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Wurzen Schweizer Feldbäckerei macht Station in Wurzen
Region Wurzen Schweizer Feldbäckerei macht Station in Wurzen
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18:00 12.01.2016
Das ist nur was für Enthusiasten: Das alte Militärfahrzeug mit seiner Schweizer Feldbäckerei im Schlepptau war der Hingucker auf dem Markt. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Wurzen

Dem gebürtigen Augsburger Florian Domberger gehört die rollende Bachstube en miniature, mit der er eine „Brot-Wüsten-Expedition“ von Süd nach Nord unternahm.

Domberger hatte sogar Verständnis für die Verwechslung mit einer Gulaschkanone, denn die Hautaufgabe seiner Backstube auf Rädern, nämlich die Truppe im Gefecht zu versorgen, ist gleich gewesen. Heute versprüht das Gefährt den Charme eines mobilen Museums, das von einem deutschen, ebenfalls museumsreifen Militärfahrzeug vom Typ MAN gezogen wird. „Mit nur 130 PS unter der Haube. Aber mehr muss es auch nicht haben, denn die fahrbare Backstube auf Rädern ist nur für 40 Kilometer pro Stunde zugelassen“, sagte der Eigner. Folglich könne man auch nur auf Landstraßen unterwegs sein. Und genau darin lag der Reiz, auf der Süd-Nord-Route hier und da Station zu machen, um das traditionelle Backhandwerk in den Fokus des der Öffentlichkeit zu rücken. Hier im Muldental haben Domberger und sein „Lehrherr“, Bäckermeister Björn Wiese, Kontakt mit dem Kühnitzscher Bäckermeister Ricardo Fischer aufgenommen. In der Region bekannt als Bäckerei „anno dazumal“, der in seiner Backstube ursprüngliche Rezepte umsetzt, entsprach der 33-Jährige dem Profil der etwas anderen Expedition. Und über soziale Netzwerke sowie dem Verein „Die Bäcker – Zeit für Geschmack“, habe man sich kennengelernt.

„Es gibt also noch anderer Bäcker, die so ticken wie wir. Deshalb sind wir von den Machern der Expedition angerufen worden und waren sofort begeistert“, sagte der junge Kühnitzscher Bäckermeister Fischer. „Wir müssen schon feststellen, dass mit der Zeit viel vom traditionellen Bankhandwerk verloren gegangen ist, was einer Industrialisierung mit fertigen Backmischungen geschuldet ist. Deshalb möchten wir mit dieser Aktion auf das echte Bäckerhandwerk aufmerksam machen“, nannte Fischer seine Motivation zum Mitmachen und hatte ein sogenanntes „Beutebrot“ gebacken. Der Name habe etwas mit dem Gefäß zu tun, in dem der Teig von Hand angerührt wird - eine Art große Wanne.

Für Domberger wohl nur ein Zuschussgeschäft. „Nennen wir es besser puren Idealismus“, korrigierte der 49-jährige Quereinsteiger des Backhandwerkes. „Ursprünglich bin ich Spediteur und Logistiker, jedoch in Berlin in Gründung einer Bäckerei. Das Gefährt wird zusätzlich eingesetzt, um bei öffentlichen Veranstaltungen Präsenz zu zeigen und auf die alte Backtradition aufmerksam zu machen“, sagt Domberger. Und mit der Abholung des Gespannes aus der Schweiz ist die Idee der Expedition geboren. Weitere Stationen waren und sind neben Wurzen Augsburg, Neustadt an der Aisch bei Bad Windsheim, Eberswalde und natürlich Berlin.

Von Frank Schmidt

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