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Wurzen Schulessen wird teurer: Leipziger Caterer decken ab August in Brandis den Tisch
Region Wurzen Schulessen wird teurer: Leipziger Caterer decken ab August in Brandis den Tisch
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00:19 10.06.2017
Gemeinschaftsversorgung in einer Schule. Quelle: dpa-Zentralbild
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Brandis

In Grundschule mit Hort, Oberschule und Gymnasium sowie in der Kindertagesstätte Regenbogen deckt nach den Sommerferien ein neuer Essenversorger den Tisch. Der Brandiser Stadtrat hat den Auftrag an die Leipziger Firma Nagel + Uherek UG vergeben. Der Beschluss war – bei vier Enthaltungen – schnell gefasst. Die ausführliche Diskussion hatte bereits im Kulturausschuss stattgefunden. Hier hatten Nagel und Uherek ihr Konzept vorgestellt, Verkostung inklusive.

Der Stadtrat hatte im Juni 2016 beschlossen, den seit 2000 mit der P. Dussmann GmbH bestehenden Vertrag zu kündigen und die Speiselieferung neu auszuschreiben. Die Vergabesumme von 1,2 Millionen Euro, so erklärte im Ausschuss René Fleck, im Rathaus für Schulen/Kita/Jugend/Kultur zuständig, habe zu europaweiter Ausschreibung verpflichtet. So sind für Oberschule und Gymnasium zehn Monate im Jahr je 4800 Essen zu liefern. Bei 2,50 Euro, die pro Essen angesetzt wurden, und fünf Jahren Vertragslaufzeit steht unterm Strich eine Summe von 600 000 Euro. In Grundschule und Hort wurde mit 3500 Essen zu 2,20 Euro mal elf Monate gerechnet (423 500 Euro) und in der Kita mit täglich 96 Essen zu 2 Euro über elf Monate (220 000 Euro).

Im Vorfeld der Ausschreibung war zum Zweck der Transparenz und Mitwirkung ein Verpflegungsausschuss „Schulcampus Brandis“, bestehend aus den Leitern von Schulen und Hort, Elternvertretern und der Steuerungsgruppe „Jugend bewegt Kommune“, gebildet worden, der Anforderungen an die Bieter erarbeitete. Der Zuschlag sollte danach an das wirtschaftlich günstigste Angebot unter Berücksichtigung von Umsetzungskonzept, Warmhaltezeiten, Mitwirkungsmöglichkeiten, Attraktivität des Essens und Bioanteil erfolgen. Die Bewertungsmatrix konnte am Ende allerdings nicht angewendet werden, denn von fünf Bietern erfüllte nur einer alle Kriterien. „Der Zuschlag ist deshalb zwingend an die verbleibende Nagel + Uherek UG zu erteilen“, erklärte Fleck. „Es wäre gut gewesen, wir hätte wenigstens drei einem qualifizierten Vergleich unterziehen können“, meinte Hauptamtsleiter Robert Kröber im Stadtrat und räumte ein, dass die Firma zwar einen „guten Musterspeiseplan“ vorgelegt, beim Bioanteil aber „nicht die volle Punktzahl“ erhalten hätte.

Die Leipziger sind seit zehn Jahren mit Catering, Essen auf Rädern, Kantinenbewirtschaftung und Gemeinschaftsversorgung am Markt. „In Brandis starten wir erstmals im Bereich Kita- und Schulversorgung“, sagte Stefan Nagel. Der Speiseplan sei nach Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zusammengestellt. „Da gibt es nicht viel Spielraum“, verwies er auf Vollkornanteil und Zurückhaltung bei Fleisch. Für die Schulen im Angebot sind vier Gerichte, außerdem ein Salat. Der Preis für ein Menü liege bei 2,80 Euro, für das ovo-lakto-vegetarische mit 25 Prozent Bioanteil bei 3 Euro, für den Salat, auf den, wie auch auf Brötchen, schon früh zugegriffen werden kann, sind 2,60 zu berappen. „Außerdem können wir fast alle Unverträglichkeiten berücksichtigen“, betonte Nagel; ein Spezialmenü koste 3,90 Euro. In der Kita stehen zwei Gerichte zur Auswahl. „Unser Anliegen ist, dass die Schüler sich entscheiden zwischen frisch und frisch“, unterstrich Nagel. Um die Warmhaltezeiten einzuhalten, wird die Schule zweimal am Tag beliefert. Bestellt werden kann das Essen auch online, die Abrechnung erfolgt im Guthabenverfahren. „Aber selbst wenn kein Guthaben mehr auf dem Konto ist, kann noch zwei Tage mitgegessen werden“, beruhigte Hendrik Uherek. „Das Essen wird etwas teurer“, antwortete Kröber im Stadtrat auf Anfrage, „aber innerhalb der üblichen Preissteigerung.“

Die Ausschussmitglieder überzeugte all das noch nicht. Ihnen stieß insbesondere der Bioanteil sauer auf, der im Speiseplan explizit nur für das ovo-lakto-vegetarische Menü ausgewiesen, dieses deshalb auch noch teurer war. „Wir wollten ein qualitativ hochwertigeres Essen als vorher“, argumentierten sie. Doch nun befürchteten sie, davon einen Teil der Kinder auszuschließen, „wenn Eltern Bio nicht bezahlen können oder wollen“. „Die Empfehlung von zehn Prozent Bio durch die DGE ist durch die Ausschreibung eigentlich verbindlich“, stellte Markus Bergforth (SPD) fest. Bio sei, wenn auch nicht ausgewiesen, auch in den anderen Gerichten „in unterschiedlichen Anteilen, so wie der Markt es hergibt“, enthalten, versicherte Nagel und betonte die „sehr gute Qualität“ aller Menüs. Man könne den Bioanteil auch auf alle Menüs verteilen, signalisierte er Entgegenkommen, gab aber zu bedenken, dass bei einer von Bergforth angesprochenen Mischkalkulation alle Preise nach oben gehen würden.

Der Elternratsvorsitzende am Gymnasium, Henry Guttbier, kritisierte, sollte das Essen nicht schmecken, die lange Vertragszeit. Dem, so Fleck, habe man mit einem Vertrag über drei Jahre und der Option zweimal zu verlängern Rechnung getragen. Außerdem müsse eine Eingewöhnungszeit einkalkuliert werden und die Zeit für eine neue Ausschreibung. „Aber wir haben immer ein offenes Ohr und gehen gern auf Wünsche ein, um täglich so viele Schüler wie möglich an den Tisch zu holen“, versprach Uherek. Auch eine Umfrage nach einem Jahr sei kein Problem, griff er einen Vorschlag auf. „Am Ende wird es eine klare Aussage geben: die Zahl der bestellten Essen“, meinte Bürgermeister Arno Jesse (SPD).

Von Ines Alekowa

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