschten die Gastgeber mit schwedischem Essen, die Gäste bedankten sich mit Liedern ihrer Heimat, und alle nahmen ein paar Sprachbrocken mehr mit auf den Weg, ob Englisch, Deutsch oder Schwedisch. „Natürlich kamen auch Begegnungen am Rande nicht zu kurz, ob beim Familientag oder beim Kegeln am Abschlussabend“, sagt Wollny und nutzt die Gelegenheit für ein großes Dankeschön an die Gastgeberfamilien, das Landesamt für Schule und Bildung Leipzig, welches mit finanzieller Unterstützung erst die vielen Aktivitäten möglich machte, sowie an Regionalbus Leipzig. Nun hoffen die Gastgeber, im September 2019 den 22. Schüleraustausch in Gävle zu erleben und dabei wieder ein Stück zu Frieden und Völkerverständigung beizutragen. Wollny: „Die vielen Jahre der Begegnung junger Menschen zeigen, wie man ihnen nachhaltig die Augen öffnen, ihnen Geschichte ebenso wie Neues nahe bringen kann – Erkenntnisse, die sie in ihr weiteres Leben mitnehmen können.“

Von  Ines Alekowa

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